Jüdische Gräber und ihre Geschichte

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Die letzte diesjährige Führung des Nordhäuser Geschichts- und Alterumsvereins über den Nordhäuser jüdischen Friedhof findet am Samstag, 10. August 2019, um 10.00 Uhr statt.

Bereits im Juni folgten rund 30 Gäste trotz wechselhaften Wetters der Einladung zur Führung. Mit Regenschirm gewappnet dauerte die Führung rund 45 Minuten. Die Zeit verging schnell, da gute Gespräche auch nicht vom Wetter aufgehalten werden konnten.
Ganz im Gegenteil: Es gibt auf dem jüdischen Friedhof einen ganz besonderen Grabstein einer unbekannten verstorbenen Peron, der bei nassem Wetter sein Geheimnis offenbart. Auf den ersten Blick wirkt der eher kleine Grabstein mit einem Dreiecksgiebel, dessen Inschrift nicht mehr lesbar ist, eher unscheinbar, und daher übersieht man schnell dieses Grab. Doch bei einer Bestandsaufnahme wurde der Grabstein genauer untersucht und der in der Mitte des Dreiecksgiebels stehende rechteckige Stein war bei nassem Wetter herausnehmbar, da das Moos und die Flechte bei nassem Wetter den Stein beweglich machen. Diese Art der Grabsteingestaltung ist recht selten, und Hinweise dazu sind in der Literatur kaum zu finden. Vermutlich hatten die Angehörigen somit die Möglichkeit, unter den herausnehmbaren Stein einen auf Papier geschriebenen Segenswunsch zu verwahren. Diese Geste erinnert an den Ritus an der Klagemauer in Israel.
Diese und viele weitere interessante Darlegungen über den unter Denkmalschutz stehenden jüdischen Friedhof mit seinen steinernen Zeugnissen können interessierte Gäste im Rahmen der Führung miterleben.
Treffpunkt ist an der Ecke Dr.-Silberborth-Straße/Ammerberg. Die Führungen sind unentgeltlich, doch würde sich der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein über eine kleine Spende zur Unterstützung seiner Vereinsaktivitäten sehr freuen.

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2 Kommentare

  1. Gerlach, Helena on

    Wir möchten mit 2 Personen an der Führung „Jüdische Gräber,..“ teilnehmen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Helena Gerlach

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