Jubiläumslehrgang Kobudo

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In der vergangenen Woche fand in der Nordhäuser Wiedigsburghalle zum 10. Mal das Europa-Gasshuku statt. Dies ist ein Trainingslager im Kobudô, dem Karate mit traditionellen Bauernwaffen.

Wenn Frank Pelny, Vorsitzender des Karate-Do-Kwai Nordhausen, zum internationalen Lehrgang einlädt, dann folgt die europäische Elite des Kobudô-Sports diesem Aufruf gern. Trotz aller coronabedingten Einschränkungen reisten insgesamt 46 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und Griechenland nach Nordhausen an. Mittlerweile ist dieser Lehrgang, dessen Organisation nur wenige Wünsche offenlässt, besonders für seinen hervorragenden Qualitätsstandard anerkannt. Nicht nur als Trainer oder Verbandsdirektor für ganz Europa, sondern vor allem als versierter Kampfkünstler, bürgt Pelny für dieses hohe Niveau.

Da außergewöhnliche Umstände auch außergewöhnliche Maßnahmen erfordern, wurde bei der Durchführung des Trainingslagers natürlich an erster Stelle Wert auf ein durchdachtes Hygienekonzept gelegt. So wurden alle Teilnehmer vorher auf Corona getestet oder der wirksame Impfstatus geprüft. Mit diesen notwendigen Voraussetzungen erlebten die Kämpfer, ob Meister oder Schüler, vier Tage voller Training im Karate und Kobudô.

Aufgrund der besonderen Situation musste leider auch der angekündigte 16. Europa-Cup ausfallen. Stattdessen wurde ein Wettkampftraining in Kata (Formenlauf) und im freien Kampf durchgeführt. Schließlich galt es weitere Turniererfahrungen zu sammeln und zu vertiefen, denn im nächsten Jahr stehen auf Okinawa / Japan wieder Weltmeisterschaften an.

Zum Lehrgangsende absolvierten dann noch fünf der Teilnehmer eine Kyû-Prüfung (Farbgurt) und drei Teilnehmer eine DAN-Prüfung (Schwarzgurt). Es war schon eine Ehre für die Prüflinge, sich den kritischen Blicken der hochgraduierten Meister zu stellen. Verdient konnten am Ende alle bestehen und erhielten damit den Lohn für all die mühevollen Vorbereitungen, die besonders während des Lockdowns nicht einfach zu bewältigen waren.

Im Rahmen des Lehrgangs erfolgte auch noch eine besondere Ehrung für Frank Pelny. Patrick Börsch, Geschäftsführer des Kreissportbundes Nordhausen, zeichnete ihn mit der Ehrenplakette des KSB aus. Hintergrund dieser Anerkennung war die Kreativität und der persönliche Einsatz von Pelny in den Hochzeiten der Pandemielage. Neben Live-Onlinetraining gestaltete er im Internet eine Bibliothek und ein Archiv mit den Aufzeichnungen der Trainings. So konnte – und kann auch weiterhin – jeder der möchte, orts- und zeitunabhängig darauf zugreifen. Im Vergleich zu ähnlichen Angeboten während dieser Zeit, kann man bei dem Wirken von Pelny sowohl eine hohe Qualität als auch einen Umfang erkennen, der den allgemeinen Durchschnitt weit übersteigt. Neben den Bemühungen um die Aufrechterhaltung des Vereinslebens über viele Monate brachte er sich auch noch aktiv in die Arbeit verbundener Organisationen ein. So übernahm er zum Beispiel beim Thüringer Karateverband einige Termine bei dessen Onlinetrainingsinitiative. Und auch dem Onlinetraining „Fit ins Wochenende“ des Kreissportbundes Nordhausen konnte er ein vielbeachtetes Koordinationstraining beisteuern.

Zumindest machte das Europa-Gasshuku des Kobudô in Nordhausen den Eindruck und die Hoffnung, dass der Sport stärker ist als alle Widrigkeiten. Wenn sich genug Enthusiasten zusammenfinden, wird es immer gelingen, auch andere Interessierte in Zukunft zu begeistern und den Sport als Teil des Lebens und der Kultur zu erhalten.

Im Nordhäuser Verein gibt es für Karate verschiedene, nach Alter, gestaffelte Trainingsgruppen für Kinder, Erwachsene und auch eine eigene Senioren-Gruppe. Für Kobudô (Waffenkarate) und SaCO-Selbstverteidigung muss man das 14. Lebensjahr schon erreicht haben. Karate-Aerobic ist gerade bei Frauen sehr beliebt und ideal für die Verbesserung der Fitness geeignet. Außerdem gibt es noch eine Übungsgruppe Qi-Gong. Die Kleinsten (4-7 Jahre) werden entwicklungsgerecht in der Ninja-Kids Gruppe an den Sport herangeführt. Wessen sportliches Interesse nicht unbedingt im Kampfsport liegt, der ist in der Gruppe Basis-Fit gut aufgehoben.

Information bekommt man im Internet unter www.karate-nordhausen.de, per Telefon NDH 60 47 36 oder einfach mal zu den Trainingszeiten in der Spendekirchhof-Turnhalle des Humboldt-Gymnasiums in der Münzgasse vorbeischauen.

Sven Schröter (Karate-Do-Kwai Nordhausen e. V.)

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