Jubiläumsband der „Gelben Reihe“ als Höhepunkt des Jubiläumsjahres des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein e. V.

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Neben der Arbeit von Ullrich Mallis „Die Gesamtgeschichte des Schachtes ‚Ludwigshall‘ Wolkramshausen mit der Sprengstoffkatastrophe im Jahre 1942 mit 145 Todesopfern“ in einer Sonderausgabe ist nun auch der 45. Band „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen“ erhältlich. Er bringt es zum Vereinsjubiläum auf stolze und erstmals erreichte 352 Seiten und wird im Buchhandel für 25 Euro erhältlich sein. Vereinsmitglieder erhalten die Ausgabe der Reihe wie jedes Jahr unentgeltlich. Daher: Mitglied werden lohnt sich. Mehr dazu steht auf der neuen Internetseite des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins e. V. www.ngav.de.

Zwar ist die unverkennbare gelbe Farbe des Bandes geblieben, jedoch zeigt sich das Buchcover in einer neuen Gestaltung, denn „fotoristisch“ ist auch futuristisch. Damit will der Verein in das neue Jahr 2021 gehen und geschichtliche Themen wieder interessant und für ein breites Publikum zugänglich machen.
Der Sammelband „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen“ 2020 enthält 21 Aufsätze. Neue Autorinnen und Autoren feiern ihr Debut in der Reihe mit wissenschaftlich qualitativ und prägnanten Themen.
So zählt Jessica Sophie Müller, Nordhäuserin und Doktorandin, zu den vielversprechenden im Forscherkreis. Sie setzt sich in ihrem Aufsatz mit dem Thema „Nordhausen und seine Stadtjubiläen“ um 927/929 und 1220/1223 auseinander und konzentriert sich dabei auf die Entwicklung der „Äbtissinnenstadt“.
Hinter einem Foto kann eine Geschichte stecken, die es zu entschlüsseln gilt. Fotomaterial als Geschichtsquelle ist für die Forschungsarbeit der Doktorandin Saskia Zweck von großer Wichtigkeit. Sie hat einen Beitrag verfasst über „Die Geschichte hinter den Bildern. Eine „Visual History“ der Luftangriffe vom 3. und 4. April 1945 auf Nordhausen“. Weiterhin gehören zu den neuen Autorinnen und Autoren auch Carmen Hause, Dr. Antonia Jäger, Prof. Dr. Martin Boeselt, Jörg Bauersfeld, der Gymnasiallehrer Felix Kruse und der Architekt Heinz Günter Schmidt sowie der aus dem Nordhäuser Stadtarchiv bekannte und engagierte Mitarbeiter Michael Schütze.
Natürlich dürfen namenhafte und bekannte Autorinnen und Autoren in diesem Jubiläumsband nicht fehlen. Nicht nur über die Geschichte der Münzen kennt sich Paul Lauerwald bestens aus. Für den Jubiläumsband befasste er sich auch mit dem Leben und Wirken der ehemaligen Leiterin des Meyenburg-Museums Annemarie Lappin und stellt dabei raus, dass sie auch einen bedeutenden Beitrag für die „Geburtsstunde“ der Gelben Reihe leistete. Zwar schrieb der uns eher als Numismatiker bekannte Paul Lauerwald diesmal nicht über sein Fachgebiet, dafür leistete Jörg Bauersfeld eine qualitative Untersuchung über die sogenannte Kipper- und Wipperzeit am Beispiel der Zuweisung von Kippermünzen nach Lipprechterode. Da die Führungen zur jüdischen Geschichte ausfallen mussten, hat sich der Verein entschieden, in den 45. Band einen Beitrag zur jüdischen Lokalgeschichte zu bringen. Anhand des Kinder- und Jugendtagebuches, das die Ehefrau des Baumwollfabrikanten Adolf Eisner Emma Eisner für ihren jüngsten Sohn Otto Eisner geschrieben hat, werden Einblicke in das Leben einer Nordhäuser bürgerlich-jüdischen Familie gegeben.
Der viele Jahre treugebliebene Autor und wohl seit der Ehrung mit Kulturnadel des Freistaates Thüringen renommierteste Forscher für unsere Stadt- und Regionalgeschichte Dr. Peter Kuhlbrodt, ist mit zwei Aufsätzen vertreten. Er erforschte zum einen das Leben des Heimatforschers und Demokraten Dr. med. Carl Friedrich Riecke und zum anderen die Kaiserhuldigungen der Reichsstadt Nordhausen.
Weitere biografische Arbeiten über Dr. Georg Karl Heinrich Sander, Dr. Hans Silberborth und seinem Nachlass und über Richter Martin Kastendieck sowie über die Grafen von Weimar-Orlamünde sind zu lesen. Archäologie-Interessierte werden mit einem Beitrag von Markus Wehmer über die Ausgrabung des Teilstückes zwischen Bielen und Urbach der „Alten Leipziger Straße“ und einem Aufsatz von Markus und Michaela Wehmer über die eiszeitliche Siedlungsgrube an der Eichsfelder Pforte bei Sollstedt belohnt.
Tatort Nordhausen: Man muss nicht erst Tatort am Sonntag im Ersten ansehen, wenn man in den Nordhäuser Straßen von 1830 einen Mord des Opfers Andreas Mund geschichtlich rekonstruieren kann. Michael Schütze skizziert u. a. mit Hilfe von Aktenhinweisen aus dem Stadtarchiv Nordhausen, aus Kirchenbüchern und Tagebucheinträgen die Tat und geht dem Täter auf die Spur. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass der vorletzte Teil IV über die Schlaraffen in der Stadt im Band zu finden ist. Ebenso stellen sich neue Autorinnen und Autoren mit ihrem Engagement zum Schreiben vor. Natürlich darf im Jubiläumsjahr des Geschichtsvereins eine textuelle Würdigung dessen nicht fehlen. So wird der erste Teil über die 150-jährige Geschichte des Vereins in den Jahren von 1870 bis 1945, verfasst vom amtierenden Vereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Grönke, zu lesen sein.

An dieser Stelle soll ein Wort des Dankes an die Autorinnen und Autoren nicht unerwähnt bleiben, denn sie haben einen großen Anteil daran, dass der Jubiläumsband auf seine 352 Seiten gekommen ist und in einer fortgeschrittenen inhaltlichen Qualität erscheint. Dafür war viel Vorarbeit wie beispielsweise die Neugestaltung des Buchcovers, die Entwicklung eines Autorenvertrages und von Richtlinien zur vereinheitlichten Texterstellung notwendig. Zugleich war gegenseitiges Verständnis und Geduld gefordert, da das neue Vorgehen von den Mitherausgebern, der Redaktion und von den Autorinnen und Autoren mitgetragen und umgesetzt werden musste. Der Vorstand würde es sehr begrüßen, wenn weiterhin Forschungsergebnisse an ihn herangetragen und zur Veröffentlichung in der Gelben Reihe gebracht würden.

Der Vereinsvorstand arbeitet schon an den Themen und Veranstaltungen für das kommende Jahr, denn das Rad der Zeit und damit für die Geschichte dreht sich auch 2021 weiter. So wird schon an der inhaltlichen Ausrichtung des nächsten Bandes der „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen“ gearbeitet. Der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein e. V. und seine Mitherausgeber sind deshalb an der Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren interessiert, die zu den Themenbereichen: Geschichte, Archäologie und mit interdisziplinärem geschichtlichen Kontext Politik, Wirtschaft und Soziales, Geologie, Umwelt sowie Technik wissenschaftlich gearbeitet, methodisch geforscht, Sammlungen zusammengetragen. Der Vorstand und die Mitglieder unterstützen gern die Autorinnen und Autoren bei der Quellenrecherche, tauschen Wissen und unsere Erfahrungen aus und geben ihnen gern die Kontakte zu Experten weiter. Näheres ist aus der Autorenvereinbarung und den Richtlinien auf www.ngav.de zu entnehmen. Der Verein nimmt auch gern Aufsätze bis Ende Juli eines jeden Jahres entgegen. Neue Autorinnen und Autoren werden darum gebeten, bis Ende März mit dem Vereinsvorsitzenden Kontakt aufzunehmen, um sich einmal kennenzulernen und um näheres abzustimmen. Wir freuen uns auf Sie und Ihre Idee!
Der Vereinsvorstand wünscht Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr! Bleiben Sie gesund und an Geschichte interessiert, denn es gibt keine geschichtslose Zeit!

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