Joko und Klaas setzten ein Zeichen

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Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf setzten gestern Abend im Privatfernsehen ein Zeichen.

Wer kennt die beiden nicht? Mit Shows wie „Duell um die Welt“,Late Night Berlin“,“Wer stiehlt mir die Show“ oder „Joko und Klaas gegen Pro 7“ ziehen sie Millionen Zuschauer auf Pro 7. Bei letzterer Show können sie, im Gewinnfall, 15 min Sendezeit bei ihrem Arbeitgeber Pro 7 gewinnen. Mit diesen 15 min Sendezeit können sie machen, was sie wollen. Auch in ihrer letzten Show gewannen sie diese begehrten 15 min.

Diesmal sollte es anders werden.

Diesmal holten sie Pro 7 mit ins Boot.

Diesmal setzten sie ein Zeichen.

Pflege geht uns alle an. Pflege, ein Thema aus dem Leben, ein Thema was uns alle betrifft, ein Thema welches für viele unangenehm ist, ein Thema am Rande der Wahrnehmung und des Verstehens. Pflege, was ist das? Jeder kennt es, keiner weiß, wie hart sie ist ( die Pflegenden hier ausgenommen). Genau das wollten Joko und Klaas an diesem Abend den Zuschauern näher bringen.

Sie begleiteten die Schwester M.Istan, welche im Knochenmarkstransplantationszentrum Münster arbeitet, eine Schicht lang. Und das ist das Besondere. Ursprünglich 15 min gewonnen, gewährt Pro 7 ihnen für dieses Thema einen ganzen Abend. Ungekürzt und ungeschönt.

Aufmerksam machen wollen sie auf die Schwere des Berufes. Auf die Schattenseiten, aber auch auf die Sonnenseiten, die in Zeiten von Corona noch weniger wurden. Auf den Stress, die Personalunterbesetzung und die Angst des Personals.

Während der Sendung werden immer wieder Schwestern, Pfleger, Altenpfleger, Pflegelräfte eingeblendet, die von ihren Erfahrungen erzählen. Über die Mißstände, über die unterbesetzung, über anfallende Überstunden, über die Verheizung des Personals in einem ursprünglich wunderschönen Beruf.

Unter dem Haschtack #nichtselbstverständlich werden alle aufgerufen, von ihren Erfahrungen zu berichten.

Doch solch eine Sendung funktioniert nur, wenn sich die Pflege öffnet und erhebt.

Bleibt nun zu hoffen, dass diejenigen, die diese Mißstände ändern können, auch gestern Pro7 schauten. Herauszuhören waren folgende Punkte:

1. Schluss mit so vielen Überstunden
2. Schluss mit Unterbesetzung des Personals
3. Anerkennung von Weiterbildungen (auch im Gehalt)
4. adäquate und gerechte Löhne
5. Schutz des Personals ( physisch und psychisch )
6. mehr Zeit für Patienten um eine gute Pflege gewährleisten zu können

Liebe Politiker, Minister, Gewerkschaften und alle, die dies ändern und möglich machen können: Fangt endlich damit an. Das Ergebnis dieser Politik ist jetzt schon abzusehen. 1000 de Pflegekräfte verlassen den Beruf. Einen Beruf der eigentlich wunderschön ist. Ein Beruf der wichtig ist. Es reicht nicht, wenn die Krankenhäuser mit Ärzten voll sind. Schwestern und Pfleger werden benötigt. Denn diese beobachten die Patenten. Diese reagieren auf kleinste Veränderungen am Patienten. Diese dokumentieren. Diese PFLEGEN die Patienten und ermöglichen ihnen in ihren schweren Zeiten der Erkrankungen eine relativ angenehme Zeit. Diese sitzen am Bett und halten einem sterbenden Patienten die Hand.

Wacht auf und schützt, anerkennt und respektiert den Beruf der Krankenschwester/ Krankenpflegers wie es sich gehört!

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