Jetzt erst recht – zusammenrücken und kämpfen

0

Nach der enttäuschenden Niederlage im Qualifikationsspiel zur EHF European League bleibt keine Zeit, um die Wunden zu heilen. Schon am Mittwoch geht es mit dem 6. Bundesliga Spieltag weiter und der THC muss in den hohen Norden zum Tabellen-Schlusslicht Handball Luchse Buchholz 08-Rosengarten reisen.

Rückblick:
Die Niederlage tut weh. Durch sie droht zum ersten Male in 10 Jahren eine Nichtteilnahme in einem EHF-Wettbewerb. War im bisherigen Saisonverlauf die Abwehr der beste Mannschaftsteil beim THC, war die gegen Molde überhaupt nicht präsent. 35 Gegentore, bei denen auch die Torhüterinnen ziemlich machtlos waren, sprechen Bände für das Versagen. Mit 32 eigenen Toren, so viele hat der THC in dieser Saison noch nicht in einem Spiel geworfen, gewinnt man eigentlich ein Handballspiel, nicht aber wenn man 35 Gegentore kassiert. Genau dort lag das Problem. Zum Glück ist erst Halbzeit, aber in Norwegen wird es doppelt schwer. Alle drei norwegischen Klubs, die in der 2. Qualifikationsrunde stehen, haben ihre Spiele gewonnen, gegen gestandene internationale Konkurrenz wie Kuban Krasnodar oder unseren Thüringer HC. Dass in Norwegen ein technisch hoch entwickelter, schneller, sehr moderner Handball gespielt wird, hat jeder Zuschauer gesehen. Die aggressive Abwehr war überzeugend und nicht unfair. Das wird in einer Woche ein ganz dickes Brett, was da gebohrt werden muss. Herbert Müller wäre nicht Trainer, wenn er sein Team schon jetzt aufgeben würde. Er sieht noch eine Chance und will die Wende im Spiel mit Einsatz und Kampf bis zur letzten Sekunde. Das zeichnete den THC immer aus. Das Rückspiel findet am kommenden Samstag, den 23.10.21 um 15 Uhr im norwegischen Molde statt.

Zum Spiel:
In der Bundesliga geht es am Mittwoch um 19:30 Uhr, Livestream auf Sportdeutschland TV, zum Tabellenletzten. Das hat aber nichts zu sagen. Sicher, die Norddeutschen haben Personalsorgen, die haben wir auch. Im Vorjahr kam der THC dort fast unter die Räder, gewann gerade so mit einem Tor Vorsprung. Auf die leichte Schulter kann man den Ausflug nicht nehmen und er kostet zusätzlich Kraft und Energie mit einer langen Busfahrt. Die Mädels kommen kaum in die Betten, noch weniger in die Halle, denn schon am Samstagnachmittag steigt das entscheidende Rückspiel in Molde. Da ist Herbert Müller noch mehr als Psychologe gefragt, um die Mannschaft vorzubereiten, üben und trainieren kann man nicht mehr viel. Rosengarten sollte ein Pflichtspiel werden, was selbstredend gewonnen werden muss, irgendwie ohne Schönheitspreis. Der Schwerpunkt liegt nächste Woche auf dem Qualifikationsrückspiel. Kommt der THC nicht weiter, nimmt die Saison einen anderen Verlauf, fehlt uns eine ganze Saison das internationale Flair. Es gibt in dieser Saison einmal mehr keine sogenannten „Kleinen“. Neuling Zwickau besiegte am letzten Samstag ziemlich deutlich Leverkusen mit 29:22. Gegen die „Elfen“ sah unsere Mannschaft trotz Sieg auch nicht gut aus. Jedes Spiel muss ernst genommen werden, mit halber Kraft fährt man in der 1. Bundesliga keine Siege ein. „Die Vorbereitung ist denkbar knapp bemessen. Die Mädels müssen heute ihre Abwehraufgaben selbstständig aufarbeiten, dann gibt es am Nachmittag noch eine leichte Krafteinheit im Sportpark und am frühen Abend eine Video-Besprechung, morgen dann Video-Rosengarten und Abschlusstraining“, sagt Herbert Müller, der sich über den Stress englischer Wochen schon lange nicht mehr beklagt.

Zum Kader:
Der THC-Kader ist immer noch eng gestrickt, mit Emma Ekenman-Fernis, Ines Khouildi, Arwen Gorb, Kim Braun und Johanna Reichert fünf Langzeitverletzte mit Jennifer Rode eine Kranke und Luca Szekerczes, die erkrankt war, darf nicht nach Norwegen, weil sie mit „Sputnik“ geimpft ist, was das EU-Land Norwegen veranlasst, eine 14-tägige Quarantäne bei Einreise zu fordern. Unverständlich, die Politik sollte sich aus dem Sport raushalten.

Bericht: HaJo Steinbach

Share.

Leave A Reply

*