Jaguar E-Pace D240 – eine Großkatze in freier Wildbahn

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Vom Zoo einmal abgesehen, lässt kann man ein Jaguar in freier Wildbahn nur in Mittel- oder Südamerika beobachten. Selbst dort ist die scheue Großkatze nur selten von Menschen zu sehen. Reviere mit einer Größe bis zu 150, Hinweisen zufolge bis zu 800 Quadratkilometer, tun ihr Übriges und machen es fast unmöglich vertiefende Kenntnisse über das Leben dieser Tiere zu erfahren. Ähnlich verhält es sich mit Automobilien der gleichnamigen, legendären Automarke. Nur etwa jeder 1.500ste zugelassene Pkw in Deutschland ist ein Jaguar. Besonders in der thüringischen Province, wo das Jaguar-Händlernetz äußerst dünn gesät ist, wird ein Jaguar selten gesichtet.

Die Attribute die ein Automobil dieser Marke ausmachen, Eleganz, Kraft und Dynamik, sind allgegenwärtig. Nicht zuletzt bei der ab 2018 eingeführten kleinen SUV-Reihe namens E-Pace, welche sich im positiven Sinne von den massenhaft vorhandenen Rentner-SUV mit Minimalmotorisierung abhebt. Der E-Pace ist als Diesel, Benziner und ab 2021 sogar als Hybrid erhältlich. Dabei spielt der D240 eine kleine Sonderrolle, da dieser nur für kurze Zeit in der ersten Generation produziert und nach dem Modellwechsel durch einen geringer motorisierten D200 ersetzt worden ist. Die Zahl hinter dem Buchstaben definiert übrigens die Leistung in PS.

Daher freute ich mich sehr, als ich nach längerem Suchen einen D240 in fast unberührtem Zustand erwerben konnte. 7,4 s von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 224 km/h – als Diesel-SUV(!) – wird wohl aus heutiger Sicht eine herrliche, unvernünftige Laune der britischen Automobilindustrie bleiben.
Die erste Fahrt führte (mal wieder) hinauf zum Kyffhäuser. Bei den 36 Kurven sollte die kompakte Rakete zeigen, was sie konnte. Auf der Fahrt dorthin lässt sich nicht wegdiskutieren, dass die breiten 20“-Reifen stoisch jeder x-beliebigen Spurrinne nachlaufen, was immer eine feste Hand am Lenkrad erforderte. Das Kaffee 36 am Fuß des Kyffhäusergebirges gibt den Startschuss – selbstverständlich im Rahmen der legitimen straßenverkehrstechnischen Vorgaben. Der Allradantrieb beißt sich förmlich in den Asphalt und lässt keinen Zweifel aufkommen, dass die 240 PS vollständig vorhanden sind. Danach führte der Weg entlang das Jagschlosses Rathsfeld nach Steinthaleben. Über den Hüflerweg gelange ich wieder zurück zum Stausee bei Kelbra, wo ich bei einer kurzen Rast die elektronischen Möglichkeiten des jaguarspezifischen Infotainmentsystems erforschte, besser gesagt, versuche zu erforschen. Geduld und Willensstärken, sind die besten Voraussetzungen um damit klarzukommen. Dabei erinnerte ich mich an die Worte eines Freundes, dem ich von der Kaufabsicht eines Jaguars berichtete. Sein lakonischer Kommentar: „Englische Bedienlogik, da musst du leidensfähig sein!“. Ich beschloss daher, lieber den Jaguar zu fahren, als am Infotainmentsystem herumspielen.

Mein Resümee nach den ersten Kilometern. Ein bildschöner SUV, ein toller Motor, ein geniales Allradsystem aber eine schrullige Bedienlogik. Letztlich stellt sich aber die Frage der Fragen: „Ist der kompakte Jaguar E-Pace ein richtiger Jaguar?“ Mit den Worten eines englischen Influencers zu sagen: „Yes, it’s a Jag!“.

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