Jagd muss ökologischer werden

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NABU Thüringen fordert stärkere Naturschutzaspekte bei der Jagd

Jena – Am heutigen Mittwoch beginnt der offene Diskussionsprozess über das Thüringer Jagdgesetz. Zum Auftakt treffen sich dazu verschiedenste Interessengruppen unter anderem aus den Bereichen Jagd, Naturschutz und Landnutzung in Erfurt im Thüringer Landtag. Im Vorfeld der Veranstaltung spricht sich der NABU Thüringen für eine ökologische Ausrichtung der Jagd aus. „Jagd muss in Zukunft stärker im Einklang mit dem Natur-, Arten- und Tierschutz stattfinden. Eine Jagd aus Traditionen heraus oder als Sport betrieben, ist nicht mehr zeitgemäß“, fordert Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen.

In der Liste der jagdbaren Tierarten sollten nur solche Arten aufgeführt sein, welche weder in ihren Beständen gefährdet sind, durch die Jagd auch nachweislich nicht gefährdet werden, nicht durch die nationale und europäische Naturschutzgesetzgebung geschützt sind und nicht auf den Roten Listen stehen. „Außerdem dürfen es nur Arten sein, die nach dem Erlegen auch sinnvoll genutzt werden, hauptsächlich zur Fleischverwertung. Ohne vernünftigen Grund dürfen keine Tiere bejagt und getötet werden. Ein vernünftiger Grund sollte, abgesehen von der Wildbretnutzung, wirklich wissenschaftlich begründbar sein“, so Jessat. Auch kann die Jagd dazu dienen, Verbissschäden im Wald zu vermindern und damit die Naturverjüngung von Bäumen zu fördern.

Der NABU Thüringen verspricht sich vom offenen Diskussionsprozess die Chance für eine Neuausrichtung der Jagd in Thüringen. Wie im Koalitionsvertrag festgelegt, soll sich die Jagd in Thüringen an ökologischen und wildbiologischen Grundsätzen orientieren und den neuesten Erkenntnissen der Jagdpraxis, Werten des Tierschutzes und Erfordernissen der Lebensmittelhygiene Rechnung tragen. „Ein wichtiger Schritt des offenen Diskussionsprozesses muss es sein, die Jagd ökologisch und modern auszurichten“, sagt Mike Jessat. Auch eine deutliche Mehrheit der Deutschen will mehr Naturschutz im Jagdrecht. Dies zeigt eine repräsentative Bevölkerungsumfrage beim Meinungsforschungsinstitut forsa, die der NABU-Bundesverband im März diesen Jahres in Auftrag gegeben hatte. Die klare Mehrheit (84 Prozent) der 1.000 Befragten hält es für sehr wichtig oder wichtig, dass die Aspekte des Natur- und Tierschutzes durch die Jagdgesetze gestärkt werden.

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