Interview mit Frank Rostek Bürgermeister von Bleicherode, zum Film Lotti, der in Kürze in der Bergmannsstadt seine offizielle Premiere feiert

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Warum spielen Sie eigentlich keine Rolle in dem Film Ihrer Stadt?

Man sagt ja, wir Politiker seien gute Schauspieler. In meinem Fall trifft das wohl nicht zu.

Ich weiß nun, dass ich kein Schauspieler bin, denn ich war beim Casting und sie sagten mir,
es reicht nicht für diesen Film.

Können Sie sich noch daran erinnern wie alles losging?

Na klar! Da war auf einmal der verlorene Sohn der Stadt, der zehn Jahre in Bleicherode
aufgewachsen ist, danach die Welt gesehen hat und mit einem weiteren Star, Marion
Mitterhammer zurückkehrt und ihr eigentlich nur seine Heimatstadt zeigen will. Und dannwird daraus nach einer langen durchzechten Nacht ein Filmprojekt. Er nimmt ein Drehbuch
und hat es dann auf Bleicherode umgemünzt. Und dann verliebt er sich in die Bleicheröder so sehr, dass er sich traut eine einmalige Aktion in Deutschland, vielleicht sogar Europa zustarten, die es so noch nicht gegeben hat.

Was ist denn so einmalig an dieser Aktion?

Stellen Sie sich vor, es ist eigentlich kein Budget da, aber dann findet ein riesiges Casting
statt, wie es das in der 889jährigen Geschichte von Bleicherode noch nicht gegeben hat.
Dazu kommen 300 Leute, alle aus Bleicherode. Nur zum Vergleich: zu Babylon Berlin
kamen auch nur knapp 1000.

Wie hat sich das in Bleicherode bemerkbar gemacht?

Das war natürlich Stadtgespräch! Überall in der Stadt war die Frage: Wie komme ich zum
Film? Vor den Kulissen, hinter den Kulissen. Viele konnten dann gar nicht glauben, wo sie
sich wiederfanden. Sie standen dann plötzlich vor der Kamera und nicht dahinter. Viele von
denen man es niemals für möglich gehalten hätte, explodierten förmlich vor der Kamera.

Was hat das dann letztendlich bewirkt?

Wie viel das letztendlich bewirkt hat, hat auch die Leute selbst überrascht. Die Grenzen des
Machbaren haben sich für uns Bleicheröder scheinbar unendlich erweitert. Das hat den
ganzen Ort aufgewühlt und aufgerüttelt und vielleicht können wir weiter Geschichte
schreiben. Darauf freuen wir uns!

Hat es auch ganz konkrete Folgen gezeitigt?

Außer der generellen Aufbruchstimmung, die nun überall im Ort herrscht, hat nun sogar
eine rege Bautätigkeit eingesetzt. Es werden eine Vielzahl von Pensionszimmern entstehen,

BLEICHERODE – DER FILM
um den möglichen Ansturm von Leuten, die nach Bleicherode pilgern und die Filmkulissen
sehen wollen aufzufangen. Darauf bereiten wir uns vor. Das hat ja schon in vielen anderen
Städten auch funktioniert. Das kann Film eben auch bewirken.

Was haben Sie schon vom Film gesehen und was hat es in Ihnen ausgelöst?

So wie es aussieht, wird aus unserem No-Budget-Film sogar ein Festival-Hit. Wir haben
alles gegeben, der Ort fiebert der Filmpremiere entgegen. Ich glaube, das Ergebnis wird uns
alle stolz machen. Wir haben das zusammen geschafft. Wir hatten schon Test-Screenings,
wo auch ich innerhalb von fünf Minuten zweimal gelacht und einmal geweint habe,
obwohl ich die Kulissen und die Leute gekannt habe. Da sieht man mal, was ein Filmbewirken kann. „Bleicherode – Der Film“ – wir sind alle sehr gespannt!

Sie sind ja CDU-Bürgermeister. Hat das der politische Gegner toleriert bei den
Dreharbeiten?

Das hat hier bei diesem Projekt überhaupt keine Rolle gespielt. Wir Bleicheröder haben
zusammengearbeitet über alle Glaubens- und politischen Grenzen hinweg.
Dieses Projekthat uns zusammengeschweißt.

Inteview freigegeben und erstellt von der Agentur see4c

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