In Metzingen ein anderes Gesicht zeigen

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Vor der Pause zur Europameisterschaft, über deren Prozedere oder Absage nach dem Verzicht von Norwegen am morgigen Dienstag in Wien entschieden wird, gibt es noch zwei ganz wichtige und hammerharte Auswärtsspiele des THC. Vor dem Rückspiel in der dritten Qualifikationsrunde für die Gruppenphase der EHF European League trifft die Mannschaft am Mittwoch, den 18. November, um 19.30 Uhr in Metzingen auf einen unbequemen und heimstarken Gegner, der nach seinem schlechten Liga-Start genauso wie die Gastmannschaft enorm unter Druck steht.

Rückblick:
„Wir sind alle nach der Niederlage am Samstag sehr enttäuscht und stehen nun vor der Aufgabe, die nächsten beiden Spiele gewinnen zu müssen“, sagt Herbert Müller. „Wir haben in der Deckung einfach keinen Zugriff bekommen, haben die meisten Zweikämpfe verloren, dort gilt es anzupacken.“ Der Druck für die THC-Mannschaft kann kaum größer sein, nach der erneuten Heimniederlage gegen einen Gegner, den man in der Liga noch vor Wochen klar geschlagen hatte, muss die Mannschaft nunmehr ein anderes Gesicht zeigen. Herbert Müller hat es in der Pressekonferenz nach dem Spiel schon gesagt: „Es geht bei Hin- und Rückspiel über 120 Minuten. Es ist sozusagen erst Halbzeit. Der Plan für das Rückspiel ist, in einer Halbzeit zwei, in der anderen drei Tore aufholen und so das Ganze zu unseren Gunsten zu entscheiden.“. Wer sonst sollte an die Mädels glauben, wenn nicht der Trainer. Die Ausgangslage ist schwieriger denn je. Während der THC am Mittwoch nach Metzingen reisen muss, fällt das Auswärtsspiel der HSG Blomberg-Lippe beim Liga-Überflieger Borussia 09 Dortmund coronabedingt aus. Noch ein Vorteil, der dem Kontrahenten in die Tasche spielt. Nach minus vier Toren im Hinspiel scheint die Gruppenphase der neu geschaffenen EHF European League in weite Ferne gerückt. Helfried Müller meinte kürzlich so treffend: „Der THC ist erst tot, wenn die Schiedsrichter abgepfiffen haben.“. Bis dahin gibt es noch 60 Minuten, um das Hinspiel vergessen zu lassen
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Zum Spiel:
In Metzingen muss sich die Mannschaft schon anders präsentieren, auch um Selbstvertrauen zurückzugewinnen, um den Glauben an die eigene Stärke nicht zu verlieren, um mental gestärkt drei Tage später nach Blomberg zu reisen. Das Spiel in der Bundesliga ist deshalb für Herbert Müller sogar „das Wichtigere“. Es ist beim Kampf um Platz drei vorentscheidend. Metzingen ist als Mitfavorit gestartet und sieht sich nach vier Niederlagen gegen Oldenburg, Dortmund, Leverkusen und Bietigheim mit acht Minuspunkten weit zurückgeworfen. Schaut man auf die Tordifferenz, ist die gerade mal um zwei Tore schlechter als die des THC. Metzingen hat unerwartet gegen Oldenburg und Leverkusen gepatzt, wie der THC auch, wobei es in Oldenburg für den THC gerade noch mal gut gegangen war. Verliert der THC in Metzingen, sind die TuSsies um einen Zähler herangerückt. Dann ist der THC aber im Mittelfeld weggetaucht und würde noch hinter Neckarsulm und Bensheim/Auerbach zurückfallen. Allein diese Konstellation verrät viel über die Brisanz des Mittwochspiels. Die Konstellation ist ähnlich der am Samstag. Metzingen liebt das schnelle Umkehrspiel und spielt meist eine konsequente, bissige Abwehr mit zwei gut aufgelegten Torhüterinnen. Mit Bo van Wetering und Silje Brons Petersen verfügen sie über Topwerferinnen im Angriff. Neben der Reduzierung der eigenen Fehler liegt der Schwerpunkt auf der Abwehrarbeit. Die THC-Mannschaft hat bisher die meisten Tore der Saison geworfen, aber auch mit die meisten gefangen, fast 100 Gegentore mehr als Dortmund. Dort liegt scheinbar die Achillesferse. Dass es nun gerade Metzingen ist, wo die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen muss, um eine kleine Krise zu überwinden, macht die Aufgabe sehr schwer. Herbert Müller motiviert sein Team, hält es „nicht für unmöglich, gerade von dort zwei Punkte zu entführen“. Es wären wichtige Bonuspunkte.

Zum Kader:
Meike Schmelzer wird nächste Woche am Fuß noch einmal operiert und fällt voraussichtlich drei bis vier Monate aus. Ines Khouildi befindet sich weiter in der Reha. Alle anderen sind einsatzbereit und fahren mit nach Metzingen.

Bericht: HaJo Steinbach

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