In Göppingen gewinnen und Tore werfen

0

Mit einem schweren Auswärtsspiel bei den Frauen von Frisch Auf Göppingen geht für den Thüringer HC der Zweikampf um den Titel an der Spitze der Bundesliga am Samstag weiter. Wenn der THC den Titelkampf bis zum Saisonende weiter offenhalten will, ist er zum Siegen verdammt und muss etwas für eine bessere Tordifferenz tun.

Rückblick:
Herbert Müller hat so einen eigenartigen Spielbeginn, wie gegen die SV Union Halle-Neustadt, noch nicht erlebt. „Ich habe mir nach über sieben Minuten voller Verwunderung die Augen gerieben, als immer noch ein Null zu Null an der Anzeigetafel stand“, sagt Herbert Müller, „um dann bei einer frühen Auszeit den Mädels noch mal Mut zu machen. Ich habe den Mädels einfach gesagt, dass sie an ihre Würfe glauben sollen, hatte ich doch selbst ein gutes Gefühl, weil die Abwehr standhielt. Letztendlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.“

Zum Spiel:
„Jetzt heißt es, nach vorn zu blicken. Wir sind weiterhin zum Siegen verdammt, Bietigheim wird sich keine Blöße mehr geben“, lautet Herbert Müllers Fazit, wenn auch nach seinem Wunsch ruhig noch eine Überraschung passieren darf. In Göppingen wartet auf den THC wieder eine aggressive, körperbetonte 3 – 2 – 1-Deckung, deren Organisatorin Johanna Schindler er aus seiner österreichischen Nationalmannschaft sehr gut kennt. Die THC-Abwehr indes muss gegen die gefährlichen Werferinnen Prudence Kinlend und Michaela Hrbkova gewappnet sein, sowie eine starke Deckung gegen den Kreis stellen. Es wird schon deshalb kein leichtes Spiel, weil die Gastgeberinnen nach dem desaströsen Auftritt gegen den Buxtehuder SV etwas gutzumachen haben. „Die wollen sich sicher rehabilitieren und dem eigenen Publikum besser darstellen als zuletzt“, warnt der Chefcoach. Herbert Müller fordert von seinem Team Kampfbereitschaft und Tore, denn der THC muss vorlegen. Spitzenreiter Bietigheim spielt erst am Sonntag gegen den VfL Oldenburg und die reißen im Augenblick auch nicht gerade Bäume aus. Sein Appell richtet sich dabei an die jungen Spielerinnen, „die lernen müssen, kämpferisch in die letzten Spiele zu gehen. Deshalb kommt es darauf an, Konstanz über alle 60 Minuten zu spielen und um jedes Tor zu fighten.“
Die Bundesliga bleibt oben wie unten spannend. Alles spitzt sich zu einem Zweikampf an der Tabellenspitze zwischen den punktgleichen, nur durch die Tordifferenz getrennten, Herausforderer SG BBM Bietigheim und Titelverteidiger Thüringer HC zu. Bei aktuell drei Punkten Unterschied treffen im Kampf gegen den Abstieg die Neckarsulmer SU und der SV Union Halle-Neustadt aufeinander

Zum Kader:
Das Team des Thüringer HC für die Saison 2019/20 steht. Herbert Müller konnte mit großer Freude verkünden, dass Alicia Stolle für eine weitere Saison beim THC bleibt und beim Meistertrainer ihren lehrreichen Weg zu einer auch international erfolgreichen Handballkarriere fortsetzen wird. Josephine Huber, die beim THC in den letzten zwei Jahren zu einer Kreisläuferin und Abwehrstrategin der Extraklasse gereift ist, hat für weitere zwei Jahre unterschrieben. Besonders glücklich ist Herbert Müller über die Vertragsverlängerung von Iveta Luzumova. Sie ist nach Herbert Müller „das Gesicht und der Puls“ der Mannschaft. Obgleich sie ganz andere Angebote von internationalen Spitzenklubs hatte, bleibt sie dem THC weitere zwei Jahre treu. Gleich nach der Saison wird sie ihren Freund Stepan Korres, der bei Wacker Nordhausen Fußball spielt, heiraten und eine Familie gründen. Selbst Herbert Müller freut sich auf die böhmische Hochzeit in Pisek. Beate Scheffknecht, die selbst schon ungeduldig ist, wird weiter pausieren müssen, bis sie die Probleme mit ihren Füßen ganz auskuriert hat. Mit großem Bedauern müssen wir konstatieren, dass Anne Hubinger dem Rat der Ärzte unbedingt Folge leisten muss und derzeit keinen Leistungssport betreiben kann und darf. Das ist wahrlich jammerschade, die THC-Tür wird für sie jederzeit offenstehen, sollte es eines Tages eine andere Prognose geben. Die THC-Familie wünscht ihr alles Glück der Welt.

Mit Ann-Cathrin Giegerich und Marie Davidsen (NOR) steht das Duo im Tor. Jana Krause wird offiziell ihre Karriere beenden, ihr Spielerpass wird noch nicht abgegeben werden. Im rechten Rückraum werden Alicia Stolle und Neuzugang Almudena Rodriguez (ESP) spielen, am Kreis Meike Schmelzer und Josephine Huber und im linken Rückraum Beate Scheffknecht, Emily Bölk und Neuzugang Mikkaela Mässing (SWE). Auf der Rückraummitte sind in der neuen Saison Iveta Luzumova und der Neuzugang aus Halle Mariana Fereira Lopes (POR) präsent. Der Spielerpass von Kerstin Wohlbold wird ebenfalls nicht weggelegt, wenn sich die langjährige Spielführerin mehr der Familie und ihrem Lehrerberuf widmet. Auf den Außenpositionen bleibt alles beim Alten: Rechts – Lydia Jakubisova und Alexandra Mazzucco, Links – Jovana Sazdovska und Ina Großmann. Der Kader wird durch Sarah Kupke und Arwen Rühl aus der eigenen Jugend komplettiert. Damit sind alle Positionen im THC Team zumindest doppelt besetzt. Im Zusammenhang mit dem Abschluss der Kaderplanung bedankt sich Herbert Müller bei den beiden Hauptsponsoren Helmut Peter und Robert Böhm, die die Grundlage für eine gesunde wirtschaftliche Basis des THC tragen und den Club auf ein solides finanzielles Konstrukt stellen. Beide Unternehmer leisten Großartiges, damit das Erfolgsrezept Thüringer HC überhaupt möglich ist.

Bericht: HaJo Steinbach

Share.

Leave A Reply

*