In eigener Halle sich selbst geschlagen

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Der Thüringer HC verliert das Nachholspiel des 12. Spieltages gegen den Buxtehuder SV mit 20:29 (9:13). Gegen die motivierte junge Mannschaft des BSV taten sich die Gastgeberinnen über die gesamte Spielzeit schwer. Ohne richtige Spielmacherin fand der THC nicht ins Spiel. Buxtehude baute seine Führung Schritt für Schritt aus, macht Druck, hielt das Tempo hoch und bestrafte die überdurchschnittlich vielen Fehler des Tabellennachbarn. Erfolgreichste Werferinnen waren Asli Iskit und Miranda Schmidt-Robben mit je vier Toren für die Gastgeberinnen. Für den BSV erzielte Charlotte Kähr zehn Treffer.

Der BSV erwischte den besseren Start. Asli Iskit scheiterte aus aussichtsreicher Wurfposition an Nationaltorhüterin Katharina Filter, den eigenen Angriff schlossen die Gäste erfolgreich ab und gingen in Führung. Drei Minuten brauchte der THC, um sein erstes Tor zu erzielen – 1:2. Der Buxtehuder SV störte früh und baute seine Angriffe konzentriert auf. So setzten sie die Thüringerinnen früh unter Druck. Asli Iskit erzielte zu Beginn der sechsten Minute den 2:3-Anschlusstreffer. Die Gastgeberinnen nahmen das offensive Spiel der Norddeutschen an und versuchten mit allen Mitteln die Abwehr zu knacken, zunächst mit Erfolg. Anika Niederwieser netzte aus dem Rückraum zum 4:4 ein. Das Anrennen des THC gegen die Abwehr verschaffte den Gästen viel Platz und sie bestraften die Ballverluste sofort.
Nach elf Minuten bat Dirk Leun seine Mannschaft beim Stand von 4:6 zum Gespräch. Ein Wechselfehler des BSV brachte den Thüringer HC ins Überzahlspiel. Labrina Tsakalou kam zum Einsatz und verkürzte zum 5:6. Nach 15 gespielten Minuten erzielte Asli Iskit von der Strafwurflinie den erneuten Ausgleich – 6:6, die Gäste fanden sofort die Antwort. Ein verwandelter Strafwurf brachte die norddeutschen Gäste wieder zwei Tore vor. Die Führung des BSV festigte sich. Der THC fand nicht die richtigen Mittel, um das schnelle Umschaltspiel der Gäste zu brechen, immer wieder legte die Damen aus Niedersachsen vor. Einen guten Start in die Begegnung zeigte Miranda Schmidt-Robben nach ihrer Einwechslung, zwei Tore in Folge hielten den Thüringer HC in Schlagdistanz.
In der Schlussphase der ersten Spielhälfte taten sich beide Teams schwer, der BSV mit einfachen Ballverlusten, auf der Gegenseite scheiterten zuerst Labrina Tsakalou, dann Lydia Jakubisova völlig frei vor dem gegnerischen Tor. Entsprechend unzufrieden zeigte sich Herbert Müller über sein Team zur Halbzeitpause beim Stand von 9:13. Irma Schjött startete in die zweite Halbzeit mit einer sehenswerten Parade, dazu kam der 10. Treffer erneut durch Asli Iskit. Die Gäste blieben mehr als sieben Minuten ohne Torerfolg, aber auch der THC zog für sich keinen Vorteil daraus. Auf beiden Seiten wurden die Bälle leichtfertig verspielt, die Torerfolge blieben aus.
Nach einer Balleroberung dann das präzise Zuspiel von Lydia Jakubisova auf Yuki Tanabe, die schloss den Tempogegenstoß erfolgreich ab – 11:13. Der BSV kam erst in der 37. Minute durch Treffer von Annika Lott zum ersten Torerfolg nach dem Wiederanpfiff und baute in weniger als einer Minute die Führung zum 11:15 aus. Mit dem schnellen und aggressiven Umschaltspiel der Gäste kam der Thüringer HC einfach nicht zurecht. Irma Schjött verhinderte über die gesamte Spielzeit einige Treffer, was das Spiel lange offen hielt. In der 43. Minute hatte Herbert Müller genug gesehen, ein Team Timeout sollte etwas Ruhe und Ordnung ins Spiel bringen. Yuki Tanabe schloss nach der kurzen Pause zum 13:17 ab. Der THC versuchte das Spiel mit der siebten Feldspielerin, das leere Tor der Gastgeberinnen nahm Annika Lott, die in der kommenden Saison für die Thüringerinnen aufläuft, dankend an und erhöhte zum 13:19.
Etwas mehr als zehn Minuten waren noch zu spielen, als Lydia Jakubisova einen Tempogegenstoß zum 16:20 abschloss. Das allein reichte nicht gegen das hochmotivierte Team des Buxtehude SV, die ihren vierten Tabellenplatz mit allen Mitteln verteidigten. Beim Stand von 17:23 zog Herbert Müller noch einmal die grüne Karte und untermauerte damit den Redebedarf mit seiner Mannschaft. Doch er schaffte es nicht, sie für die Crunchtime besser aufzustellen. Mit einfachen Treffern bauten die Gäste ihre Führung weiter aus und der THC machten es ihnen mit seinem fehlerhaften und ungenauen Spielaufbau einfach. Buxtehude bestrafte alle Stellungsfehler in der Abwehr sofort und da war der Endstand von 20:29 auch gerechtfertigt. Für die nächsten anstehenden Aufgaben muss sich der Thüringer HC ganz schön strecken, wenn man das Ziel, einen internationalen Startplatz zu erreichen, schaffen will. Es gibt viel zu tun für den Trainer und seine Mannschaft.

Statistik:

Thüringer HC:
Carmen Berndt, Irma Elisabet Schjött; Annika Meyer 2, Yuki Tanabe 3, Dominika Zachova, Asli Iskit 4/3, Anika Niederwieser 2, Labrina Tsakalou 2, Lydia Jakubisova 1, Johanna Reichert, Kim Braun, Jennifer Rode 2, Miranda Schmidt-Robben 4.

Buxtehuder SV:
Lea Rühter, Katharina Filter; Liv Charlotte Süchting 3, Johanna Heldmann, Lisa Antl 2, Maxi Mühlner 1, Mailee Winterberg 1, Meret Ossenkopp 2, Charlotte Kähr 10/2, Annika Lott 8/1, Lucia Kollmer, Teresa von Prittwitz 2. Strafwürfe: 3/3 – 3/3. Zeitstrafen: 2 – 4. Zuschauer: 631. Schiedsrichter: Julian Fedtke/Niels Wienrich.

Bericht: Bernd Hohnstein/Andreas Hofmann.

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