Im restlichen Schuljahr pädagogische Spielräume voll ausschöpfen

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Das Thüringer Bildungsministerium wird am 3. Juni 2021 die Thüringer Schulen noch einmal zum Umgang mit Lernstandserhebungen, Klassenarbeiten und Notengebung informieren. Ziel des Schreiben ist es, deutlich zu machen, dass im verbleibenden Präsenzunterricht des laufenden Schuljahres das Augenmerk aller Pädagoginnen und Pädagogen zuvorderst auf die pädagogische Gestaltung des wiederanlaufenden Präsenzunterrichts gerichtet und die bestehenden pädagogischen Spielräume voll ausgeschöpft werden sollten.

Dazu erklärt Bildungsminister Helmut Holter: „Wir wollen keinen Marathon von Klassenarbeiten und Leistungskontrollen, um auf Teufel komm‘ raus noch bis zum Schuljahresende möglichst viele Noten zu vergeben. Die Schülerinnen und Schüler sollen nach den wochen- oder oft auch monatelangen Phasen des Distanzunterrichts in diesem Schuljahr wieder gut in den Schulen ankommen. Die Zeit und Aufmerksamkeit für das gemeinsame Lernen sollen im Mittelpunkt stehen. Die Voraussetzungen nach dieser schwierigen Phase sind unterschiedlich. Das kann gar nicht anders sein. Ich weiß, dass die allermeisten unserer Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen nun mit dieser Situation in bestem Sinne pädagogisch umgehen und den Schülerinnen und Schülern Lernfreude vermitteln, sie motivieren und stärken. Aber ich möchte auch die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren: Wer in dieser Lage nur auf Noten schaut und allein daran den Aufholbedarf festmacht, verkennt die Lage und nimmt die vielen anderen Möglichkeiten, die den Schulen zur Verfügung stehen, nicht ausreichend wahr. Entwicklungsgespräche, Zielvereinbarungen, offene Aufgabenformate – es gibt noch viele weitere pädagogische Werkzeuge, um Leistung und Leistungsbereitschaft zu fördern und gleichzeitig individuelle Aufholbedarfe zugewandt zu identifizieren und anzugehen. Es geht um eine angemessene, individuelle und passfähige Lernstandsanalyse, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern und Eltern. Eine Klassenarbeit ist dafür nicht immer die beste Lösung. Ich werbe darum, den Notendruck für Schülerinnen und Schüler in den verbleibenden Wochen möglichst gering zu halten.“

Für Thüringer Schulen gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Notendruck im Unterricht angesichts der aktuellen Umstände abzumildern. So haben Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, auf Klausuren und Tests zu verzichten, wenn bereits eine Zeugnisnote pädagogisch vertretbar gebildet werden kann. Die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, ihre Zeugnisnote noch zu verbessern, sollte ihnen trotzdem auf geeignete Weise gegeben werden. Während des Distanzunterrichts nicht durchgeführte Leistungsnachweise nachzuholen, ist ausdrücklich nicht das Ziel der bis Schuljahresende verbleibenden Unterrichtszeit.

Hintergrund:

· Das Bildungsministerium plant zur Bewältigung von Lernrückständen umfangreiche Programme. Im ersten Schritt sollen in den Sommerferien an den Schulen bildungsunterstützende Angebote stattfinden (vgl. Medieninformation vom 11. Mai 2021). Für das kommende Schuljahr ist die Bewältigung von heterogenen Lernständen eine der zentralen Herausforderungen. Bund und Länder werden dazu ein Sonderprogramm in Höhe von bundesweit zwei Milliarden Euro für den Bereich Bildung und Jugend umsetzen.

· Empfehlungen des TMBJS zur Leistungseinschätzung im Distanzunterricht vom 17. Februar 2021

· Leitfaden zum Umgang mit heterogenen Lernständen vom 30. April 2021

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