IG Metall fordert Gesetz für befristete Teilzeit und ein Rückkehrrecht in Vollzeit

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Frankfurt am Main – Die IG Metall hat die Koalitionsparteien aufgefordert, das Recht auf befristete Teilzeit und ein Rückkehrrecht in Vollzeit unverzüglich nach der Regierungsbildung umzusetzen. „Diese wichtigen Gesetzesvorhaben stehen seit fünf Jahren in einem Koalitionsvertrag. Nun schon zum zweiten Mal. Passiert ist bisher nichts, viele Frauen hängen noch immer in der Teilzeitfalle fest. Das ist ein Armutszeugnis“, sagte Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, anlässlich des Internationalen Frauentages (8. März) am Mittwoch in Frankfurt.

„Das Rückkehrrecht muss endlich gesetzlich verankert werden, damit Frauen die gleichen Karrierechancen wie Männer haben. Wer unfreiwillig in Teilzeit arbeitet, verdient weniger und hat später auch eine deutlich geringere Rente“, betonte Benner. In der Beschäftigtenbefragung der IG Metall gaben 29 Prozent der Teilzeitbeschäftigten an, dass ihr Arbeitgeber den Wunsch, in Vollzeit zurückzukehren, ablehne. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes arbeiten 1,44 Millionen Beschäftigte in Deutschland unfreiwillig in Teilzeit, vor allem Frauen. „Viele Arbeitgeber beklagen einen Fachkräftemangel. Wer Teilzeitbeschäftigte wieder Vollzeit arbeiten lässt, kann diese Lücke schließen“, sagte die Zweite Vorsitzende der IG Metall.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein im Kampf für Gleichstellung ist das Wahlrecht für Frauen. Vor 100 Jahren setzten Frauen in Deutschland das Recht durch, zu wählen und sich selbst wählen zu lassen. Das gilt auch für die zweitgrößte demokratische Wahl in Deutschland, die seit 1. März bis 31. Mai stattfindenden Betriebsratswahlen. Benner rief alle Beschäftigten dazu auf, von ihrem aktiven Wahlrecht Gebrauch zu machen: „Für eine moderne Arbeitswelt müssen auch Betriebsratsgremien und Jugend- und Auszubildendenvertretungen weiblicher werden. Nur so kann es gleiche Entwicklungschancen, Entgeltgerechtigkeit sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf geben. Wir werden in den Betrieben weiter darauf drängen.“

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