IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Einkommen für die Beschäftigten der westdeutschen Bekleidungsindustrie

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Darmstadt – Die IG Metall hat vor Beginn der Tarifrunde für die knapp 100.000 Beschäftigten in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie eine Erhöhung der Löhne und Gehälter sowie der Ausbildungsvergütungen von 5,5 Prozent gefordert. Außerdem soll der Tarifvertrag zur Altersteilzeit verlängert, finanziell verbessert und der Kreis der Anspruchsberechtigten (Quote) erweitert werden. „Die Forderung ist fair, bezahlbar und zukunftsorientiert. Nur Marken zu finanzieren reicht nicht, man muss auch in die Menschen investieren“, sagte Manfred Menningen, Verhandlungsführer der IG Metall, am Donnerstag in Darmstadt. „Mit Blick auf die demografische Entwicklung in der Branche ist eine Erhöhung der Altersteilzeitquote zu verbesserten Bedingungen gerade für viele Beschäftigte unverzichtbar. Der Altersdurchschnitt ist in der Branche weiterhin hoch. Die Aufzahlung durch die Arbeitgeber muss erhöht werden, damit sich die Kolleginnen und Kollegen die Altersteilzeit auch leisten können.“

Neben einer angemessenen Entgelterhöhung sollen Beschäftigte die Wahloption erhalten, statt Einkommenserhöhungen zusätzliche freie Tage nehmen zu können. Dazu fordert die IG Metall die Arbeitgeber zu Gesprächen auf. Denn einerseits werde den Beschäftigten hohe Flexibilität am Arbeitsplatz abverlangt, andererseits veränderten sich die Anforderungen der Beschäftigten an ihre Arbeitszeit, um Arbeit und Leben besser vereinbaren zu können. „Gerade zur Fachkräftesicherung braucht es moderne und attraktive Angebote zur Gestaltung der eigenen Arbeitszeit. Arbeitgeber, die sich modernen Arbeitszeitinstrumenten verweigern, werden schon morgen ohne Fachkräfte dastehen“, betonte Menningen. Die deutsche Textilindustrie ist eine hochmoderne Industrie, zu der auch leistungsfähige Zulieferer für die Auto- und Luftfahrtindustrie gehören. Darüber hinaus ist die Branche führend bei der Herstellung sogenannter technischer Textilien. Aber auch die sich immer noch im Strukturwandel befindende Bekleidungsbranche braucht attraktive tarifliche Angebote zur Fachkräftesicherung.

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