IG Metall erhöht Druck mit ganztägigen Warnstreiks in rund 100 Betrieben

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Frankfurt am Main – In der Metall- und Elektroindustrie wurden heute die bundesweiten ganztägigen Warnstreiks fortgesetzt. In rund 100 Betrieben mit rund 125.000 Beschäftigten stand die Produktion still. Zu ersten Arbeitsniederlegungen kam es teilweise bereits am Mittwochabend mit Beginn der Nachtschicht.

„Die beeindruckende Beteiligung der Belegschaften an den ganztägigen Warnstreiks zeigt, dass sich die Beschäftigten in dieser hervorragenden wirtschaftlichen Situation nicht mit Brosamen abspeisen lassen. Die Arbeitgeber müssen ihr Angebot deutlich nachbessern – beim Geld, beim Anspruch auf eine befristete Reduzierung der Arbeitszeit und beim Zuschuss für Kindererziehung, Pflege oder Schichtarbeit. Nur dann ist eine Rückkehr an den Verhandlungstisch möglich“, sagte Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, am Donnerstag in Frankfurt.

Im Hinblick auf die von den Arbeitgebern eingereichten Klagen sagte Benner: „Die Arbeitgeber sind bisher mit ihren juristischen Ablenkungsmanövern gescheitert. Schon in zwei Eilverfahren haben Arbeitsgerichte den Antrag auf Untersagung unserer ganztägigen Warnstreiks zurückgewiesen. Tarifpolitik gehört eben an den Verhandlungstisch und nicht vor Gericht.“

In Baden-Württemberg gab es ganztägige Warnstreiks in 23 Betrieben mit 30.000 Beschäftigten. Der Schwerpunkt lag bei den Automobilzulieferern. Bestreikt wurden Bosch und Automotive Lightning in Reutlingen, Mahle in Markgröningen und Getrag Magna Powertrain in Rosenberg.

In Nordrhein-Westfalen ruhte in 22 Betrieben mit rund 28.000 Beschäftigten die Produktion. Landesweit lag der Schwerpunkt auf der Automobil- und Zulieferindustrie. Zu den bestreikten Betrieben gehörte Ford in Köln mit rund 17.000 Beschäftigten.

In Bayern standen heute in 18 Betrieben mit 23.000 Beschäftigten die Bänder still. An den ganztägigen Warnstreiks beteiligten sich unter anderem Werke von Bosch Rexroth, Mahle Behr, Schaeffler und Federal Mogul. In Augsburg sprach Jürgen Kerner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, zu den Beschäftigten von Renk.

Im IG Metall-Bezirk Küste sorgten mehr als 16.000 Beschäftigte dafür, dass in 6 Betrieben die Produktion still stand. Bei Daimler in Bremen legten 12.000, bei Mercedes-Benz in Hamburg 2.200 Beschäftigte die Arbeit nieder.

Im Bezirk Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen) wurde in 18 Betrieben mit 16.000 Beschäftigten nicht produziert. Zu den bestreikten Betrieben gehörten Ford in Saarlouis, Schaeffler in Homburg und ThyssenKrupp Rasselstein in Andernach.

Im IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen ruhte in mehreren Betrieben mit rund 7.000 Beschäftigten die Produktion. In Brandenburg redete Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, zu den Beschäftigten von ZF Brandenburg.

Im Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt legten knapp 5.000 Beschäftigte in 7 Betrieben die Arbeit nieder. Der größte bestreikte Betrieb war VW Osnabrück mit rund 2.800 Beschäftigten. Dort sprach Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, zu den Warnstreikenden.

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