Herdenschutzhunde müssen im Ohrdrufer Wolfsgebiet Pflicht werden

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NABU Thüringen fordert vom Land mehr Unterstützung beim Herdenschutz

Jena – Nach den jüngsten Rissen von Schafen durch Wölfe im Bereich des Standortübungsplatz Gotha/Ohrdruf müssen die dortigen Schäfer in die Pflicht genommen werden. Wer am Tierwohl interessiert ist, der muss laut NABU Thüringen im Ohrdrufer Wolfsgebiet mit Herdenschutzhunden arbeiten.

Die Naturschützer bemängeln zudem die unseriöse Berichterstattung. Wer den Ort der Risse als „Tatort“ und „Schlachtfeld“ beschreibt, der blendet die natürlichen Lebensweisen von Beutegreifern komplett aus. Wölfe müssen Tiere töten, um zu überleben. Die Schäfer in Gebieten, in denen Wölfe vorkommen, wissen das schon seit vielen Jahren. Bis heute setzen die immer wieder durch Übergriffe betroffenen Schäfer, allerdings keinen ausreichenden optimalen Schutz um, nämlich Herdenschutzhunde. Das Land Thüringen übernimmt die Kosten für die Anschaffung und Ausbildung dieser Tiere.

„Der NABU Thüringen versteht natürlich auch die Weidetierhalter, die um ihr Überleben kämpfen und für die jeder zusätzliche Aufwand auch Kosten verursacht. Deshalb müssen zukünftig, neben den Anschaffungskosten, auch die Unterhaltskosten für Herdenschutzhunde gefördert werden“, fordert Silvester Tamás, der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs beim NABU Thüringen. Allerdings kann die vollständige Übernahme der Unterhaltungskosten für Herdenschutzhunde kein Ersatz für eine vernünftige Grundförderung der Landschaftspflege sein.

Zudem sollte man die Verluste der einzelnen Schafe sachlich betrachten. Zum Beispiel zeigen Zahlen aus Hessen, dass im Schäferalltag jährlich etwa 15.000 Schafe verenden und das nicht im Schlachtbetrieb.

Das Problem der Schäfer ist nicht der Wolf. Wenn in Zukunft die Vielfalt unserer Kulturlandschaft erhalten bleiben soll, dann braucht es laut NABU Thüringen eine grundsätzlich neue Fördermittelpolitik in der Europäischen Union, die insbesondere den Natur- und Artenschutz fördernde Landwirtschaftsbetriebe, wie unter anderem die Schäfer unterstützt. Die gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) darf nicht länger Milliarden an Steuergelder verschwenden, die nachgewiesenermaßen die Natur und Artenvielfalt zerstören. Öffentliche Gelder müssen in Zukunft nur noch für öffentliche Leistungen ausgegeben werden, zu denen auch eine intakte Natur und eine gesunde Artenvielfalt zu der auch der Wolf gehört.

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