Harzer Falken unterliegen dem Spitzenreiter aus Hannover

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Vor der Saison-Rekordkulisse von 1.270 Zuschauern war der Tabellenführer Hannover Indians insgesamt dann doch eine Nummer zu groß für die Harzer Falken und nachdem man im 1. Drittel nochmal stark zurückgekommen war, hieß es am Ende 3:7 (2:2; 1:4; 0:1) für die Gäste aus der Landeshauptstadt.

Natürlich hatte man sich nach der großartigen Leistung am Wochenende zuvor gegen Leipzig, wo man als Sieger vom Eis gehen konnte, zumindest ein besseres Ergebnis erhofft. Doch Trainer Arno Lörsch resümierte nach dem Spiel „Um ein solches Spiel abzuliefern muss in jedem Mannschaftsteil alles zu 100 Prozent passen. Das war heute nicht so und dann wird es gegen einen verdienten Tabellenersten aus Hannover halt sehr schwer.“ Und so waren es dann auch die individuellen Fehler, die sich durch das Spiel zogen und von den Indians teilweise gnadenlos ausgenutzt wurden. Angefangen bei Fabian Hönkhaus im Harzer Tor, der in einigen Phasen nicht so sicher schien, wie noch in den vergangenen Spielen und beim 0:1 ins kurze Eck und dem späteren 2:3, wo ihm der Puck durch die Schoner rutschte, etwas unglücklich aussah. Hinüber zur Verteidigung, in der vor allem der bislang so starke Zach Josepher einige Zweikämpfe nicht bestehen konnte und zudem diverse Fehlpässe ablieferte. Bis hin zum Sturm, in dem Tryout Geordie Wudrick, der gegen Leipzig noch den so wichtigen Ausgleich geschossen hatte, keine offensiven Akzente setzen konnte und dem Gegner in puncto Geschwindigkeit weit hinterherlief.

Doch gerade im 1. Drittel muss man dem Harzer Team ein dickes Lob aussprechen. Denn nachdem Hannover bereits mit 0:2 davongezogen war und optisch bis zu diesem Zeitpunkt klar überlegen war und die Harzer Fans schon mit dem Schlimmsten rechneten, zeigten die Falken eine ganz große Portion Herz und belohnten sich auch dafür. Es waren exakt 12 Minuten gespielt, als Patrick Dzemla eine Unachtsamkeit der Hannoveraner Defensive hinter dem Tor nutzte, sich vor das Tor kämpfte und Max Bauer Indians-Schlussmann Golombek den Puck zum 1:2-Anschlusstreffer durch die Beine schob. Und scheiterte Artjom Kostyrev zwei Minuten später noch an dem unsicheren Golombek, der den Schuss über die Fanghand rutschen ließ, aber so noch knapp über das Tor lenkte, machten es die Falken in der 17. Minute wesentlich besser. Mit einem tollen Aufbaupass schickte Nico Ehmann Louis Trattner auf der rechten Seite auf die Reise und der trieb den Puck nicht nur ins gegnerische Drittel, sondern legte auch noch ganz stark auf Artjom Kostyrev ab, der dieses Mal besser zielte und den vielumjubelten Ausgleich erzielte. Die Harzer Falken waren wieder im Spiel, hatten aber 10 Sekunden vor Drittelende nochmal Glück, als die Indians in Überzahl nur die Latte trafen.

Und auch zu Beginn des 2. Drittels sah es so aus, als könnten die Harzer diesem Spiel noch ihren Stempel aufdrücken. Bis zur besagten 26. Minute, als ein verdeckter Flachschuss von der blauen Linie irgendwie den Weg durch die Schoner von Hönkhaus fand und ins Tor trudelte. Ein Treffer, den die Falken noch gut wegstecken konnten. Denn was folgte war nicht etwa ein Hannoveraner Feuerwerk, sondern vielmehr prüften Louis Trattner, Artjom Kostyrev und Dennis Gulda nochmal den für Golombek mittlerweile in das Hannoveraner Tor gewechselten Kevin Beech, der vor allem bei der Chance von Kostyrev eine Großtat vollbrachte und seinen Mitspielern auch im weiteren Spielverlauf die nötige Sicherheit geben sollte. Und als dann Andreas Morczinietz die Indians mit einem Doppelschlag auf 2:5 davonziehen ließ, war dies schon so etwas wie die Entscheidung. Zwar legte der an diesem Abend sehr gute Nico Ehmann in der 34. Minute mit einem platzierten Schuss in den linken oberen Winkel nochmal zum 3:5 nach. Doch mehr und mehr merkte man den Falken an, dass das lauf- und kampfintensive Spiel gegen einen Gegner, der nicht nur mit individuell starken Spielern wie dem schnellen und zweikampfstarken Brent Norris oder dem Hirn des Teams Branislav Pohanka glänzt, sondern als Team überragend funktioniert und dann ein solches Spiel auch erfolgreich abschließt.

Und es spricht für die Moral des Falkenteams, dass man sich auch im letzten Drittel mit aller Kraft gegen die Niederlage wehrte und den Indians so nur noch ein Tor gelingen sollte, als eben dieser Brent Norris eine Vorlage von hinter dem Tor eiskalt und direkt einnetzte. Doch auch die Falken kamen noch zu diversen Gelegenheiten durch Patrick Dzemla, Dennis Gulda, Geordie Wudrick und Richard Zerbst. Letztgenannter sollte dann auch deutlich hervorgehoben werden. Denn was Richard Zerbst an diesem Abend für ein Laufpensum absolvierte und so für Torgefahr im Hannoveraner Drittel sorgte, aber auch durch starkes Backcheck die Harzer Defensive mit unterstütze, war sehr auffällig und erwähnenswert. Doch eigentlich kann man keinen im Team der Falken einen Vorwurf machen. Denn man hat an diesem Abend einen aufopferungsvollen Kampf geliefert. Einem Abend an dem am Ende der Tabellenvorletzte gegen den Tabellenersten drei Tore geschossen hat, dem Gegner zumindest zeitweise ein Spiel auf Augenhöhe bot, nach einem 0:2-Rückstand wieder zurückgekommen ist und letztendlich dem hohen Aufwand Tribut zollen musste. Positive Aspekte, die man nun in die nächsten Spiele transportieren und aus den Fehlern lernen muss. (Hei)

(Photo: TKH Photography)

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