Harzer Falken gegen die Hannover Indians und in Erfurt

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Am kommenden Wochenende steht zunächst ein Klassiker an, wenn die Hannover Indians am Freitag um 20:00 Uhr ihre Visitenkarte im Braunlager Wurmbergstadion abgeben. Zwei Tage später reisen die Harzer Falken dann nach Erfurt, wo es um 16:00 Uhr zu dem Duell mit den TecArt Black Dragons kommt.

Doch zunächst einmal sind alle Augen auf die Partie gegen die Landeshauptstädter gerichtet. Denn nach dem furiosen Spiel am letzten Wochenende gegen Leipzig, welches die Falken mit 4:3 für sich entscheiden konnten, hofft man natürlich auf der sportlichen Seite, dass die Spieler dieses Positiverlebnis mit in die Partie nehmen und in ordentlich Selbstbewusstsein umwandeln können. Und auf der anderen Seite erhoffen sich die Verantwortlichen der Harzer Falken auch ein entsprechendes Feedback der Fans, welches mit einer Zuschauerzahl im vierstelligen Bereich einhergehen sollte. Zumal die Hannover Indians sehr reisefreudige Fans haben, die das Wurmbergstadion zusätzlich in großer Zahl füllen dürften.
Aber vor allem sportlich hat diese Partie ihren ganz besonderen Reiz. Nicht ganz einen Monat ist es her, als die Harzer Falken als Underdog an den Pferdeturm gereist waren und das scheinbar völlig überraschte Team der Indians im 1. Drittel geradezu an die Wand spielte. Zwar sollte das Spiel am Ende nach einer 0:1-Führung der Harzer noch 4:1 verloren gehen, doch man hatte erstmals gezeigt, wozu dieses Team in der Lage sein konnte. Nun wird Trainer Lenny Soccio seine Jungs sehr wahrscheinlich ganz anders auf das Spiel im Harz vorbereitet haben und ganz bestimmt werden die Falken nach diversen Achtungserfolgen und vor allem dem Sieg gegen Leipzig nicht mehr unterschätzt. Denn man bekommt es hier auch mit dem neuen Spitzenreiter der Oberliga Nord zu tun. In einem überragenden Eishockeyspiel gegen die Tilburg Trappers am vergangenen Wochenende holten sich die Indians mit einem 6:5-Erfolg in der Overtime nicht nur eine Menge Euphorie ins Haus, sondern eben auch die nötigen Punkte für den Platz an der Sonne – sprich den 1. Platz. Und auch wenn man zwischenzeitlich angesichts der Ergebnisse der letzten Wochen noch manchmal den Eindruck hat, dass einige Vereine sich noch nicht so recht gefunden haben, ist dieser Tabellenplatz ganz bestimmt kein Zufallsprodukt, sondern Ergebnis einer überaus homogenen Mannschaft, aus der die beiden Kontingentspieler Brent Norris (9 Tore und 14 Torvorlagen) und Branislav Pohanka (9 Tore und 9 Torvorlagen) nochmal individuell herausstechen. Allerdings bezahlten die Indians den Sieg gegen Tilburg auch teuer. Denn Nickolas Bovenschen und Robert Peleikis sind für das Spiel in Braunlage gesperrt und so fehlen Trainer Soccio gleich zwei robuste Spieler in der Defensive. Sicherlich kein Nachteil für die Harzer Falken. Denn vor allem Peleikis, der sich zwischendurch immer mal wieder gerne zum „Bad Boy“ macht, besitzt neben der körperlichen Komponente auch einiges an spielerischer Klasse.

Spielerische Klasse, die auch der Sonntagsgegner aus Erfurt durchaus aufzuweisen hat. Siege gegen Hamburg, Halle, Essen und die Hannover Scorpions sowie der daraus resultierende 8. Tabellenplatz zeugen von eben dieser Klasse der Thüringer. Und hier hat sich bislang einer in den Vordergrund gespielt, der bereits in den letzten Spielzeiten sein großes Talent hat aufblitzen lassen. Doch diese Saison scheint der Knoten bei dem 23-jährigen Reto Schüpping so richtig geplatzt zu sein. 10 Tore und 8 Torvorlagen in 10 Spielen sprechen da eine recht deutliche Sprache. Und dann ist da mit Michal Vazan (6 Tore und 10 Torvorlagen) noch einer, der die Harzer Falken schon in den letzten Jahren gerne geärgert und ihnen den letzten Punch gegeben hat.

Doch die Harzer Falken 2018/2019 sind andere als noch in den letzten Spielzeiten. Und so will man gar nicht darüber nachdenken, wie die Partien vor allem in Erfurt in den letzten Jahren gelaufen sind, sondern selber ein neues Kapitel aufschlagen. Dabei hat vor allem das letzte Spiel gegen Leipzig gezeigt, dass man sich in der ohnehin soliden Defensive nochmal weiterentwickelt hat und man auch gegen ein laufstarkes Team wie Leipzig oder eben auch die Hannover Indians, sicher stehen kann. Dazu hat sich nun am letzten Sonntag der Torsegen und natürlich auch ein wenig das Glück eingestellt, welches gegen die beiden kommenden Gegner unbedingt benötigt wird. Denn mit eben diesen beiden Komponenten wäre auch am Pferdeturm vielleicht etwas mehr drin gewesen. Ein Konjunktiv, das die Harzer Falken nur zu gerne eliminieren wollen. (Hei)

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