Handball – Ergebnisse vom Wochenende

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Nach dem Ausfall des Wertungsturnieres der männlichen Jugend D in Nordhausen wurde in der Ballspielhalle nur ein Spiel angepfiffen. Die Partie der Männer gegen Schnellmannshausen ließ jedoch die Hallen beben. Auswärts musste sich der Nachwuchs beweisen. Die weibliche Jugend C in Werratal und die männliche Jugend E in Krölpa.

Landesliga Männer // Nordhäuser SV – SG Schnellmannshausen 30:29
Ein echtes Spitzenspiel fand am Samstag zwischen den beiden Kontrahenten aus Nordhausen und Schnellmannshausen in der Ballspielhalle statt. Die Gastgeber durchliefen dabei Höhen und Tiefen und sicherten nach 60. überaus turbulenten und kräftezerrenden Minuten den verdienten Sieg.

Länger hätte die Partie auch nicht gehen dürfen. Nordhausen hatte in der Schlussphase alle Kräfte aufgebraucht und die letzten Bemühungen der SG mit Geschick und ein wenig Glück abgewehrt.

Vorausgegangen war ein Schlagabtausch, der zugleich zu einem kurzweiligen Handballspielabend mutierte. Auch wenn nach Abpfiff vielleicht etwas zu viel Farbe und Zwangspausen im Spiel waren, übermäßig unfair ging es nicht auf dem Parkett nicht zu.

Der Anpfiff war kaum verklungen da das stand es auch schon 0:2 gegen den NSV. Schnellmannshausen spritzig, schnell und gedanklich immer ein Schritt schneller. Für Nordhausen, die mit einer doch beachtlichen Ausfallliste ins Rennen gingen, sah es zu diesem Zeitpunkt nicht gut aus. Auch der Anschlusstreffer durch Tim Hendrich zum 2:3 in der 5. Spielminute konnte darüber nicht hinweg täuschen. Nordhausen fand nichts ins Spiel und ihr Rückstand vergrößerte sich.

In der 9. Minute der erste große Aufreger, der die Halle zum Kochen brachte. Einen verunglückten NSV Angriff nutzte die SG zum Konter. Stefan Fuhrmann, nicht unbedingt bekannt für übertriebene Härte, versuchte zu klären. Geschickt klemmte der SG Spieler den Arm des Nordhäusers ein worauf beide Spieler direkt mit dem Parkett Bekanntschaft machten. Die Schiedsrichter sahen ein klares Foul beim Nordhäuser und zeigten Rot. Eine harte Entscheidung bei der sich viele etwas mehr Fingerspitzengefühl von den beiden Referees gewünscht hätten.

Der NSV taumelte und in den folgenden Minuten, es drohte sogar ein Desaster. Bis auf 3:9 gerieten sie in Rückstand. Eigentlich ein Vorsprung den sich keine Spitzenmannschaft mehr nehmen lässt. Eine Auszeit sollte es richten. Die Ansprache selbst bleibt wohl ein Geheimnis der Mannschaft, das Ergebnis versetzte die Halle in erstaunen.

Der am Ende treffsicherste Nordhäuser (10), Matthias Thiele, eröffnete die Aufholjagt. Die SG stakt beeindruckt, Nordhausen wie ausgewechselt. In der 17. Spielminute beim Stand von 8:10 der nächste Schock. Nordhausen im Angriff, die Ballstafette endet bei Normen Bischoff. Dieser wird am Hals geklammert, beide Spieler fallen zu Boden. Auch hier sahen die Schiedsrichter aus Mühlhausen einen Regelverstoß, allerdings nur vom Nordhäuser. Die Folge Rot und wieder einer weniger.

Trotz des erneuten Rückschlages ließen die Hausherren in ihren Bemühungen nicht nach. Tim Hendrich mit 9:10 und Marcel Effenberger-Kiel ließ es sich nehmen den Ausgleich zum 10:10 zu erzielen. Als dann Maximilian Hund und Mathias Thiele die 12:10 Führung erzielten gab es kein Halten auf den Tribünen.

Die Aufholjagt wurde belohnt, doch die Kraftreserven schwanden Zusehens. Die SG eröffnete früh in der 24. Spielminuten den Endspurt, mussten sie auch. Nordhausen spielte wie im Rausch. Nicht schön aber extrem effektiv. Im Angriff mit einfachen Treffern und das Abwehrbollwerk hielt Sören Ahlert mit zum Teil spektakulären Paraden zusammen.

Den Ausgleich (13:13) der Gäste in der 27. Spielminute vermochten sie dennoch nicht zu verhindern. Eine Minute später drehte sich wieder das Bild auf dem Parkett und Führung auf der Anzeigetafel. Den Etappensieg erkämpfte dann wieder Effenberger-Kiel 8 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff beim 17:16 für sein Team. Die Zuschauer sahen bis dahin zwei Teams die an ihre Grenzen gingen und den beiden Schiedsrichtern oftmals nur einen engen Spielraum zur schnellen Entscheidungsfindung gaben.

Nach Anpfiff der zweiten 30 Minuten wartete man auf den kräftemäßigen Bruch beim NSV. Schnellmannshausen zog zunächst das Tempo an. Mehr als eine Führung mit einem Treffer (17:18) sprang aber nicht heraus. Die Hausherren holten sich diese, wiederum durch Tim Hendrich, zurück und legten vor. Gewissermaßen am Ende der Kräfte legten sie zum Entsetzen der Gäste dennoch weiter vor.

Ein Doppelschlag von Phillip Keil und Lukas Stolze zum 23:20 machte die Verwirrung perfekt. Zu diesem Zeitpunkt lagen noch lange 15 Spielminuten vor den Akteuren. Die Gäste fingen an Nervös zu werden. Spielten angesichts der drohenden Niederlagen überhastet. Viele Fahrkarten und technische Fehler waren die Folge.

Beim Stand von 29:27 wurde 5 Minuten vor Abpfiff der Schlussspurt eingeläutet. Die SG verkürzte auf 29:28. Die Partie brauchte weitere 3:30 Minuten damit sich der nächste Spieler in die Torschützenliste eintragen konnte. Matthias Thiele krönte seine hervorragende Leistung mit seinem 10. Treffer, zugleich 30. Treffer seiner Mannschaft. Zu spielen nur noch 54 Sekunden. Schnellmannshausen war zu diesem Zeitpunkt schon in die offensive Deckung übergegangen. Mehr als den Anschlusstreffer ließ Nordhausen nicht zu und gewann 30:29.

Wo das NSV Team die Kraft zum Jubel nach dem Abpfiff her nahm bleibt ein Rätsel. Schnellmannshausen hingegen trauerte zwei vergebenen Punkten hinterher. Die Partie hatte allen Akteuren einschließlich Schiedsrichter alles abverlangt.

Aus Sicht der Südharzer beeindruckte die Mannschaftsleistung selbst. Ob Vorbereiter, Vollstrecker oder Torwart sie war von Schnellmannshausen nicht zu toppen.

Steven Balik/ Stefan Fuhrmann/ Lucas Seidenstücker/ Phillip Keil 2/ Tim Hendrich 5/ Normen Bischoff 1/ Ricardo Seeger 2/ Sören Ahlert/ Marcel Effenberger-Kiel 7/ Matthias Thiele 10/ Christian Knolle/ Maximilian Hund 1/ Lukas Stolze 2/

Strafen: NSV 2 / 2 Rot SG: 6 / 2 Rot
Strafwürfe: NSV 3/3 SG: 4/3

Landesliga weibliche Jugend C // HSG Werratal – Nordhäuser SV 23:15
Nicht ganz so viel zum Jubeln gab es für Nordhausen in Werratal. Nach einer guten Anfangsphase verkrampften sie und gerieten zunehmend in Rückstand. Den Pausenrückstand von 8:13 vergrößerte sich im zweiten Spielabschnitt auf 23:15. So gilt auch nach diesem Spieltag, gut gespielt aber die Handbremse ließ sich auch diesmal nicht lösen.

Wertungsturnier männliche Jugend E // in Kölpa
Nordhausen führ mit viel Respekt zum Auswärtsturnier. Nicht unbegründet, denn die kleine Halle in Krölpa liegt ihnen überhaupt nicht. Mit den örtlichen Verhältnisse mussten allerdings alle zurechtkommen. Vor allem der HSV Suhl ließ sich nicht stören und schuppste Nordhausen vom Thron.

HSG Oppburg/Krölpa – Nordhäuser SV 4:7
Nordhäuser SV – HSG Suhl 2:5
Nordhäuser SV – ThSV Eisenach 4:5
Nordhäuser SV – HSG Oppburg/Kölpa 8:1
HSG Suhl – Nordhäuser SV 4:5
ThSV Eisenach – Nordhäuser SV 3:3

Nordhausen ließ Federn, liegt dennoch voll im Soll. Die ersten drei Teams sind bis auf drei Zähler zusammengerückt. Suhl 20:4, Nordhausen 19:5 und Eisenach 17:7. Dies verspricht Spannung für die kommenden Turniere.

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