Grünbrücken schützen Mensch und Tier

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NABU bedauert Verluste von Wölfen im Thüringer Straßenverkehr

Jena – Am 29.12.2018 ist bei einem Verkehrsunfall auf der A9 nahe Bad Klosterlausnitz ein Wolf ums Leben gekommen. „Der wiederholte tödliche Verlust eines Wolfes auf einer Thüringer Autobahn macht sehr deutlich, dass die Zerschneidung der Wildtierlebensräume eine Gefahr für die natürliche Zuwanderung von bedrohten und geschützten Arten darstellt“, sagt Silvester Tamás, der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs beim NABU Thüringen. „Dieser Vorfall ist sehr bedauerlich. Was wir in Thüringen dringend brauchen, sind geeignete Querungshilfen und Grünbrücken für Wildtiere.“ Bereits 2016 wurde eine junge Wölfin auf der A71 bei Sömmerda überfahren.

„Vermutlich handelt es sich bei der jüngst verunglückten Wölfin um ein Individuum, welches schon längere Zeit in der Region beobachtet worden ist“, berichtet Tamás. Der Saale-Holzland-Kreis erweist sich damit als der Landkreis mit den bislang meisten Wolfsnachweisen im Freistaat. „Das ist nicht ungewöhnlich, denn der Naturraum Saale-Holzland-Jena liegt nahe der Wolfsbundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt und verfügt darüber hinaus über zahlreiche Naturschutzgebiete, ehemals militärisch genutzte Truppenübungsplätze und große zusammenhängende Waldgebiete. Insbesondere hier ist jederzeit mit der Zuwanderung von Wölfen zu rechnen.“

Die Waldgebiete des Holzlandes werden gleichzeitig durch die massiv befahrenen Autobahnen A4 und A9 zerschnitten. Deshalb hatte sich der NABU bereits 2007 in seinem Bundeswildwegeplan dafür ausgesprochen, westlich und nördlich des Hermsdorfer Kreuzes Querungshilfen für Wildtiere in Form von Grünbrücken über den beiden Autobahnen einzurichten. „Passiert ist bislang noch nichts“, so der Sprecher des NABU. „Mit Blick auf den stetig zunehmenden Straßenverkehr und auf die Verkehrssicherheit erachten wir es für dringend notwendig, die im NABU-Bundeswildwegeplan empfohlenen Grünbrücken umzusetzen. Diese Bauwerke helfen nicht nur Wölfen, Luchsen oder Wildkatzen gefahrlos zu wandern, sondern fördern den notwendigen genetischen und ökologischen Austausch zwischen Wildtierlebensräumen. Ganz besonders helfen sie uns aber Gefahrstellen für Verkehrsunfälle zu entschärfen und auch Menschenleben zu retten.“

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