Großer Ansturm auf Tag der offenen Tür am Herder-Gymnasium

0

Schüler, Lehrer und Anwärter präsentierten ihre Schule und animierten zum Mitmachen und Fragen
Das Schulkonzept des Herder-Gymnasiums basiert auf dem schülerorientierten Prinzip. Die Schüler werden in den Lernprozess als aktive Kräfte einbezogen, lernen handelnd sowie praxisbezogen – und damit nachhaltig. Da sich kein Unterrichtsgegenstand für die Lerner aus dem Druck, sich damit beschäftigen zu müssen, erschließt, erweist sich diese Maxime als eine wichtige für den Lebensbezug einerseits und den Erkenntnisprozess andererseits. 
Das Prinzip der Schülerorientierung spiegelte sich auch am Samstag in den zahlreichen Angeboten zum Tag der offenen Tür in der Wiedigsburg wider. Schüler der verschiedenen Klassenstufen präsentierten einen Fachbereich, unterstützten die Lehrkräfte und luden die kleinen und großen Besucher zum Experimentieren und Mitmachen ein.

Ab 8.30 Uhr herrschte reges Treiben im Gymnasium: Zahlreiche Viertklässler erstürmten zuerst die Aula und wurden von Schulleiter Wilhelm König begrüßt. Der lud sie ein, die Angebote des Tages wahrzunehmen, sich auf Wissenswertes und Spektakuläres zu freuen, auch hinter die Kulissen zu schauen und sie bewegende Fragen zu stellen. Bevor die Räumlichkeiten des Schulhauses erobert werden konnten, spielten Schüler des Zweiges Darstellen und Gestalten für das Publikum und stellten verschiedene Schülertypen mit der Botschaft dar, dass es jeder schaffen kann, wenn er nur will. Anschließend gab es eine musikalische Einstimmung.

Wilhelm König hatte nicht zu viel versprochen. Wer karamelisiert schon daheim Marshmellows, stellt Bonbons her, verbrennt sprühend Stahlwolle oder Metallstifte und demonstriert eine Stoffumwandlung oder mikroskopiert Organismen wie Wasserflöhe oder kleine Flusskrebse? Die Station Mensch-Natur-Technik bot diese Möglichkeiten und stellte sich als ein Unterrichtsfach der Klassenstufe 5 vor und machte neugierig auf die ab Klasse 7 auf der Stundentafel stehenden Naturwissenschaften. Dass Brausetabletten beim Vermischen mit Wasser Gas erzeugen und Luftballone mit Essig und Backpulver wie von Geisterhand aufgeblasen werden können, demonstrierte die Chemie. Der mit Natrium erzeugte Feuerball sorgte für besonderes Erstaunen bei Jung und Alt. Die Aktiven an dieser Station bedienten dabei den typischen Spruch: Chemie ist, wenn es stinkt und knallt – und ließen staunende Besucher weitere Angebote im Haus ergründen. Die erst kürzlich an der Fachhochschule ausgezeichneten Preisträger von Jugend forscht des Gymnasiums machten mit ihren Beiträgen deutlich, dass in vielen Talente schlummern und der Alltag spannende Fragestellungen entwickeln hilft. Der Fachbereich Physik lud einmal mehr zum Mitmachen und Experimentieren ein.

It`s Magic lautete das Motto und enttäuschte nicht: 
Mit dem Atlas oder dem Globus Städte oder Urlaubsländer zu lokalisieren und geographische Besonderheiten abzulesen, ist für den Kundigen einfach, für die, die dieses Fach noch nicht belegen, eine Herausforderung. Und wenn dieses Unterrichtsfach weiterhin als ein Beispiel für die zweisprachige (bilinguale) Vermittlung in der Klassenstufe neun vorgestellt wird, erweist sich das als ein interessanter Ausblick. Ihr Vorwissen in der Fremdsprache Englisch konnten die jungen Teilnehmer an diesem Vormittag auch unter Beweis stellen und machten an einer nächsten Station regen Gebrauch davon. Des Weiteren erhielten Kinder und Angehörige Informationen über die am Herder-Gymnasium angebotene Sprachenanwahl sowie damit verbundene Aktivitäten der einzelnen Fremdsprachen, wie Projekte, Sprachreisen und Wettbewerbe. Wer sich sportlich betätigen wollte, war in der Sporthalle an der richtigen Stelle und konnte spielerisch olympische Höchstleistungen erbringen oder einfach den Geist der Olympischen Herder-Spiele einatmen. Die junge Generation war begeistert dabei, die angebotenen Disziplinen zu bewältigen. Eher künstlerisch Interessierte eroberten lieber den Bühnenraum oder nahmen die in Zusammenarbeit mit der Kunstschule entstandenen Theaterpuppen unter die Lupe. 


Die Schulsanitäter demonstrierten Maßnahmen der Ersten Hilfe, belebten wieder, verbanden und retteten mutige Gäste. Auch das Absetzen eines Notrufs konnte erprobt werden. 


Schüler informierten über die im Laufe der Schulzeit zu erstellende erste wissenschaftliche Arbeit im Seminarfach und führten Befragungen für das eigene Thema durch. Dass eine intensive Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Elternvertretung und Schülersprecher am Herder-Gymnasium nicht nur als wichtig, sondern auch als selbstverständlich angesehen wird, vermittelten die beiden Schülervertreter. Stolz sind sie auf selbst organisierte Themenversammlungen mit den Klassensprechern oder Workshops, schließlich setze gerade auch das Engagement der Schüler Impulse für das gemeinsame Schulleben, so Konrad Feil und Charlotte Werther. 


Das Herder-Gymnasium, das derzeit von ca. 875 Schülern besucht wird, konnte an diesem Tag zudem vom Keller bis unter das Dach erkundet werden. Schüler stellten auch das über einhundert Jahre alte Schulgebäude der Wiedigsburg vor und führten die kleinen Entdecker mit den Eltern durch die Etagen und Räumlichkeiten. Dabei konnten sie in der Schulbibliothek einen Blick auf die fast 8000 Bücher werfen, erfuhren, wie diese katalogisiert werden. Auch gab es das älteste Buch der historischen Sammlung aus dem Jahre 1842 zu bestaunen. Gemeinsam wurde ergründet, warum Bücher dieser Art nur mit speziellen Handschuhen angefasst werden. 



Die Kinder Grundschulen und ihre Angehörigen hatten also am Samstag die Möglichkeit, in kleinen Gruppen das Schulgebäude kennenzulernen und in das eine oder andere Fach schon einmal hinein zu schnuppern, während die kleineren Geschwister betreut wurden. In einigen Fächern fanden dazu 20-minütige Unterrichtssequenzen statt, damit die Viertklässler einen kleinen Einblick in die Inhalte des für sie (teilweise noch unbekannten) Schulfaches erhielten.
Neben diesen unzähligen neuen Eindrücken der Kinder wurden den Eltern auch die wichtigsten Eckpunkte zum Unterricht erläutert. Informationen und Dokumentationen fand der Interessierte zu Unterrichtsmaterialien, Projekten, speziellen Förderprogrammen, der Sprachenanwahl bzw. bilingualen Konzepten, der Medien- und Methodenschulung und und und. Auf zahlreiche Fragen konnten Schulleitung, Lehrer und Lehramtsanwärter, aber auch die Schülersprecher und anwesende Schüler im persönlichen Gespräch eingehen, so u.a. die Schulspeisung, den Schülertransport, den Pausensport.
Um 12.30 Uhr fand dieser erlebnisreiche Vormittag mit der Verabschiedung durch Wilhelm König auf dem Schulhof sein Ende – ein Vormittag voller neuer Entdeckungen und Erkenntnisse. Der Tag der offenen Tür gestaltete sich somit als Spiegelbild des Schulalltags bzw. der Lernkultur am Herder-Gymnasium.


Im Anschluss daran nutzten einige Interessierte vor Ort noch die Zeit für weitere Gespräche oder auch die Auswertung des Tages.
Auch erweist sich der Tag der offenen Tür immer wieder als ein Tag des Wiedersehens mit ehemaligen Gymnasiasten und Lehrkräften. Auch in diesem Jahr fanden wieder zahlreiche Ehemalige den Weg in die Wiedigsburg.

Heike Roeder
Öffentlichkeitsarbeit am Herder-Gymnasium

Teilen

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*