Glenmorangie Destillerie – Whisky mit Nameszipperlein

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Der Name der Destillerie „Glenmorangie“ wird wohl unter Whiskyfreunden am häufigsten unrichtig ausgesprochen. Meist liegt die Betonung auf dem Ende des Worts – auf „angie“. Die Betonung sollte jedoch auf „mor“ liegen, denn nach dem ersten Teil des Namens muss phonetisch neu angesetzt werden. Denn der Name leitet sich aus den schottisch-gälischen Begriff „glen-mòr-angie“ ab. Nach vorherrschender Meinung soll das „Tal der großen Ruhe“ oder „Tal der Stille“ bedeuten. Unzweifelhaft steht „Glen“ für „Tal“ und „mòr“ bzw. „mhor“ für „groß“. Nur den letzten Teil des Namens mit „Ruhe“ oder „Stille“ zu übersetzen, muss der Verfasser dieser Zeilen einen hierauf spezialisieren Linguistiker überlassen. Wie auch immer der Einzelne dazu steht, der Whisky, der etwa 25 Meilen nördlich von Inverness gebrannt wird, lässt sich von solchen Nameszipperlein nicht beeindrucken. Denn dieser gilt gemeinhin als sehr intensiv, dabei aber besonders mild.

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Die Destillerie wurde u. a. 1843 von William Matheson gegründet. Dafür nutzten er die Gebäude einer alten Brauerei, welche heute verkehrsgünstig zwischen Inverness und Wick direkt an der A9 liegt. Zur Zeit der Gründung war jedoch entscheidend, dass der Standort unmittelbar am Dornoch Firth angrenzt. Bekannt ist die Brennerei auch für ihre außergewöhnlichen Stills. Diese sind mit 5,14 m Höhe die höchsten aller schottischen Destillerien. Manche Autoren sprechen vom Stillraum von einer Kathedrale.
Obwohl die Destillerie einen hervorragenden Ruf hat, schlägt sich dieser nicht unbedingt auf den Preis älterer Abfüllungen nieder. Die bei einem bekannten Whisky-Auktionshaus höchsten Gebote für eine Exemplars eines des „Glenmorangie 1974 Pride 41 Year“ liegen bei etwa 5.500 GBP. Mit Seitenblich auf andere Leader der schottischen Whiskybranche ist dies die untere Mittelklasse.
In den letzten Jahren hat sich Glenmorangie einen Namen mit speziellen Finishs der Standardrange gemacht. Dazu zählen der „Glenmorangie Quinta Ruban“ (gälisch Rubinrot), der Glenmorangie Lasanta und der Glenmorangie Nectar d’Or.

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Alle mit einem hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis von 45 – 60 € inkl. ansprechenden Umverpackungen. Aktuell (Stand 11-2020) irritiert die Brennerei mit dem „Glenmorangie Malaga 12 Years“. Diese erhielt ein Finish in seltenen First Fill Malaga ‚Dulce‘ Likörweinfässern. Zum selbstbewussten (Einführungs-)Preis von etwa 80 € wird diese Abfüllung tatsächlich ohne Umverpackung ausgeliefert! Die Whiskycommunity ist darüber not amused. Absicht oder Versehen? Ein Schelm der Böses dabei denkt.
L. E.

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