Geglückte Revanche, Gruppenphase erreicht

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Die Revanche ist geglückt. Der Thüringer HC gewann mit 30:20 (15:12) das Rückspiel der 3. Qualifikationsrunde gegen die HSG Blomberg-Lippe. Damit zieht der THC in die Gruppenphase der EHF European League ein. Mit hohem Tempo zu Beginn der 2. Halbzeit legten die Gäste den Grundstein für das Weiterkommen im internationalen Wettbewerb. Damit ist das erste Saisonziel für die Thüringerinnen erreicht. Mit sieben Toren erzielte Nele Franz die meisten Treffer für die HSG. Erfolgreichste Werferin aufseiten des THC war Nina Neidhart mit acht Toren.

Nach der 27:31-Niederlage in eigener Halle stand der Thüringer HC unter Zugzwang. Um in die Gruppenphase der EHF European League einzuziehen, musste ein Sieg mit mindestens fünf Toren mehr gegen die HSG Blomberg-Lippe her. Sehr schwer, aber nicht unmöglich motivierte sich das Team von Herbert Müller.

Die Begegnung begann ausgeglichen, dem 1:0 der HSG folgte der schnelle Ausgleich der Gäste. Blomberg gelang es, sich zwei Tore abzusetzen- 4:2. Diese Führung glich Josefine Huber mit ihrem Treffer zum 4:4 aus. Von nun an blieb es ein Spiel auf Augenhöhe. Immer wieder wechselte die Führung und so stand es nach 15 Minuten 8:8. In der 22. Minute netzte Ina Großmann nach Tempogegenstoß zur Zweitoreführung der Gäste ein – 9:11. Petra Blazek kam sechs Minuten vor der Pause ins THC-Tor und sah sich Nele Franz beim Strafwurf gegenüber. Dem Treffer folgte die sofortige Antwort von Lydia Jakubisova und blieb der THC drei Tore vorn – 10:13. Marie Skurtveit Davidsen verteidigte mit tollen Paraden den Vorsprung und so konnte der THC in der 26. Minute eine 10:14-Führung erzielen. Laura Rüffieux marschierte knapp zwei Minuten vor der Halbzeit allein durch die THC-Abwehr und verkürzte zum 12:14. Ina Großmann kassierte für ihr Eingreifen die Zeitstrafe. Herbert Müller reagierte und zog in der 29. Minute die grüne Karte. Beide Teams gingen in die Schlussminute der 1. Halbzeit mit einer Spielerin weniger, Kamila Kordovska musste auf die Bank. Steffen Birkner nahm sechs Sekunden vor Ablauf der 1. Spielhälfte seine Auszeit, ein Tor wäre in der Zeit noch möglich. Einen Freiwurf holte die HSG mit dem Abpfiff noch heraus, der Ball ging über das Tor und mit 12:15 ging es in die Kabinen.

Noch 30 Minuten hatte der THC Zeit, die Führung auszubauen. Nach Zuspiel von Marketa Jerabkova netzte Lydia Jakubisova gleich zu Beginn der 2. Halbzeit zum 12:16 ein. Mit einer guten Abwehraktion verhinderte der THC den Anschlusstreffer. Kerstin Kündig legte nach 12:17 – da war erstmals die Fünftoreführung geschafft. Jetzt war der THC gefordert, konzentriert die Partie zu führen und den Vorsprung zu verteidigen. Die THC-Damen bauten die Führung zum 12:19 aus. Steffen Birkner nahm die Auszeit. Trotz Unterzahl, Asli Iskit saß eine Zeitstrafe ab, netzte Kerstin Kündig zur 20:12-Führung der Gäste ein. Blomberg kam unter Zugzwang und produzierte im Abschluss mehr Fehler, die vom THC bestraft wurden. Zudem funktionierte das Spiel mit der siebten Feldspielerin. Beim Stand von 12:22 in der 39. Minute führte der Thüringer HC erstmals mit zehn Toren. Die Abwehr zeigte sich deutlich verbessert, was es Marie Skurtveit Davidsen im Tor leichter machte, die Würfe auf ihr Gehäuse zu parieren. Noch knapp 15 Minuten waren zu spielen, der THC führte nun deutlich mit 24:13, als Marketa Jerabkova zum zweiten Mal auf der Bank Platz nehmen musste. Das Überzahlspiel verwertete die HSG zum 14:24. In die letzten zehn Minuten ging der THC mit einer deutlichen 27:16 Führung. Von der Strafwurflinie vergab Marketa Jerabkova und scheiterte an Marie Andresen. Noch einmal bat Steffen Birkner seine Damen zum Gespräch. Nur drei Minuten später rief auch Herbert Müller bereits lächelnd seine Mannschaft an die Außenlinie. Die Gastgeberinnen zeigten Moral, trotz sich andeutender Niederlage kämpften sie bis zum Ende und verkürzten noch mal auf 19:28. Mit hohem Tempo und deutlichem Druck auf die HSG gewann der Thüringer HC mit 30:20. Damit revanchierte sich die Mannschaft für die Niederlage in eigener Halle und zieht verdient in die Hauptrunde ein.

Bericht: Bernd Hohnstein/Andreas Hofmann

Stimmen:
Steffen Birkner (HSG): Glückwunsch an den THC und viel Erfolg in der Hauptrunde. Heute war unser Angriff nicht so erfolgreich und in der Abwehr lief es auch nicht so perfekt. Ich kann meiner Mannschaft aber keinen Tadel aussprechen, sie haben trotz dem Rückstand bis zum Schluss gekämpft. Heute hatte der Thüringer HC einfach die besseren Antworten. Wir müssen jetzt daraus lernen und den Fokus auf die Aufgaben in der Bundesliga richten.

Herbert Müller (THC): Ich bin froh und glücklich, wie wir heute ins Spiel gekommen sind und es hat trotz des intensiven Spiels Spaß gemacht. Besonders die Abwehr in der 2. HZ war überragend und ein großes Dankeschön an die angeschlagenen Spielerinnen, die zum Teil nicht einmal trainieren konnten.

Statistik:
HSG Blomberg-Lippe: Marie Andresen, Melanie Veith, Laura Rüffieux 1, Ann Kynast 4, Isabelle Jongenelen, Lisa Bormann-Rajes 1, Nele Wenzel, Kamila Kordovska, Ndidi-silvia Agwunedu 1, Cara Reiche, Emelyn van Wingerden, Nele Franz 7, Cara Hartstock, Malina Marie Michalczik 5, Jennifer Murer, Myrthe Schoenacker 1.

Thüringer HC: Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek; Mariana Ferreira Lopes, Emma Ekenman Fernis, Beate Scheffknecht 1, Asli Iskit 3, Klara Schlegel, Ina Großmann 1, Arwen Rühl, Kerstin Kündig 4, Lydia Jakubisova 4, Jolina Huhnstock, Nina Neidhardt 8, Marketa Jerabkova 6, Josefine Huber 3.

Strafwürfe: 3/3 – 1/2.

Zeitstrafen: 2 – 6.

Schiedsrichter: Andreas Capoccia/Beat Jucker (SUI).

EHF-Delegierter: Klaus Dieter Convents (BEL).

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