Geänderte Fahrpreise ab August

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Fahrpreise steigen zu 01.08.2022 – um 2,87 Prozent Kinderfahrpreise werden abgesenkt

Erfurt. Das günstige 9-Euro-Ticket läuft zum 31. August 2022 aus und es gelten wieder die regulären Preise für den öffentlichen Nahverkehr. Im Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) müssen viele Fahrgäste dann sogar tiefer in die Tasche greifen.

ÖPNV-Preise im VMT steigen nur moderat, aber…
Zum 1. August 2022, noch während des 9-Euro-Ticket-Experiments, wird der Tarif angepasst. Die Fahrpreise steigen im gesamten VMT um durchschnittlich 2,87 Prozent. Ausgenommen sind Kinder, diese fahren ab dem 1. August 2022 günstiger. Mit Blick auf die derzeitige Inflationsrate und horrenden Preissteigerungen in anderen Branchen fällt die Erhöhung um nicht mal 3 Prozent ungewöhnlich niedrig aus. Dies hängt damit zusammen, dass die Debatte zur Änderung von Fahrpreisen im VMT mindestens mit einem Jahr Vorlauf beginnt. Das heißt, dass die jetzige Preissteigerung bereits im Sommer 2021 abgestimmt wurde, lange bevor die Energiekosten explodierten. Die neuen Fahrpreise bilden die aktuellen Teuerungen für die Verkehrsunternehmen somit noch nicht ab. „Eine schwierige Situation für unsere Verkehrsunternehmen, die zusätzlich noch mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen haben“, betont Christoph Heuing, Geschäftsführer der VMT GmbH. In welchem Umfang sich die gestiegenen Kosten für die Verkehrsunternehmen im Jahr 2023 in einer prozentual höheren Tarifanpassung niederschlagen werden, wird zurzeit in den Gremien des Verkehrsverbundes besprochen.

ÖPNV in Thüringen fährt auf Verschleiß
Wirtschaftlich oder gar gewinnbringend wird der öffentliche Nahverkehr auch durch die Fahrpreisanhebungen nicht. Ein leistungsfähiges ÖPNV-Angebot ist nur machbar, weil sich Bund, Land und Kommunen an der Finanzierung beteiligen. Allerdings reichen die derzeitigen Mittel noch nicht einmal, um den Status quo aufrechtzuhalten. „Viele Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen sich fragen, welche Linien sie streichen oder ausdünnen können, um Kosten zu senken“, betont Christoph Heuing und erklärt weiter: „Erforderliche Investitionen können nicht stattfinden und es wird auf Verschleiß gefahren.“

Schlüsselrolle ÖPNV
Dennoch steht die Notwendigkeit des ÖPNV außer Frage. Neben der grundlegenden Funktion in der Daseinsvorsorge steht der ÖPNV zukünftig vor der Herausforderung, eine Schlüsselrolle in der Alltagsmobilität einzunehmen. Denn Bus und Bahn stellen eine klimafreundliche Alternative zum eigenen Auto dar, ohne die, weder die lang angemahnte Verkehrswende, noch die Klimaschutzziele erreicht werden können. Dazu müssen öffentliche Mittel in erheblichem Umfang in den Ausbau des ÖPNV-Angebotes investiert werden.

Kinder fahren günstiger
Um insbesondere Familien zu entlasten, war es den Mitgliedern im VMT ein wichtiges Anliegen, die Kinderfahrpreise zu senken. Die höhere Rabattierung der Tarife für Kinder und Jugendliche zeigt zwar den Willen der Kommunen und Verkehrsunternehmen, den öffentlichen Nahverkehr zukunftsfähig aufzustellen, aber auch, dass mit der aktuellen Finanzierungslage des öffentlichen Nahverkehrs nur kleine Schritte in dieser Richtung möglich sind.

Das gilt im August 2022
Die Tarifanpassungen werden zum 01.08.2022 gültig. Wer sich im August also beispielsweise einen Fahrschein für eine Einzelfahrt in Erfurt kauft, statt das 9-Euro-Ticket zu nutzen, muss nun 2,30 Euro bezahlen. Auch die Abopreise ändern sich schon im August, den Abo-Kund:innen werden für diesen Monat jedoch nur 9 Euro berechnet.

Übergangsregelungen für alte Tickets
Generell behalten nicht entwertete Fahrausweise, deren Preis erhöht wurde, noch bis zum 1. November 2022 ihre Gültigkeit. Ab diesem Zeitpunkt können die Tickets weitere drei Monate in den neuen Tarif umgetauscht werden. Tickets, deren Preis gesenkt wurden, können sechs Monate lang gegen Erstattung umgetauscht werden oder abgefahren werden, solange sie den aktuell gültigen Preis nicht unterschreiten.

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