Fünf gute Jahre für die Natur

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Anlässlich des heute vorgestellten Berichts zur Lage der Natur in Thüringen lobt der NABU die Arbeit von Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund und wünscht sich weitere Anstrengungen

Jena – Zum ersten Mal in der Geschichte des Freistaates Thüringen wurde am heutigen Montag ein Bericht zur Lage der Natur von der Thüringer Landesregierung veröffentlicht. Der NABU Thüringen begrüßt, dass Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund den Naturschutz zum Ende der Legislaturperiode noch einmal in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt.

„Wir müssen das gravierende Artensterben auch in Thüringen aufhalten und die Bilanz der derzeitigen Landesregierung für die Natur, insbesondere von Umweltministerin Anja Siegesmund, kann sich sehen lassen“, sagt Martin Schmidt, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen. Mit dem Aufbau und der Etablierung des Netzwerkes der Natura 2000 Stationen ist es gelungen, Naturschützer und Landwirte gemeinsam für die Pflege der Naturschutzgebiete im europäischen Rang zu aktivieren. Nötig war auch die Novellierung des Thüringer Wassergesetzes. Vor allem der erweiterte Schutz des Uferstreifens hilft, schädliche Einträge wie Dünger, Pestizide und Feinsedimente besser von den Gewässern fernzuhalten. „Ein weiterer Meilenstein ist das Bekenntnis der Landesregierung zur Waldwildnis. Nach hartem Ringen ist eine Einigung gelungen, die in 5 Prozent des Waldes die Säge auf Dauer ruhen lässt. Diese Wälder und ihre Böden dienen auch dem Klimaschutz. Vor allem die alten Bäume binden auf viele Jahrzehnte Kohlendioxid“, erklärt Martin Schmidt.

Laut NABU hat Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund mit der kürzlich erfolgten Neufassung des Thüringer Naturschutzgesetzes wieder ein ganzheitlich vollziehbares Naturschutzgesetz geschaffen und die Beteiligungsrechte der Naturschutzverbände bei Planungsverfahren, gerade auch auf kommunaler Ebene, gestärkt. Eine Maßnahme, die nach 19 Jahren der grundsätzlichen Neuordnung des Naturschutzrechtes durch die Föderalismusreform längst überfällig geworden war.

Nicht zuletzt hat die Landesregierung durch die wachsende Bereitstellung von Fördermitteln für den Naturschutz begonnen, den bestehenden Stau an Renaturierungs- und Entwicklungsprojekten abzubauen. „Nach Jahrzehnten der Lähmung und Lethargie ist ein regelrechter Ruck durch die Naturschutzszene gegangen, egal ob auf ehrenamtlicher, beruflicher oder behördlicher Seite“, merkt Martin Schmidt, der NABU-Landesvorsitzende an.

Die Klimaerwärmung und das Massenartensterben fordern allerdings noch weitere Anstrengungen. Aus Sicht des NABU-Landesvorsitzenden ist ein weiterer Ausbau der Projektförderung im Naturschutzbereich notwendig. Ebenso dringend müssen Maßnahmen zum Schutz der Insekten und Vogelwelt ergriffen werden. In diesem Zusammenhang fordert der NABU eine Reduzierung von Pestiziden um 50 Prozent bis 2025. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt muss die naturverträgliche Nutzung des Waldes sein. Die derzeitigen Schäden im Wald zeigen, dass es so nicht weitergehen kann. Umweltschonende Erntetechniken und die vielfältige Verwendung von heimischen Baumarten sind eine Grundvoraussetzung für einen zukunftssichern Wald. Nichteinheimische Gehölze wie Douglasie schaffen auf Dauer nur Probleme und sind genauso windanfällig wie Fichten.

„Zukünftig muss der Naturschutz noch stärker als Querschnittsaufgabe aller Ressorts einer Landesregierung verstanden werden. Die Entwicklung naturnaher Gewässer und die Erhaltung der biologischen Vielfalt, sowie Landschaftserleben und Hochwasserschutz müssen zusammen gedacht werden und nicht in einzelnen Ressorts“, fordert Martin Schmidt.

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