Frosch- und Vogelweiden etablieren

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NABU-Projekt peppt Lebensräume für Amphibien und Wiesenbrüter in Natura-2000 Gebieten in Thüringen auf

Mit einem neuen Projekt möchte der NABU Thüringen Lebensräume für Amphibien und Wiesenbrüter in Natura-2000 Gebieten aufpeppen. In verschiedenen Gebieten in Thüringen sollen unter anderem Kleingewässer anlegt, natürliche Wasserregime wieder hergestellt und ganzjährige extensive Beweidung etabliert werden. Das Projekt wird durch Mittel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und des Freistaates Thüringen finanziert.

Jena – Amphibien und Wiesenbrüter mögen es gern nass, dessen sind sich auch René Sollmann und Ina Zeller bewusst. Beide koordinieren das neue Projekt „Frosch- und Vogelweiden“ beim NABU Thüringen. „Amphibienarten wie Kammmolch und Kreuzkröte, aber auch Bekassine und Kiebitz – unsere Wiesenbrüter sind in den vergangenen Jahren arg zurückgegangen“, berichtet René Sollmann besorgt. Gängige Fördermaßnahmen wie zum Beispiel das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) in Wiesenbrütergebieten sind auf die Reduzierung von Dünger- und Pestizideinsatz und mit Mahd- und Beweidungsauflagen ausgerichtet. „Sollen sich Kammmolch und Co. in den Gebieten auf Dauer wohlfühlen, muss allerdings mehr unternommen werden. Eine nachhaltige naturschutzfachliche Aufwertung der Flächen ist nur durch die konsequente Wiederherstellung eines naturnahen Wasserregimes in Verbindung mit einer Extensivierung der Nutzung zu erreichen“, erklärt der Experte für extensive Weidelandschaften.

Amphibien im Fokus

Das Artenschutzprojekt „Frosch- und Vogelweiden“ zielt insbesondere auf wiesenbrütende Vogelarten ab, die durch die EU-Vogelschutz-Richtlinie geschützt sind, sowie auf jene Vögel, die Feucht- und Nassgrünland als Nahrungshabitat und Brutgebiet benötigen. „Einen besonderen Fokus legen wir aber auch auf geschützte Amphibienarten, die wir durch unsere Maßnahmen fördern“, sagt Ina Zeller. „Im Rahmen des Projektes werden wir in Natura 2000-Gebieten wie zum Beispiel auf den Erlebachwiesen bei Wölfis mindestens drei Kleingewässer anlegen und auf der Fläche eine extensive Beweidung etablieren.“ Im Dankmarshäuser Rhäden und in der Sandgrube Bendeleben werde ebenfalls eine großräumige Weidefläche mit einem Festzaun eingerichtet, die extensiv mit Rindern und Pferden beweidet werden soll.

Eine extensive Beweidung ist gut für die Artenvielfalt

Durch ganzjährige extensive Beweidung sollen langfristig wertvolle Lebensräume für Amphibien und Wiesenbrüter erhalten und entwickelt werden. Die für den Zaunbau vorgesehenen Flächen sind aus landwirtschaftlicher Sicht nicht rentabel, aber für den Naturschutz höchst wertvoll. Die geplante Wiedervernässung hilft die natürlichen Wasserverhältnisse zugunsten von Amphibien und Wiesenbrütern herzustellen. Dies belegen auch unsere Brutvogelkartierungen aus dem Vorgängerprojekt „Wiesenbrüter II“, die schon im ersten Jahr der Wiedervernässung bemerkenswerte Erfolge bei der Wiederansiedlung der Vogelwelt und den Amphibien zeigten.

Aber auch Weißstorch, Steinkauz und Wiedehopf kommen im Projekt nicht zu kurz. Es wird eine Nisthilfe für Weißstörche aufgestellt und zehn Röhren für Steinkäuze, sowie zehn Nistkästen für Wiedehopfe angebracht.

Weitere Infos zum Projekt finden Sie unter: www.NABU-Thueringen.de

Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

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