Fischotter durch Schrotkugel getötet

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Jena – Aufgrund der Tötung eines Fischotters (Lutra lutra), durch eine Schrotkugel, erstattet
der NABU Thüringen Anzeige beim Landeskriminalamt. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung
barg Marcus Orlamünder, ein Mitarbeiter des NABU Thüringen, am 25.06.2018 einen toten
Fischotter an der Saale zwischen Niederkrossen und Orlamünde im Landkreis Saalfeld-
Rudolstadt. „Das Tier hing in einer Astgabel auf Höhe der Wasseroberfläche am rechten
Saaleufer und befand sich bereits in einem leichten Verwesungszustand“, berichtet der NABUMitarbeiter.
„Wir stellten das Tier sicher und übergaben es an die Präparationswerkstatt des
Phyletischen Museums in Jena.“

Im Museum wurde der Fischotter untersucht, präpariert und inventarisiert. „Bei der Mazeration
des männlichen, zirka 2 Jahre alten Fischotters konnte ich aus dem Hirnraum des Schädels
zwei Teile einer Schrotkugel bergen“, erzählt der Präparator des Phyletischen Museums,
Matthias Krüger. „Am Hirnschädel sind linear jeweils ein Ein- und Außschußloch sichtbar. Da
keine weitere Schussverletzung zu erkennen war, muss es sich entweder um einen Streifschuss
oder einen gezielten Schuss aus nächster Nähe in die Ohrregion handeln.“

Dieser Fall ist leider keine Seltenheit. Laut polizeilicher Kriminalstatistik gab es 2017 allein im
Freistaat 83 Vorfälle von Wilderei. Der einstmals in Thüringen ausgestorbene Fischotter ist eine
streng geschützte Art und darf nicht gejagt werden. Wer diesem Tier nachstellt, es verletzt oder
tötet, muss mit einer Strafe rechnen. Damit derartige Ermittlungen zu Umweltdelikten in
Thüringen zügiger vorangehen, fordert der NABU

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