Fast vergessenen Nordhäuser Denkmälern und Kunstwerken auf der Spur …

0

Einigen Nordhäusern sind sie sicherlich noch bekannt: Neptun, Triton, Laokoon, Meerpferdchen und Leda als Zierfiguren im Park des heutigen Kunsthauses Meyenburg. Saniert bzw. rekonstruiert begrüßen das Meerpferdchen auf dem Platz in der Poststraße und die Leda im Grünen in der Bahnhofstraße vor dem derzeitigen Testzentrum die Passanten. Manche Vorbeieilende nehmen sich auch Zeit, um sie wahrzunehmen. Nicht so viel Glück hatten die anderen Figuren. Neptun als Gottes der Meere und des Wassers aus der römischen Mythologie (in der griechischen ist es Poseidon) stand als erste Figur auf dem Brunnen am Königshof (1734). Die Spuren der wichtigsten Figur sind sozusagen im Sande verlaufen … . 1755 wurde auf dem Holzmarkt (Lutherplatz) Triton und in der oberen Rautenstraße (ca. bei Buchhaus Rose ) Laokoon als weitere Statuen in Anlehnung an die Antike. Bis auf Laokoon und Triton sind ihre derzeitigen Standpunkte uns leider nicht bekannt. Den Startpunkt der ersten Rundreise des neu berufenen Denkmalbeirats bildeten die gelittenen Plastiken des Laokoon, ein trojanischer Priester des Apollon Thymbraios oder des Neptuns (Poseidon) und Triton, ein vermutlicher Sohn Neptuns und Mischwesen mit einem delphinähnlichen Unterkörper. Beide konnten wir besuchen. Beeindruckt von ihren grazilen Relikten würden wir sie gern in der Öffentlichkeit an einem geeigneten Ort aufstellen und wenn möglich auch aufarbeiten lassen. Vielleicht im Hof der Flohburg und gegebenenfalls mit Spenden von Nordhäuser Bürgern?

Foto:Nordhäuser Denkmalbeirat

Laokoon und Triton mit ihren Blessuren

Auf unserer Rundreise durch die Nordhäuser Geschichte waren auch die Einzelteile von Reliefplatten aus der einstigen Marktkirche, welche 2011 im Zusammenhang mit den vorbereitenden Arbeiten für den Neubau des Bürgerhauses geborgen wurden. Grabplatten aus der einstigen Petrikirche wurden bei der Umgestaltung des Geländes am Petersberg für die Landesgartenschau 2003 ebenfalls gesichert. Diese sowie die Marmorplastik im ebenerdigen Raum des Petriturms sich gegenüber witterungsgeschützt aufzustellen und so ebenfalls interessierten Nordhäusern zu zeigen, ist eine weitere Chance von der Geschichte der Stadt zu berichten.

Foto:Nordhäuser Denkmalbeirat

Ein Teil der Reliefplatten aus der Marktkirche

Die Marmorplastik einer kopflosen Frau und der Zahn der Zeit
Ein weiterer „Stopp“ bildete der Hof des am Marienweg neu entstandenen DRK-Heims. Das Betonrelief der Erfurter Künstlerin Monika Hellmuth (*1943) begegnete seit 1972 bis zur Schließung der einstigen Frauenberg-Schule Schülern und Lehrern zwischen ihren Eingangstüren. Bertolt Brechts Gedicht „Anmut sparet nicht noch Mühe …“ setzte sie in 8 plastischen Szenen um. Dank Heidelore Kneffel wurden sie erhalten und fanden im Zusammenhang mit der Gestaltung der Außenanlagen auf einer schräggestellten Stahlkonstruktion einen neuen Standort. Um sie jedoch besser zu bewahren, wird der Beirat seine nächste Sitzung für Lösungsvorschläge nutzen. Eventuell könnte eine Glasplatte als Abdeckung ergänzt oder eine senkrechte Aufstellung an einer geschützteren Stelle (Nordfassade) erfolgen.

Foto:Nordhäuser Denkmalbeirat

Das Betonrelief remontiert am Frauenberg

Das traurige Ziel war der Lindenhof. Eine der einst repräsentativen Villen mit Arboretum aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts ist nicht mehr begehbar und von seinem Baumbestand sowie dessen Schösslingen fast vollkommen überwachsen. Ihr Schicksal hängt von einer erneuten Ausschreibung ab. Die Aufgabenstellung für eine Konzeptvergabe wird derzeit erarbeitet. Einige Flächen werden auch für Neubauten zugelassen. Ein möglicher Abriss der Villa bleibt weiterhin offen. Erfolgt dieser, dann verliert auch der Park sein Status als Denkmal. Eine Einbindung von Vertretern des Denkmalbeirats in das Prozedere ist vorgesehen.

Foto:Nordhäuser Denkmalbeirat

Licht und Schatten in der Sammlung wertvoller Gehölze im Lindenhof

Share.

Leave A Reply

* Bitte lesen Sie die Datenschutzbestimmungen und stimmen diesen zu

*