Fast jede zehnte Frau in Thüringen leidet an Unterfunktion der Schilddrüse

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Erfurt, 3. April 2018 – Krankheiten der Schilddrüse sind bei Frauen in Thüringen noch immer weit verbreitet. Nach Auswertungen der BARMER sind rund 8,4 Prozent der Thüringerinnen wegen einer Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose) in ärztlicher Behandlung. Die Fehlfunktion äußert sich zum Beispiel durch Müdigkeit und Konzentrationsprobleme oder einer Gewichtszunahme. „Die vielfältigen Beschwerden machen es Ärzten mitunter nicht leicht, sofort einer Erkrankung der Schilddrüse auf die Spur zu kommen. Nicht selten führen die sich äußernden psychischen Hinweise zunächst zu Fehldiagnosen“, erläutert Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Thüringen. So könnten die Beschwerden auch auf die falsche Fährte zu Depression und Burnout oder auch Angststörungen führen. Deutlich seltener sind Männer betroffen. „Auch wenn die Diagnoserate einer Schilddrüsen-Unterfunktion bei Männern in Thüringen lediglich 2,7 Prozent beträgt, sollte bei Beschwerden auch hier an die Schilddrüse gedacht werden“, sagt Dziuk. Im Vergleich zu anderen Bundesländern liegt Thüringen leicht unter dem Durchschnitt, große regionale Unterschiede gibt es jedoch nicht.

Kropf bei Frauen dreimal häufiger als bei Männern in Thüringen

Wichtigster Ansatzpunkt für die Diagnostik ist eine Blutuntersuchung. Dabei wird der TSH-Wert (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) bestimmt. Der TSH-Wert gibt Aufschluss darüber, ob die Schilddrüse ausreichend Hormone bildet. Die Art der Behandlung sollte mit dem Arzt besprochen werden. In der Regel erfolgt eine Hormonersatztherapie. Darüber hinaus kann es auch bei normaler Schilddrüsenfunktion zu einer Vergrößerung des Organs kommen. Schuld an diesem „Kropf“ ist in der Regel ein Jodmangel. In Thüringen sind immerhin 2,5 Prozent aller Frauen wegen jodmangelbedingter Kropfbildung (Struma) in ärztlicher Behandlung – dagegen nur 0,9 Prozent der Männer. Jodmangel kann auch mit der täglichen Ernährung kompensiert werden.

Hintergrund: Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein Organ, das direkt unterhalb des Kehlkopfes liegt. Aufgabe der Schilddrüse ist es, zwei lebenswichtige Hormone zu bilden, die auf den gesamten Körper wirken. Sie erhöhen zum Beispiel die Herzfrequenz, den Sauerstoff- und Energieverbrauch, die Körpertemperatur oder beeinflussen den Mineralstoffhaushalt. Zudem aktivieren sie die Schweiß- und Talgdrüsen der Haut sowie die Darmmotorik. Im Nervensystem bewirken sie eine gesteigerte Erregbarkeit der Nervenzellen. Schilddrüsenhormone können aber auch das seelische Gleichgewicht, die Sexualität und die Fruchtbarkeit beeinflussen. Bei Kindern steuern sie zudem die geistige und körperliche Entwicklung.

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