Fahranfänger: wenig Erfahrung, große Risikobereitschaft

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ADAC-Unfallforschung hat Unfalldaten junger Fahrer ausgewertet / Alte Autos vielfach ohne ESP

Das Risiko eines schweren oder tödlichen Unfalls ist bei jungen Fahrern zwischen 18 und unter 25 Jahren fast doppelt so hoch wie beim Rest der Bevölkerung. Pro Jahr sind in dieser Altersgruppe nach Angaben des Statistischen Bundesamts knapp 500 Tote und 10.000 Schwerverletzte zu beklagen, obwohl sie nur acht Prozent der Bevölkerung in Deutschland ausmacht. Eine aktuelle Untersuchung der ADAC-Unfallforschung bestätigt nun, dass die häufigsten Unfallursachen mangelnde Fahrpraxis, unangepasste Geschwindigkeit und die Fehleinschätzung der jeweiligen Verkehrssituation waren. Grundlage der ADAC-Auswertung sind 17.762 dokumentierte Unfälle seit Juni 2005. Bei etwa 20 Prozent aller Fälle waren junge Erwachsene beteiligt.

Meist kommen die Autos junger Fahrer vor dem Unfall ins Schleudern. Der Versuch, dann gegenzulenken, gelingt meist nicht und endet damit, dass die Fahrer die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren. Die Autos überschlagen sich oder prallen gegen einen Baum.

Fatal wirkt sich oft auch das Alter der Fahrzeuge aus, die diese Altersgruppe nutzt. Laut ADAC-Unfallforschung sind die Autos der jungen Verunglückten im Schnitt 10,7 Jahre alt. Daher fehlen vielfach moderne Sicherheitssysteme wie der Anti-Schleuder-Schutz ESP. Viele schwere Unfälle ließen sich durch ESP vermeiden. Typisch für Fahranfänger sind Alleinunfälle, sie passieren also ohne Beteiligung Dritter. Häufig ist Ablenkung im Spiel, etwa durch das Smartphone oder Mitfahrer.

Der ADAC empfiehlt Fahranfängern, bei der Wahl eines Gebrauchtwagens stärker auf eine Mindestausstattung an Sicherheitssystemen zu achten. Auch preiswerte Gebrauchtwagen verfügen oft über ESP und lebensrettende Airbags. Zudem sollte die Fahrausbildung weiter verbessert werden. Länder wie Österreich zeigen beispielhaft, dass verpflichtende Fahrtrainings oder verkehrspsychologische Seminare nach dem Erwerb des Führerscheins die Unfallzahlen senken.

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