Erste Hilfe ist auch in Zeiten von Corona Pflicht

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Regelungen zur Wiederbelebung aktualisiert

Erfurt, 6. August 2020 – Bei einem Notfall Erste Hilfe zu leisten, ist auch während der Corona-Pandemie Pflicht. Im Fall einer unterlassenen Hilfeleistung drohen eine Geld- oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. „Damit sich Ersthelfer in Zeiten von Corona aber nicht selbst in Gefahr bringen, sind die Empfehlungen zur Wiederbelebung angepasst worden“, informiert Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Thüringen.

Atem prüfen, ohne sich zu dicht über die Person zu beugen

Nach wie vor gelte der Merksatz: prüfen-rufen-drücken. Dafür muss zuerst der Zustand des Patienten abgeklärt werden. Um sich selbst nicht zu gefährden, sollten Ersthelfer eine Person mit Verdacht auf Herz-Kreislaufstillstand nur noch laut ansprechen, anstatt sich dicht über diese zu beugen. Um die Atmung zu überprüfen, müssen Ersthelfer nicht länger ihr Ohr an Mund und Nase des Patienten halten. Vielmehr soll im Stehen geprüft werden, ob sich der Brustkorb des Patienten atemsynchron bewegt. Jeder muss im Rahmen der Zumutbarkeit und ohne erhebliche eigene Gefährdung Erste Hilfe leisten. Menschen, die zu einer Corona-Risikogruppe zählen und Zeuge eines Notfalls werden, müssen deshalb abwägen, ob Hilfeleistungen an Fremden möglich sind. Falls nicht, müssen sie umgehend Hilfe organisieren und den Notruf 112 wählen, so die aktualisierten Empfehlungen des Nationalen Aktionsbündnisses Wiederbelebung.

Herzdruckmassage ohne Mund-zu-Mund-Beatmung

Bei einem Herzstillstand sollten Ersthelfer auf die Mund-zu-Mund-Beatmung verzichten und umgehend mit einer Herzdruckmassage beginnen. Diese muss bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortgesetzt werden. Die empfohlene Druckfrequenz liegt zwischen 100 und 120 Mal pro Minute. Das Tragen von Einweg-Handschuhen und eines Mund-Nasen-Schutzes können dabei das Ansteckungsrisiko reduzieren. „Wichtig ist, dass die Ersthelfer den Rettungskräften ihre Kontaktdaten mitteilen, falls bei dem Patienten nachträglich eine infektiöse Erkrankung festgestellt wird“, so Birgit Dziuk.

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