Eröffnung der Mathildenausstellung am 5. Oktober in Nordhausen

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Nordhausen (psv) Im Jahr 909 n. chr. heiratete der spätere König Heinrich I. Mathilde, eine Nachfahrin des im 8. Jahrhundert berühmten Sachsenherzogs Widukind, in der Pfalz Wallhausen (heute Sachsen-Anhalt). Die Ehe begründete eine lange Reihe von Königen und Kaisern, unter ihnen der älteste Sohn Otto I. Prof. Dr. Gerd Althoff, einer der besten Kenner der ottonischen Geschichte, richtet seinen Blick in der Ausstellung „Königin Mathilde †968 – Leidenschaft für fromme Werke“ auf die herausragende Bedeutung der Herrscherfamilie der Ottonen. Für Nordhausen ist Königin Mathilde besonders bedeutsam, da sie die Pfalz Nordhausen 961 n. Chr. um einen Kanonissinnen-Stift erweitern lässt. Aus dem Stift entwickelte sich der Nordhäuser Dom und damit die Bedeutung der Stadt Nordhausen.

Die Ausstellung über die Königin Mathilde beleuchtet dabei die dynastische Heiratspolitik, den Einfluss der Frauen auf die Politik ihrer Ehegatten, Klostergründungen und fromme Werke und nicht zuletzt das Gebetsgedenken für Angehörige und Freunde.

Die erste ottonische Königin Mathilde ist in der Erinnerung der Nachwelt vor allem deshalb präsent, weil sie sich intensiv darum bemühte, geistliche Gemeinschaften einzurichten, von denen das erste Quedlinburg war. Hier lebte sie auch rund 30 Jahre nach dem Tode ihres Gatten, König Heinrichs I. (+ 936) und sorgte vor allem dafür, dass das Gebetsgedenken an die verstorbenen Angehörigen, Verwandten und Freunde der Ottonen gepflegt wurde. Dies erfahren wir vor allem durch zwei Lebensbeschreibungen, die zwei unbekannte Autorinnen oder Autoren nach ihrem Tode mit einiger Wahrscheinlichkeit in Nordhausen, Mathildes jüngster Gründung, verfasst haben. Diese Lebensbeschreibungen stellen jedoch die Konflikte und Sorgen der Königin in den Vordergrund, die ihr die frommen Werke einbrachten, weil vor allem ihr Sohn, Otto der Große, die Aktivitäten der Mutter nicht unterstützte.

Die Ausstellung ist noch bis zum 02.11.2018 zu sehen und wird gemeinsam durch den Verein für Lebendiges Mittelalter e.V. „MEDIUM AEVUM VITALE“, den Förderverein der Stadtbibliothek sowie die Stadt Nordhausen organisiert.

Im Rahmen des Gedenkens zum 1050 Todestages der Königin folgen der Ausstellung in der Stadtbibliothek Nordhausen weitere Veranstaltung:

„Spielen wie im Mittelalter“ am 9. Oktober 2018, um 16 Uhr. Im Rahmen der Dienstagsgeschichten der Stadtbibliothek Nordhausen. Gemeinsam mit dem Verein für Lebendiges Mittelalter e.V.

Prof. Dr. Stephan Freund (Universität Magdeburg) „Begleiten, bewahren, beraten – lernen, lehren, beten – Frauen in ottonischer Zeit“, 25. Oktober 2018, um 19.00 Uhr. Im Ratssaal des Bürgerhauses Nordhausen

Finissage am 2. November 2018 um 17 Uhr Gesang – Väter des Dt. Orthodoxen Dreifaltigkeitskloster Buchhagen. Im Bürgerhaus Nordhausen

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