Erfolgreiche Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten

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Die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises und der Stadt Nordhausen, Doris Paffrath und Stefani Müller waren jetzt bei der 25. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Karlsruhe.

Die im Grundgesetz verankerte Gleichstellung zwischen Frauen und Männern ist fast 70 Jahre nach Inkrafttreten und 24 Jahre nachdem Artikel 3 des Grundgesetzes um Absatz 2 – „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“ – ergänzt wurde, in vielen Punkten noch nicht erreicht, konstatieren Paffrath und Müller. Es sei nach wie vor wichtig, dass in den Kommunen Männer und Frauen zusammen daran arbeiten, strukturelle Benachteiligungen von Frauen abzubauen. Aktuelle Zahlen belegten die Schieflage in Sachen Gleichstellung. Ein Beispiel ist die politische Repräsentanz: der Frauenanteil in Gemeindeparlamenten liegt durchschnittlich bei nur 25 Prozent. Ca. 109.000 Frauen wurden 2016 Opfer von Gewalt in der Partnerschaft. Die Folgekosten von Gewalt an Frauen liegen geschätzt bei 3,8 Mrd. Euro. Frauen leisten 52 Prozent mehr Haus- und Pflegearbeit als Männer, also anderthalbmal so viel. Von 437 Verwaltungsspitzen in den Landkreisen, Stadtkreisen und kreisfreien Städte sind rund 11 Prozent mit Frauen besetzt.

„Frauen können alles, wenn sie die nötige Unterstützung haben. Das ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Eine kommunale Aufgabe, eine Aufgabe der Länder und des Bundes. Dafür müssen wir noch einiges tun, und zwar gemeinsam“, sagte Bundesministerin Dr. Franziska Giffey, die die Bundeskonferenz in Karlsruhe eröffnete. Ziele der Gleichstellungsarbeit sind, Führungspositionen in Verwaltungen paritätisch zu besetzen, bei Wahlen Frauen auf aussichtreiche Listenplätze zu setzen oder Gleichwertigkeit in Aufsichtsräten zu erreichen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, so der Tenor der Konferenz, dass Freiwilligkeit hier nicht reiche, weshalb sich die Teilnehmer für eine prinzipielle Quotierung für alle durchgreifenden politischen und wirtschaftlichen Gremien und Ämter aussprachen. „Die Errungenschaften der Gleichstellung müssen geschützt und ausgestaltet werden, gerade in Zeiten, in denen Rechtspopulisten und radikale Islamisten rückwärtsgewandte Rollenbilder entwickeln, durchsetzen wollen und die Gleichstellung von Frauen und Männer fragwürdig erscheinen lassen“, so Paffrath und Müller. „Solchen Bestrebungen muss geradlinig entgegengetreten werden. Das erfordert Mut, eine klare Positionierung und Durchsetzungskraft der Politik im Hinblick auf eine lebenswerte, fortschrittlich orientierte Gesellschaft für alle Frauen und Männer.“

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