Erfolge und Ehrungen in Japan

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Bereits im Juli führte der Nordhäuser Kampfkunstmeister Frank Pelny eine europäische Delegation für zwei Wochen nach Okinawa, Japan. Neben einigen Ehrungen konnten die Athleten dort auch Weltcup-Titel und Medaillen gewinnen.

Frank Pelny ist nicht nur der Vorsitzende des Karate-Do-Kwai Nordhausen, sondern auch der technische Direktor des Tesshinkan Kobudô (Karate mit Waffen) für Europa. Also bestand die gesamte Abordnung aus mehr als nur den acht deutschen Teilnehmern. Zwei Kämpfer aus Belorussland, ein Russe und ein Tscheche machten sich ebenfalls von ihren Heimatländern aus auf den Weg. Allerdings war die Anreise aus Deutschland schon mit einigen Hindernissen verbunden. Wegen eines Taifuns, welcher zu der Zeit über die Insel Okinawa tobte, durfte der Flieger nicht landen. Nach einer Stunde Warteschleife kehrte das Flugzeug schließlich wieder um und flog wiederum 21/2 Stunden nach Shanghai zurück. Dort musste die Gruppe erst einmal übernachten, bevor sie am nächsten Tag einen neuen Versuch starten konnten. Diesmal streikte allerdings die Technik und der Flieger blieb zunächst drei weitere Stunden am Boden. Somit kamen die Reisenden letztendlich mit einer ordentlichen Verspätung in Okinawas Hauptstadt Naha an.

Der erste Höhepunkt der Reise war die Feier zum 20jährigen Bestehen des Verbandes und des 70. Geburtstages seines höchsten Repräsentanten, Großmeister Tamayose Hidemi (10. Dan). Zu diesem Anlass waren natürlich die wichtigsten okinawanischen Meister des Karate und Kobudô anwesend. Vor diesem kritischen Publikum leisteten auch die Europäer ihren Beitrag und boten recht umfangreiche Vorführungen dar. Dank der guten Vorbereitung und des hohen Leistungsstandes der Kämpfer, gelang dies fehlerlos. Auch Meister Tamayose selbst ließ sich eine Darbietung nicht nehmen. Mit geschmeidigen Bewegungen und kraftvollen Techniken bewies der rüstige Siebzigjährige, dass man bis ins hohe Alter fit und aktiv bleiben kann. Im Rahmen dieser Feier wurde auch Frank Pelny neben zwei Kanadiern und einem Japaner mit dem Tesshinkan-Ehren-Award ausgezeichnet. Nicht nur diese Ehrung war der Grund, warum Frank Pelny später resümierte: „Man spürt die Wertschätzung der Okinawanischen Meister für das, was bei uns in Europa für das Kobudô geleistet wird.“ Wenn die Deutschen eine Vorführung begannen, dann hielten die japanischen Würdenträger inne und schauten sehr aufmerksam zu. Übrigens waren die Feierlichkeiten typisch japanisch durchgeplant. Sie gingen laut Agenda von 12.00 Uhr bis 15.00 Uhr und keine Minute länger.

Die nächsten Tage waren der Wettkampfvorbereitung gewidmet. Dieser begann mit der Registrierung und dem Wiegen der Waffen. Die Eröffnungsfeier gipfelte in dem Eid der Athleten. Diesmal wurde die Ehre diesen zu sprechen dem Gewinner der letzten zwei World-Tournaments zuteil: dem Nordhäuser Hagen Walter! Eine absolut seltene Auszeichnung für einen Ausländer.

In den Qualifikationen musste zuerst Frank Pelny ran. Mit dem Langstock kämpfte er sich als ältester Teilnehmer des Feldes auf den zweiten Platz seiner Gruppe. Allerdings stand er dort punktgleich mit einem anderen Kämpfer. Da aber nur die beiden Ersten in die nächste Runde kamen, stimmten die Kampfrichter abseits der Matte gegen ihn und er schied somit glücklos aus dem Wettkampf. Trotzdem sollte es noch Erfolge für das europäische Team geben. Mit den Sai-Gabeln (Metalldreizack) gelangte zunächst Michaela Frost bei den Damen bis auf den vierten Platz. Ebenso bei den Herren Martin Mähler. Sogar Silber konnte Igor Miroutenko aus Minsk erringen. Richtig gut machte seine Sache allerdings der aus Nordhausen stammende und nun in Jena wohnende Hagen Walter. Nachdem er bereits im letzten Jahr seinen Weltmeistertitel verteidigt hatte, gelang es ihm diesmal abermals, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Das ist ein unglaublicher Hattrick! Nun bereits drei Mal in Folge ist er mit den Sai erwiesenermaßen der Beste in der Welt.

Insgesamt war es wieder einmal ein sehr produktiver Besuch auf Okinawa. Zwei Deutsche stellten sich mit Erfolg den Prüfungen zu einem weiteren Meistergrad. Bestehende internationale Kontakte wurden gepflegt und neue geknüpft. Auch in der Öffentlichkeit wurde man wahrgenommen. So gehörte zum Beispiel ein Besuch beim dortigen Landrat mit zum Programm. Über ein Geschenk von Schokoladentafeln mit dem aufgedruckten Konterfei der deutschen Kampfkunstmeister freute er sich so sehr, dass er sich bei jedem seiner Gäste direkt mit einer Packung einheimischer Plätzchen revanchierte.

Die Rückreise nach zwei intensiven Wochen erfolgte übrigens problemlos und ohne Pannen.

Interessenten an authentischer und qualitativ hochwertiger Kampfkunst bietet der Karate-Do-Kwai Nordhausen ein vierwöchiges kostenloses Probetraining. In der Sportart Karate gibt es verschiedene, nach Alter gestaffelte Trainingsgruppen für Kinder, Erwachsene und auch eine eigene Senioren-Gruppe. Für Kobudô (Waffenkarate) und SaCO-Selbstverteidigung muss man das 14. Lebensjahr schon erreicht haben. Karate-Aerobic ist gerade bei Frauen sehr beliebt und ideal für die Verbesserung der Fitness geeignet. Außerdem gibt es noch eine Übungsgruppe Qi-Gong. Die Kleinsten (4-7 Jahre) werden entwicklungsgerecht in der Ninja-Kids Gruppe an den Sport heran geführt. Wessen sportliches Interesse nicht unbedingt im Kampfsport liegt, der ist in der Gruppe Basis-Fit gut aufgehoben.

Information bekommt man im Internet unter www.karate-nordhausen.de, per Telefon NDH 60 47 36 oder einfach mal zu den Trainingszeiten in der Spendekirchhof-Turnhalle des Humboldt-Gymnasiums in der Münzgasse vorbeischauen.

Sven Schröter (Karate-Do-Kwai Nordhausen e. V.)

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