Eis und Schnee zwingt Vögel zur Rast in Thüringen

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NABU bittet Autofahrer um rücksichtvolles Fahren, wenn Vogeltrupps am Straßenrand auftauchen

Jena – Aus ganz Thüringen melden besorgte Bürgerinnen und Bürger dem NABU Trupps von rastenden und geschwächten Zugvögeln wie zum Beispiel Kiebitz und Wacholderdrossel. „Die Vögel wurden vom späten Wintereinbruch mitten in der Zugzeit überrascht und versuchen, bei uns Kraft zu tanken und Nahrung aufzunehmen. Bei dem derzeitig gefrorenen Boden ist dies nicht gerade leicht “, erklärt Tino Sauer, ein Vogelexperte beim NABU Thüringen. „Vereinzelt wurden uns auch schon Kiebitze auf der Suche nach Nahrung in Gärten gemeldet.“

Die Zugvögel suchen vor allem nach schnee- und frostfreien Flächen, die sie wegen des Streusalzeinsatzes, besonders häufig auch an Straßenböschungen finden. Damit keines der Tiere unter die Räder kommt, bittet der NABU Thüringen um rücksichtvolles Fahren.

Wenn die Temperaturen zum Wochenende wieder steigen, wird sich der Zugstau auflösen. Schließlich wollen die Vögel möglichst schnell ihre Brutgebiete im Norden erreichen. „Ich persönlich hab auch schon die ersten Kiebitze und Kraniche in ihren Brutgebieten in Mecklenburg-Vorpommern beobachten dürfen“, sagt Tino Sauer. Besorgt äußert sich der NABU-Experte aber auch zum Greifvogelzug. „Rotmilane und Bussarde kreisen über die Felder und finden kaum Mäuse. Auf den Einsatz von Giftköder zur Mäusebekämpfung in der Landwirtschaft sollte dieses Jahr deshalb komplett verzichtet werden.“

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