Einzug ins Forschungslabor

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Nordhausen (HSPN): Labor für Bioressourcen nimmt im Thüringer Innovationszentrum für Wertstoffe seinen Betrieb auf

Bereits im Spätherbst des letzten Jahres erfolgte durch die Firma Mc Labor die Lieferung und Aufstellung der neuen Laborcontainer im Thüringer Innovationszentrum für Wertstoffe (ThIWert). In den vergangenen Wochen erfolgte nun der Umzug der bestehenden Labortechnik aus dem August-Kramer-Institut der Hochschule Nordhausen in die neuen Laborräumlichkeiten.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Labors „Bioressourcen“ kann das fünfköpfige Team um Dr.-Ing. Anja Schreiber und Prof. Dr. Uta Breuer sich nun intensiv der verfahrenstechnischen Prozessentwicklung von biologischen Sanierungs- und Behandlungsverfahren im Bereich der Biogaserzeugung, Abwassertechnik und Bodensanierung zuwenden.

Aktuell bearbeiten die Wissenschaftlerinnen das durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) geförderte Verbundvorhaben „Entwicklung eines neuartigen biochemischen Verfahrens zur Sulphur-Separation aus Gasen“. Dabei liegt ein Schwerpunkt der Arbeiten in der Anzucht und Kultivierung neuartiger Schwefelbakterien. Diese werden parallel in einer von der Geraer Firma UGN Umwelttechnik GmbH entwickelten und an die 1m³-Forschungsbiogasanlage der Hochschule Nordhauen angeschlossenen Entschwefelungseinheit auf ihre Leistungsfähigkeit zur Biogasentschwefelung überprüft. Der bei der Vergärung von organischen Stoffen in Biogasanlagen entstehende Schwefelwasserstoff bewirkt in Biogasanlagen bei allen kontaktierten Anlagenbestandteilen Korrosion und muss deshalb aus dem Gas entfernt werden. Ziel des Verbundvorhabens ist es somit, der Branche langfristig eine effiziente Entschwefelungstechnologie zur Verfügung zu stellen, die eine lange Nutzungsdauer der systemintegrierten Geräte gewährleistet und hohe laufende Kosten durch Wartung und Reparatur minimiert.

Was die Wissenschaftlerinnen Marén Podewski und Lynn Vincent sowie die Technische Assistentin Dana Seidler im kleinen Maßstab an der Hochschule Nordhausen erproben, erfolgt beim Verbundpartner BTN Biotechnologie Nordhausen GmbH im Up-Scaling. Hier werden die zuvor im ThIWert vorkultivierten Schwefelbakterien in einem Laborfermenter dauerkultiviert und das Verfahren in Bezug auf ein optimales bakterielles Wachstum angepasst.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt im neuen Labor „Bioressourcen“ besteht in der molekularbiologischen Identifikation von Mikroorganismen mittels PCR und qPCR. Das sind Verfahren, die derzeit auch in den medizinischen Laboren bei der Untersuchung auf Coronaviren zum Einsatz kommen. Für das Team der Hochschule Nordhausen bieten die Untersuchungsmethoden die Möglichkeit, im Forschungsvorhaben die eingesetzten Schwefelbakterien in einem Gemisch aus Bakterien zu identifizieren und deren Leistungsfähigkeit im Biogasprozess zu beurteilen.

Bild(er)unterschrift(en): Dr. Anja Schreiber mit den Labormitarbeiterinnen Dana Seidler und Marén Podewski

(Bildquelle: Hochschule Nordhausen)​

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