Einigung zu Waldwildnis

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NABU Thüringen begrüßt Vereinbarung zum Nutzungsverzicht auf 5% des Waldes in Thüringen

Jena – Nun ist es amtlich – 5% des Thüringer Waldes dürfen sich ungehindert zu Wildnis entwickeln. Nach langem Ringen konnten sich das Thüringer Landwirtschaftsministerium und das Thüringer Umweltministerium einigen und haben heute ihre Vereinbarung zur Umsetzung des Koalitionsvertrages zum Nutzungsverzicht auf 5% des Waldes in Thüringen vorgestellt. „Wir begrüßen diesen Schritt und das klare Bekenntnis zu Waldwildnis, für den wir so lange gekämpft haben. Vor allem der Streit um den Possenwald ist nun einvernehmlich und doch im Sinne der Natur entschieden worden. Dort werden in Zukunft auf einer Fläche von 1000 Hektar natürliche Entwicklungsprozesse stattfinden können, die nicht nur der Artenvielfalt dienen, sondern auch helfen, das Klima zu schützen und letztendlich unsere Existenz sichern“, sagt Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen. Außerdem wird in weiteren Teilen des Possenwaldes die Erholungsnutzung für die Anwohner besonders im Fokus der Waldbewirtschaftung stehen. „Auf einen solchen Kompromiss haben viele Menschen in der Region gewartet.“

Der NABU Thüringen fordert nun, dass die praktische Umsetzung des 5-Prozentziels nutzungsfreie Wälder so schnell wie möglich realisiert wird.
„Spätestens 2029 muss der Waldumbau – so wie in der Vereinbarung vorgesehen – auch in den Naturerbeflächen abgeschlossen sein“, so Jessat. Es darf nicht passieren, dass in den zukünftigen Wildnisgebieten jetzt noch alte und
ökologisch wertvolle Bäume dem Holzhunger der Sägeindustrie und den Motorsägen zum Opfer fallen.“ Kritisch sehen die Naturschützer das zukünftig die wirtschaftlichen Nachteile, die durch die Wildnisentwicklung der Flächen entstehen, gegenüber ThüringenForst-AöR ausgeglichen werden sollen. Das Land muss bei der Erfüllung von Gemeinwohlbelangen als Flächeneigentümer Vorbild sein, die Ausgleichszahlungen dürfen daher nicht zu Lasten anderer Naturschutzaufgaben gehen.

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