Ein Jahr nach der A-7-Konferenz

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(POL-GOE)

Göttingen (ots) – Weniger Unfälle auf der A 7, weniger Staus,
weniger Chaos auf den Umleitungsstrecken. Das waren die Ziele einer
Konferenz im Juli 2015 im Kreishaus. Gut ein Jahr später ziehen
Landrat Bernhard Reuter und Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig
eine positive Zwischenbilanz. „Die Entwicklung der Zahlen zeigt, dass
die Initiierung der A-7-Konferenz die absolut richtige Entscheidung
von Landrat Reuter war. Die Reduzierung der Unfallzahlen um bis zu 30
Prozent spricht eine deutliche Sprache“, fasst Polizeipräsident
Lührig zusammen. Landrat Reuter, Initiator und Gastgeber der
damaligen Konferenz, erklärt: „Die Situation auf der A 7 war
besorgniserregend. Jetzt ist nicht alles gut, aber wir sind auf einem
guten Weg.“

Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter betroffener Kommunen und
zuständiger Behörden waren auf Einladung des Landkreises Göttingen im
Juli 2015 ins Kreishaus gekommen, um über die Situation auf der A 7
im Abschnitt zwischen Göttingen und der südlichen Landesgrenze zu
beraten. Verantwortliche aus Verkehrsministerium, Innenministerium,
und Niedersächsischer Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
berieten mit den Spitzen der betroffenen Kommunen. „Das waren
Gespräche auf Augenhöhe. Es ging um Lösungen, nicht um
Zuständigkeiten“, so Landrat Reuter im Rückblick. „Insbesondere das
Engagement von Polizeipräsident Uwe Lührig hat meine Initiative
damals gestützt und ihr zusätzlich Schwung verliehen. Die Expertise
der Polizei war und ist Gold wert.“

Ergebnis der Konferenz war eine Liste von zehn konkreten
Maßnahmen, darunter eine durchgängige Geschwindigkeitsbegrenzung auf
Tempo 120 zwischen der Anschlussstelle Lutterberg und dem Dreieck
Drammetal. Sämtliche Maßnahmen sind bereits umgesetzt oder auf den
Weg gebracht. In die Verantwortung des Landkreises fällt die
Einrichtung einer stationären Verkehrsüberwachung im Dreieck
Drammetal in der Auffahrt auf die A 7 (Richtung Süden). Kam es hier
im Jahr 2015 noch zu 18 Verkehrsunfällen, so gab es seit
Inbetriebnahme der Überwachungsanlage im Januar an dieser Stelle
keinen Unfall mehr. Auch die vereinbarte Überprüfung der
Umleitungsstrecken durch den Landkreis wurde in Angriff genommen.
Eine erste Bereisung mit Vertretern von Polizei, Landesbehörde und
Gemeinden fand im Juni statt. Dabei wurden Umleitungsstrecken im
Bereich Göttingen/Rosdorf/Friedland auf Optimierungsmöglichkeiten
begutachtet. U. a. wurde die Ausschilderung ergänzt und verbessert.
Eine weitere Bereisung für den Bereich Hann. Münden/Staufenberg ist
noch in diesem Jahr geplant.

Ein Jahr nach Konferenz weisen aktuelle Zahlen darauf hin, dass
dieses Maßnahmenpaket Wirkung zeigt. Im Bereich der A 7 zwischen dem
Dreieck Drammetal und der Anschlussstelle Lutterberg kam es in
Fahrtrichtung Norden im Jahr 2015 von Januar bis Ende Juli zu 74
Verkehrsunfällen. Im Jahr 2016 wurden in diesem Zeitraum 55
Verkehrsunfälle festgestellt, was einen Rückgang von ca. 25 %
ausmacht. In Fahrtrichtung Süden wurden im Jahr 2015 im o.g.
Vergleichszeitraum 76 Verkehrsunfälle registriert. 2016 waren es
lediglich 53. Das entspricht einem Rückgang von ca. 30 %.

An der Gefällestrecke Laubacher Berg in Fahrtrichtung Nord blieben
die Unfallzahlen 2015 und 2016 mit jeweils neun gleichbleibend. „Um
auch hier eine Verbesserung der Unfallzahlen und der damit
verbundenen Entlastung der Umleitungsstrecken herbeizuführen, stehen
meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ständig mit dem Landkreis
Göttingen und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und
Verkehr in Austausch. So sind kurzfristig Maßnahmen zur Erhöhung der
Griffigkeit geplant, die im Jahr 2017 in einer Sanierung der Fahrbahn
münden sollen“, so Polizeipräsident Lührig.

„Erfreulich ist auch, dass wir im Zeitraum von Januar bis Ende
Juli nur noch zehn Vollsperrungen/Staulagen nach Verkehrsunfällen
feststellen konnten.“ Im Jahr 2015 waren es im Vergleichszeitraum 22.
„Das zeigt dass die einzelnen Maßnahmen Wirkung zeigen und die
Menschen an den Umleitungsstrecken Entlastung spüren. Unser Ziel muss
es sein, den Weg weiterzugehen, um hier in Zukunft eine noch kleinere
Zahl festzustellen,“ betonte Lührig.

„Im Rahmen der strategischen Ausrichtung der Polizeidirektion
Göttingen hat die Verkehrssicherheitsarbeit weiterhin eine hohe
Priorität. Auf unseren Straßen verunfallen nach wie vor zu viele
Menschen. Wir müssen die Ursachen wie zum Beispiel nicht angepasste
Geschwindigkeit, zu geringer Abstand oder Telefonieren mit dem Handy
während der Fahrt intensiv bekämpfen. Die Kooperation mit dem
Landkreis Göttingen für mehr Verkehrssicherheit auf der A 7 ist
vorbildlich“, sagte Polizeipräsident Uwe Lührig. In diesem
Zusammenhang ist noch für dieses Jahr eine Großkontrolle auf der
Autobahn 7 in Südniedersachsen geplant.

Abschließend lobt Landrat Reuter die Zusammenarbeit von Behörden
und Kommunen. „Die A-7-Konferenz war eine außergewöhnliche, einmalige
Initiative. Sie hat eine Dynamik entfaltet, die bis heute anhält.
Dafür danke ich allen Beteiligten. Wir bleiben am Thema dran“, so
Landrat Reuter.

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