„Ein internationaler Wissenschaftler aus Nordhausen – Friedrich Traugott Kützing“

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Nordhausen (psv) Am Dienstag, dem 22. Mai, wird um 19 Uhr im Nordhäuser Stadtmuseum Flohburg eine neue Sonderausstellung zu Leben und Wirken des berühmten Nordhäuser Wissenschaftlers Friedrich Traugott Kützing eröffnet. Die Ausstellung ist seinem 125.Todestages gewidmet und wird bis zum 12. Juli zu sehen sein.

In einem kleinen Dorf zwischen Artern und Querfurt wird der bedeutende Naturforscher 1807 als achtes Kind eines Müllers geboren. Eine andere Schule, als die in seinem Heimatort Ritteburg hat Friedrich Traugott Kützing nie besucht. Nach einer Apothekerlehre geht der „Professor“, wie man ihn anerkennend nennt, als Apothekergehilfe nach Magdeburg und andere Städte.

Schon in die Zeit seines Studiums 1832 und 1833 an der Universität Halle fällt sein erstes bedeutendes Werk „Synopsis Diatomearum“. Diese Forschungen zu Kieselalgen bringen ihm die Mitgliedschaft bei der Naturforschenden Gesellschaft in Halle ein. Aufgrund seiner großen wissenschaftlichen Leistungen ermöglicht ihm die Akademie der Wissenschaften Berlin, mit Alexander v. Humboldt an der Spitze, eine Studienreise nach Italien und der Schweiz.

Von 1835 bis zu seinem Tod lebt Kützing in den Mauern unserer Stadt. Fast ein halbes Jahrhundert wirkt er in Nordhausen als Lehrer am Realgymnasium. 1843 erscheint sein erstes großes Algenwerk, die „Phycologia generalis“. Die dazugehörigen Bildtafeln fertigt er selbst in meisterlicher Manier. Dieses Werk begründet eine neue Ära der Algenforschung. Dafür bekommt Kützing von König Friedrich Wilhelm IV den Professorentitel verliehen.

Innerhalb von etwa zwanzig Jahren schafft Kützing mit den „Tabulae Phycologicae“ seine umfangreichste Arbeit zu Arten und Formen der Algen. Als berühmter Wissenschaftler ist er nun über die Grenzen Deutschlands bekannt. Sogar in Australien kennt man ihn.

Allseits hochgeehrt stirbt Kützing 1893 im Alter von 86 Jahren. Ihm zu Ehren trägt eine Straße in Nordhausen seinen Namen und auch das Kützing-Denkmal am Eingang zum Gehege ist jedem Nordhäuser bekannt.

In Zeit und Wirken Kützings einzutauchen fällt in der vom Historiker Dr. Peter Kuhlbrodt konzipierten Ausstellung nicht schwer. Der Schau gelingt es mit außergewöhnlichen Exponaten, seien es nun historische Apothekengeräte, ein wertvoller Apothekerschrank oder originale

Schriftstücke, den Betrachter in ihren Bann zu ziehen. Aufschlussreiche Texte, versehen mit den technisch bewundernswerten akademischen Zeichnungen Kützings, machen den wissenschaftlichen Rang dieses Forschers in der damaligen Fachwelt und seine Ausstrahlung bis in spätere Zeiten deutlich.

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