Ein Biotop inmitten Nordhausen

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Mitten in Nordhausen entsteht ein neues Biotop. Wie die Wohnungsbaugenossenschaft Südharz (WBG) mitteilt, wurde im Bereich der Halleschen Straße 34 bis 40 eine kleine Park- und Freizeitfläche in eine sogenannte Naturraumzelle umgewandelt.

Hintergrund ist die demografische Entwicklung innerhalb der Mieter der Genossenschaft. Bei der Etablierung des Wohngebietes nutzten die Familien mit Kindern das Areal vorwiegend als Freizeitfläche. Diese Nutzungsart verschwand mit den Jahren und der Pflegeaufwand seitens der WBG erhöhte sich zunehmend. “So wurde letztlich aus der Not eine Tugend und wir konnten diese Fläche für Ausgleichsmaßnahmen nutzen. Mit Hilfe der Landschaftsarchitekten von LA 21 aus Nordhausen entstand ein Biotop, dass als Fläche für den Naturschutz dauerhaft zur Verfügung steht. ”, so der WBG-Vorstand.

Ziel ist es, eine sogenannte „Naturraumzelle“ zu entwickeln. Diese wird in eine ökologische Ausgleichsfläche umgewandelt, um hier zukünftige Eingriffe aus Bauvorhaben der WBG Südharz zu kompensieren, z.B. durch Neupflanzungen einheimischer Gehölze oder die Schaffung von Rückzugsorten für gefährdete Tierarten. Die Fläche kann somit als ein „Ökokonto“ fungieren, in das die Genossenschaft im Vorfeld durch gestalterische Maßnahmen „einzahlt“ und später davon „abbucht“.

Um dies zu erreichen, waren im Vorfeld einige Maßnahmen nötig:

– Bestandsaufnahme der vorhandenen Situation
– ökologische Bewertung des Ist-Zustandes
– Erarbeitung eines Konzeptes zur ökologischen Aufwertung
– Antrag und Einholung einer Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde
(= Grundlage für „Ökokonto“)
– Realisierung der Maßnahmen aus dem Konzept
– Kontrolle und ökologische Bewertung der realisierten Maßnahmen

In der Halleschen Straße ist konkret Folgendes geplant:
Im Januar 2020 fanden in dem Bereich bereits Pflegearbeiten durch die Landschaftsgärtnerei Sauer aus Ellrich statt. Dabei wurden gebietsfremde Gehölze (Fichten) sowie eine abgängige Birke gefällt. Des Weiteren wurden 6 abgestorbene Birken als „Spechtbäume“ auf eine Höhe von 6 bis 8 m herabgesetzt und das anfallende Holz wurde an mehreren Stellen im Gebiet aufgestapelt.
Die Hochstubben und Holzhaufen stellen künftig einen Lebensraum für totholzbewohnende Tierarten wie Insekten dar und dienen Fledermäusen und Höhlenbrütern als Ruhe- und Fortpflanzungsstätte.
Im Frühjahr wurden zudem 30 Blütensträucher in die Naturraumzelle gepflanzt. Bis Anfang Juni werden 3 Ulmen als Hochstämme gepflanzt, womit dieser einheimischen – und fast verschwundenen – Baumart ein zukunftsträchtiger Lebensraum geboten wird.
Im Weiteren wurden im Randbereich zwei Lesesteinhaufen errichtet, die wichtige Rückzugsorte und Sonnenplätze für Kleinsäugetiere (z.B. Igel) und Reptilien (z.B. Zauneidechse) bieten.
Ganz im Sinne der WBG-Philosophie als „Grüne WBG“ entsteht hier eine Naturoase direkt in der Stadt. Für die Umwandlung des Areals investierte die Genossenschaft rund 5.000,- Euro.

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