Ein Ausflug auf die Westerburg – ein Juwel

0

Im Harzvorland des Harzkreises, zwischen Halberstadt und Wolfenbüttel, unweit von Dedeleben am Großen Bruch, liegt die Westerburg. Es gilt als erwiesen, dass sie auf eine Gründung von Karl dem Großen, während der Sachsenkriege um das Jahr 770, zurückgeht. Neueste Forschungsergebnisse lassen aber darauf schließen, dass dieser Flecken bereits zu Beginn der Zeitrechnung eine germanische Befestigungsanlage beherbergte. Ursprünglich bestand diese Burganlage, in sumpfigem Gebiet, aus einem doppelten Wall und einem zweifachen Burggraben sowie diversen Funktionsgebäuden. Um das Jahr 980 wurde der Bergfried errichtet, später dann die Rundburg.

Die erste urkundliche Nennung der Burg vom Jahr 1052 besteht aus einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich III. an den Halberstädter Bischof. Das Bistum Halberstadt gab die Burg später als Lehen an die Regensteiner Grafen. Im 16. Jahrhundert hatte die Westerburg wechselnde Besitzverhältnisse, war aber zum Großteil Lehen der Herren von Veltheim.

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges hatte auch die Westerburg einiges zu erdulden, wurde umkämpft und mehrfach besetzt, aber nicht zerstört. Nach dem Westfälischen Frieden wurde die Westerburg, mit ihren zeitweise 26 Dörfern, durch die Säkularisierung des Bistums Halberstadt, aus dessen Bestand in den Besitz des Kurfürstentums Brandenburg überführt. Die Westerburg wurde Lehen der Herren von Steinburg und verblieb bis zu deren Aussterben im Jahr 1701 in deren Besitz.

Preußen verpachtete die Burg als Rittergut an die bürgerliche Familie Wahnschaffe. Die Pacht war mit der Auflage verbunden, das „Große Bruch“ urbar zu machen. Das Rittergut Westerburg verblieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in den Händen der Familie Wahnschaffe.
In der DDR- Zeit war die Burg Sitz der hiesigen LPG, auch Arztpraxis, Gemeindebüro, Kindergarten und Schule wurden in den Gebäuden angesiedelt, was die Burg wohl vor dem Verfall bewahrte.

Heute wird die Westerburg als älteste und besterhaltene Wasserburg Deutschlands angesehen. Seit dem Jahr 2000, nach umfassender Rekonstruktion, ist die Westerburg ein Hotel. Die „jüngsten“ Besitzer, Familie Lerche, kann zu Recht stolz sein. Ihr Hotel ist außergewöhnlich, das aber im positivsten Sinn. 40 stilvoll eingerichtete Zimmer, inklusive der zwei First-Class-Suiten, werden jedem Anspruch gerecht. Dazu kommt eine gehobene Gastronomie mit regionaler, nationaler und internationaler Küche. Das gastronomische Ambiente beginnt mit dem klassischen Feinschmeckerrestaurant „Prinzessin Marie Pauline“ sowie einer Südterrasse am Burggraben, dem folgen ein uralter Brau- und Ritterkeller sowie eine rustikale Burgscheune. Eine wunderschöne Bibliothek, die als Bar genutzt wird sowie der Fürsten- und Spiegelsaal bilden eindrucksvolle Ergänzungen. In der barocken Burgkapelle aus dem Jahr 1681, können sich Paare sowohl standesamtlich als auch kirchlich trauen lassen.

Ein umfangreicher Beauty- und Wellnessbereich rundet das Angebot ab. Das Extravagante an der Westerburg ist aber ihr umfangreiches Veranstaltungsangebot, das sicherlich für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Die I-Tüpfelchen dabei bilden aber die Konzert- und Theatervorstellungen des Nordharzer Städtebundtheaters (z.B. „Der Name der Rose“), weiter wollen wir aber nichts verraten.
(Quelle:Ausflugziele im Harz)

Teilen

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*