Dufftown Destillerie – ein Singleton kommt selten allein

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Dufftown Destillerie liegt südlich des gleichnamigen Orts in einem herrlich bewaldeten Tal. Der Ort selbst gilt im Allgemeinen als Whiskyhauptstadt Schottlands, wenn nicht sogar der ganzen Welt. Im 19. Jahrhundert wurden hier nicht weniger als sieben Whisky Destillerien gegründet. Zuerst 1823 Mortlach, später 1887 Glenfiddich, kurz darauf folgten im Whiskyrausch des ausgehenden 19. Jahrhunderts in kurzen Abständen 1892 Balvenie, 1893 Convalmore, 1894 Parkmore, 1895 Dufftown selbst und schlussendlich Glendullan im Jahr 1897. Einheimische prägten zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Spruch: „Rome was built on seven hills, Dufftown stands on seven stills“ – „Rom wurde auf sieben Hügeln erbaut, Dufftown steht auf sieben Brennblasen“. Nach der Schließung von Parkmore im Jahr 1931 sind heute noch fünf Hersteller aktiv, wobei Convalmore zumindest noch als Lager genutzt wird. Mit viel gutem Willen kann man zur Aufrechterhaltung dieses Spruchs die 1990 gegründete Kininvie Distillery und Allt-à-Bhainne Distillery hinzurechnen.
Die Gründer von Dufftown waren Richard Stackpole, John Symon, Charl(e)s MacPherson und Peter Mackenzie. Letzterer hatte 1882 Blair Athol gekauft und so bereits Erfahrung im Betrieb einer Destillerie. Am 10. November 1896 wurde das erste Destillat abgefüllt. Erstaunlicherweise wurde lange Zeit auf den Labels der Abfüllungen von Dufftown nicht das Jahr der Gründung, sondern dass des Produktionsstarts abgedruckt.
Nur ein Jahr später übernahm P. Mackenzie & Co die Destillerie vollständig. 1933 verkaufte das Unternehmen Dufftown für 56.000 GBP an Arthur Bell & Sons. Diese verwendeten zum ersten Mal den Whisky von Dufftown für ihre Blends.
Der Kauf umfasste neben der Dufftown Distillery auch die Blair Athol Distillery. Arthur Bell & Sons betrieben die Destillerie bis 1985. Ab diesem Zeitpunkt übernahm United Distillers (UD) & Vintners, einem Tochterunternehmen des Grand Metropolitan Konzerns, die Geschäfte. Damit und mit der Fusion zwischen Grand Metropolitan und Guinness im Jahr 1997 war der Weg zum heutigen Eigentümer Diageo geebnet.
Bis Mitte der 80er Jahre wurde letzterer, vermutlich bis zur Übernahme durch United Distillers (UD) & Vintners, auf dem Label als „The Dufftown Glenlivet“ ausgewiesen. Dufftown gehört seit langen zu den größten Malt-Produzenten Schottland, nur viele Jahre gab es keine offiziellen Abfüllungen – vom Duty-free Geschäft einmal abgesehen.
Ab 2010 startete Diageo einen neuen Versuch den Whisky von Dufftown als Single Malt zu vermarkten, diesmal unter der Bezeichnung „The Singleton of Dufftown“. In dieser Auflage wurde eine 12-jährige, 15-jährige und 18-jährige Abfüllung veröffentlicht, wobei die 12-jährige zu Diageo`s Classic Malts Selection gehört. Heute werden bei Dufftown etwa 3 % als Single Malt veröffentlicht.

FotoWCN_LE

Der Begriff „The Singleton“ soll seine Alleinstellung verdeutlichen, was jedoch nicht ganz der Fall ist. Parallel wurde der Whisky von Glen Ord und von Glendullan auch als „The Singleton“ veröffentlicht. Irritierender Weise mit einem ähnlichen Label und in der gleichen grünlich flachen Flasche, welche kaum in irgendein Whiskyregal unterzubringen ist. 2020 wurden wieder offizielle Abfüllungen ohne Altersangaben herausgebracht. Diese heißen Cascade, Sunray und Tailfire und sind nach den Lachsfliegen des Fliegenfischens benannt. Ein Hinweis darauf, dass der Spey ein erstklassiges Lachsfischrevier ist.

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