Dieter Kerwitz – ein Leben Nordhausen treu geblieben

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Am 27.11. öffnet die KERWITZ-Ausstellung in der Stadtbibliothek

Denken die älteren Nordhäuser an ‚ihre‘ Künstler, dann kommen schnell die drei
Namen, die seit den späten Siebzigern für die Kunst dieser Stadt stehen – Kerwitz,
Mackensen, Rechtaczek. Und für ’Otto-Normalverbraucher‘ standen sie auch ein
wenig für das, was eben einen Künstler so auszumachen hat. Rechtacek mit seiner
muskulösen Gestalt und profunder Kenner der Sagenwelt der Germanen und
Nordvölker, ab und an nicht nur vom Met berauscht; Mackensen ein Feingeist, eine
Erscheinung, wenn er begleitet von seiner schlanken, blonden Ehefrau, flankiert mit
Dogge in Nordhausen auftrat und schließlich Dieter Kerwitz, in der Erinnerung als
Künstler in seiner Rüdigsdorfer Atelierscheune hinten, vorn aber das Cafè – an den
Wänden seine Werke, aber auch die Scheiben der „Pusterohr-Wettkämpfe“, auf
denen den Betrachter nackte Hinterteile anschauten, in die die Siegerschützen ihren
Pfeil hineingebohrt hatten. Nur sehr wenige kannten den anderen Kerwitz, der sich
als Kenner und Liebhaber der Werke von Thomas Mann und Stefan Zweig auswies.

Es ist fast ein Jahr her, dass Dieter Kerwitz nicht mehr unter uns weilt und es ist
Herzensanliegen vieler Menschen in einer Ausstellung an ihn und sein Werk zu
gedenken. Diese Ausstellung „Klaus-Dieter Kerwitz – In Erinnerung“ öffnet am
27.11.2018 und es wird eine besondere, sehr persönliche, getragen von der
Verbundenheit der Bürger und Liebhaber der Kunst von Kerwitz. Die Werke werden
in der Mehrzahl von Bürgern als Leihgabe für diese Schau gestellt, ergänzt u.a. mit
einigen aus den Beständen der Kreissparkasse und des Kunsthauses Meyenburg.
Auch findet die Ausstellung in der Stadtbibliothek statt, mehr im Zentrum der Stadt.
Täglich kommen ca. 250 Besucher in die Bibliothek und es ist leicht den Zuspruch zu
errechnen, die diese Ausstellung bis zu ihrem Ende im Januar haben wird. Es ist der
Leiterin der Bibliothek Frau Seidel zu danken, die die Idee hatte, auf den begrenzten Flächen, die sich für Hängungen eignen, Bilder zu zeigen, die von den Bürgern geliehen werden.
Das Angebot an zu zeigenden Werken war viel größer als erwartet wurde und geeignete Flächen zur Verfügung stehen. Letztlich ist das Bürgerhaus keine Galerie, nicht das Kunsthaus. Auch ist zu betonen, dass Gerd Mackensen zur Vernissage sprechen wird; keine Laudatio in Wortsinn, sondern ein Gedenken und Erinnern an die gemeinsame Zeit in dem gemeinsam genutzten Atelier. Ebenfalls ist vorgesehen, dass die Leihgeber zu Wort kommen sollen – berichten, was das Werk für sie bedeutet, wie sie zu dem jeweiligen Bild kamen. Man darf gespannt sein, wie dieses neue, vielleicht ungewöhnliche Ausstellungskonzept bei den Besuchern ankommen wird. Letztlich wird jeder der Besucher der Bibliothek – bis zum Januar werden es mehrere Tausend sein – die Werke Dieter Kerwitz anschauen, ob nur mit einem Blick oder im vertieften Schauen. Die Liebhaber seiner Kunst sind sich sicher
– es ist ein schönes Konzept des Gedenkens und der Würdigung.

Wann: Vernissage am 27.11.2018 um 17:30 Uhr
Wo: Stadtbibliothek im Bürgerhaus zu den üblichen Öffnungszeiten
Dauer: geplant bis Januar 2019

Dr. Wolfgang R. Pientka Liebhaber des Werkes von Dieter Kerwitz

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