Die TANZWUT kehrt zurück“ mit coolem krachenden und durchdachten neuem Album

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Es gibt mittlerweile viele Bands die sich der Musik des Mittelalters in Verbindung mit krachenden Stromgitarren widmen.
Eine der erfolgreichsten und konstantesten Größen in dieser Szene sind TANZWUT aus Berlin, die sich mit viel Liebe zum Detail genau dieser Musik verschrieben haben.

Seit etlichen Jahren entführt die Berliner Formation ihre Zuhörer in längst vergangene Zeiten und verwandelt jedwede Bühne, auf der sie stehen, in einen mittelalterlichen Schauplatz.

Der Tanz ist dabei nicht nur Teil ihres Namens, sondern gehört sowohl bei ihren Konzerten, als auch in ihren auf CD eingefangenen und gebannten Songs zum Pflichtprogramm.
Der Name der Band ist übrigens aus dem Mittelalter entliehen: Als Mitte des 14. Jahrhunderts die Pest in Europa herrschte, wurde manchmal so lange ekstatisch getanzt bis die Leute zusammenbrachen oder starben.
Man hatte also die Tanzwut um der Erschöpfung und dem Leid zu entkommen.
Getreu diesem Motto erschien vor einigen Tagen das neuste Werk der Band, das den geheimnisvollen Titel „Die Tanzwut kehrt zurück“ trägt.
Die 12 neuen Songs bestechen dabei sofort beim Hören, durch ausgeklügelte, variantenreiche Arrangements und mitreißende Melodien.
Wobei sich das Album sehr abwechslungsreich gestaltet.
Gesunde und ausgewogene Härte mit reichlich krachenden stromverstärkten Gitarren, gepaart mit mittelalterlichen Instrumenten und Dudelsäcken, ergeben mit eher ruhigen Stücken eine außergewöhnliche explosive Mischung, die zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lässt und die sofort den Weg ins Ohr findet.
Was besonders an den Texten liegt, die sich thematisch mit dem, wie auch nicht anders zu erwarten mit den Freuden dieser Zeit Weib Wein und Gesang, aber auch dem Leid,
dem Tod und Teufel im Mittelalter auseinandersetzen.
Schon das erste Stück “Die Tanzwut kehrt zurück” kracht gewaltig und entführt die Hörer in die Welt der Band..

Thematisch gehen TANZWUT bei dem Song auch direkt in die Vollen und liefern eine Botschaft, über die es sich nachzudenken lohnt. Das Lied erzählt davon, dass der schwarze Tod, auch Pest genannt, umgeht.
Was bringt es also noch materielle Güter anzuhäufen?
TANZWUT raten stattdessen dazu einfach mal den Moment zu genießen und das Leben zu leben als gäbe es keinen Morgen mehr.
Aber auch sozialkritische Themen sprechen TANZWUT auf dem neuen Album ganz klar und direkt an.
In „Feine Menschen“ geht es darum, dass viele Leute nur an sich und ihren eigenen Vorteil denken und dafür sprichwörtlich über Leichen gehen.
Ein besonderes Highlight ist sicher der Song „Pack schlägt sich“ dass mit Unterstützung von Saltatio Mortis aufgenommen und produziert wurde.
Eine wahre Hymne an das Leben, die Freundschaft und den Zusammenhalt, der sich schnell zu DEM neuen Fanliebling mausern und schon bald von vielen Konzertbesuchern begeistert mitgesungen werden dürfte.

TANZWUT beweisen aber auch, dass sie nicht nur die lauten Töne, sondern auch die leisen und zarten Klänge hervorragend beherrschen.
Das gelingt ihnen perfekt in dem wunderbaren Song „Bis zum Meer“ oder dem emotionalen “Allein”, dessen Text die Sehnsucht nach einer verlorenen Liebe und von der Jagd nach dem Glück beschreibt.

Mit “Die Tanzwut kehrt zurück” überzeugen TANZWUT wieder einmal durch musikalische Vielfalt und Texten, die berühren aber auch Spaß machen.
Dabei ist es ein Album mit tollen Mitsingrefrains geworden, was durchaus positiv zu werten ist und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Band zeigt und bestätigt, die sich einst aus dem legendären Corvus Corax in Berlin gegründet hat.

Dieses kommt besonders im Zusammenspiel verschiedener Musikstile, Spielarten und natürlich durch die Auswahl der Instrumente zur Geltung.
So bilden die neuen Stücke immer wieder eine perfekte Einheit, in der wirklich alles passt!
Wobei und das sollte an dieser Stelle noch mal besonders betont werden, die Herren von TANZWUT nicht nur auf CD, sondern vor allem live auf der Bühne mit aufwendigen Outfits und Choreographien immer wieder glänzen und ihren Fans so eine perfekte Show bieten.

Fazit: TANZWUT überzeugen auf ihrer neuen Scheibe durch musikalische Vielfalt und Texten, die unterhalten und Geschichten erzählen, aber auch direkt oder zwischen den Zeilen das aktuelle Zeitgeschehen kritisch beleuchten.
So stellt die Band damit ohne Zweifel klar, dass sie an die Spitze des Mittelalterrocks gehören.
Da bleibt als Schlusswort nur das von Sänger Teufel: „Lasst uns durchdrehen!“
Wir haben Tanzwut.

Stefan Peter Text + Foto

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