Die Rote Wand noch roter machen

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Nachdem das letzte Bundesligaspiel vor der Europameisterschaftspause gewonnen und die „weiße Weste“ bewahrt wurde, muss der Thüringer HC am Samstag (Anwurf 15:30 Uhr) noch zum Finalspiel in der EHF Champions League gegen Krim Mercator antreten. Bei einem Sieg wäre der THC in der Hauptrunde. Herbert Müller ruft alle Handballfreunde auf, zahlreich in die Nordhäuser Wiedigsburghalle zu kommen, um das Team frenetisch nach vorn zu treiben. Er möchte, dass die Rote Wand „roter den je zuvor“ hinter ihrer Mannschaft steht.

Zum Rückblick:
Immer noch befindet sich der THC in einer ereignisreichen Woche. Die nationalen Ziele sind erreicht. Im DHB-Pokal steht die Mannschaft im Viertelfinale und nur einen Schritt vor dem OLYMP-FINAL4 in Stuttgart. Im Viertelfinale trifft sie Anfang Januar erneut auf den BBVB Dortmund 09. In der Bundesliga wurde Platz eins gesichert, mit 14:0 Punkten steht man auf Tabellenplatz eins, hart bedrängt von der SG BBM Bietigheim und TuS Metzingen. Die Art und Weise, wie die Mannschaft zuletzt in der Champions League auftrat, zeigte was in ihr steckt. Nachdem sie in Györ die weltbeste Mannschaft über 60 Minuten lang voll gefordert hat, konnte sie dieses Level in Koprivnica beim kroatischen Meister Podravka Vegeta bestätigen, siegte dort souverän mit 31:23. Das hat viel Selbstbewusstsein gebracht. Emily Bölk freut sich, dass „die Mannschaft in der EHF Champions League angekommen ist und die Tür zur Hauptrunde weit aufgestoßen hat“. Jetzt kommt es darauf an, einen letzten großen Schritt zu tun, um durch diese Tür hindurchzugehen.

Nach Herbert Müller haben wir „mit dem gestrigen Spiel mal wieder alles gesehen, was Sport zu bieten hat.“ Es war ein eigenartiges Spiel. Anstatt mit 3:0 in Führung zu gegen, Iveta Luzumova wurde beim 2:0 unberechtigt zurückgepfiffen, sah sich die Mannschaft beim 3:6 schon arg im Hintertreffen. Es war in der ersten Halbzeit ein Kampfspiel, mit starken Deckungsreihen und wenigen Toren. Verbissen wurde auf beiden Seiten um jedes Tor gerungen. Beim 8:6 hatte der THC das Spiel gedreht, ging mit 11:9 erst einmal in die Halbzeitpause. Die zweite Halbzeit begann der THC mit Handball, wie ihn Herbert Müller sich vorstellt und die THC-Fans ihre Mannschaft kennen. Beim 21:13 schien das Spiel im sicheren Hafen. „Was dann passierte, darf so einem Spitzenteam nicht passieren. Da wurden reihenweise beste Chancen vergeben, wurde aus dem Rückraum neben das Tor geworfen und zwei Siebenmeter nicht verwandelt. Daraus werden wir lernen“, analysiert Herbert Müller. „Diese zehn kritischen Minuten werden wir im Team genau analysieren. Gerade, weil ich in dieser Phase schon gewechselt hatte, um Kräfte für die Champions League zu sparen, müssen sich da die Spielerinnen, die sonst nicht so viele Einsatzzeiten haben, zeigen und einbringen.“ Besonders schmerzhaft ist, dass sich Alicia Stolle in den letzten Sekunden der Partie noch böse verletzte. Sie hat einen Cut über dem Auge und eine Schulterprellung, eine leichte Gehirnerschütterung obendrein. Das Krankenhaus durfte sie wieder verlassen, aber am Samstag kann sie definitiv nicht spielen.

Zum Spiel:
Die Ausgangslage ist so: Györi Audi ETO KC empfängt den HC Podravka Vegeta und ist klarer Favorit. Die Ungarinnen werden die zwei Punkte für die Hauptrunde nicht abgeben.

Der THC hat den direkten Vergleich mit Podravka Vegeta durch das 31:23 in Koprivnica, bei einer 26:28 Heimniederlage für sich entschieden. Durch ein 27:27 gegen Krim Mercator hat Podravka einen Punkt Vorsprung. Der THC muss also zumindest Unentschieden spielen, um in die Hauptrunde einzuziehen. Die Punkte, Sieg oder Unentschieden, würde die Mannschaft mit in die Hauptrunde nehmen.

Der THC tritt durch die Verletzung von Alicia Stolle und den schon längeren Ausfall von Anne Hubinger ohne Linkshänderin im Rückraum rechts an. Die Option lautet Lydia Jakubisova oder/und Crisztina Triscuk. Da lässt sich der Trainer sicher noch etwas einfallen.

Herbert Müller kennt kein Jammern. „Wir werden als Mannschaft diese Lücke schließen, wie das schon immer für den THC typisch ist. Geschlossenheit zeigen und keine Schwäche zeigen – alles dafür tun, wenn man selbst die Chance hat, mit zwei Punkten in die Hauptrunde einzuziehen, werden wir mit allem, was wir aufbieten können, um diese Chance kämpfen. Wir haben noch zwei Tage Pause, um zu regenerieren, um dann mit Freude diese Aufgabe anzunehmen.“ Dazu nimmt Herbert die gesamte Mannschaft in die Pflicht.

Und mal so nebenbei: Bei einer Niederlage geht es gleich Anfang Januar im EHF Cup weiter, „da fällt die Silvesterfeier aus“, sagt Herbert Müller und motiviert seine Mädels so noch zusätzlich.

Zum Team:
Neben Alicia Stolle wird auch Jovana Sazdovska am Samstag nicht spielen können. Sie hatte sich an der Schulter im Abschlusstraining am Dienstag verletzt. Julia Redder spielt in Zwickau. Alle anderen werden wie zuletzt eingesetzt. Bleibt nur noch einmal an alle Handballfans zu appellieren, nach Nordhausen, in die Wiedigsburghalle zu kommen und die Mannschaft mit Begeisterung anzufeuern.

Weitere Informationen unter: http://www.thueringer-hc.de und http://www.twitter.com/ThueringerHC

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