Die „Nordhäuser Wüstenfüchse 2.0“ unterwegs – Aus dem Reisetagebuch (Teil 6)

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„16.11.2017 – Briech – Marrakesch

Heute ließen wir es gemächlich angehen nach dem nächtlichen Stress wegen der Einreise. Frühstück um 10 Uhr…Wenn man zu dem Frühstück überhaupt Frühstück sagen konnte. Ein kleines Stück Butter und ein kleines Stück Marmelade. Dazu Baguette und ein Kaffee. Das war es dann auch schon. Aber so richtig Hunger hatten wir auch gar nicht. Neue Eindrücke ringsum. Micha hat sich mal bei den Organisatoren erkundigt wann die 3 Transporter kommen die noch im Hafen von Tanger Med stehen. Keine wirklich befriedigende Antwort. Man arbeitet dran… Also doch wohl eine schwierige Sache. Das Problem ist, dass diese großen Transporter hier schon als LKW gelten und deshalb Frachtpapiere haben müssen. Aber die sind ja eigentlich nicht gewerblich unterwegs sondern privat, da braucht man das ja nicht. Die marokkanischen Behörden sehen das wohl etwas anders. Mal sehen wie das weitergeht.

Wir sind dann gegen 11 Uhr losgefahren Richtung Marrakesch. Marokkanische Simkarten hatten wir schon und so konnten wir uns den Zwischenstopp in Rabatt sparen.

Das KIA Team hatte dann ein echtes Problem mit dem rechten Hinterreifen. Allmählich fing es an…Vibrationen! Immer stärker wurden sie. Rechts ran ging nicht. Wir waren auf der Autobahn, hier anhalten wäre viel zu gefährlich. Also langsam zum nächsten, etwa10 Kilometer entfernten, Rastplatz. Die letzten Kilometer haben den Reifen endgültig ruiniert. Das Ersatzrad wurde montiert. Dabei halfen das Team: “ Westafrikanische Wüstenwiesel“ aus Sachsen. Die waren zufällig auch gerade auf dem Rastplatz und packten sofort mit an. Nach 90 Minuten ging es weiter Richtung Marrakesch. Unterwegs buchten wir per Internet ein Hotel in Marrakesch. Niemand hatte jetzt schon Lust auf Camping u d wählten deshalb ein preiswertes Hotel. Wir passierten den östlichen Rand von Casablanca und fuhren die Autobahn nach Marrakesch in weiter.

Marrakesch empfing uns mit chaotischen Verkehr. Aus drei Spuren machen die fünf. Zuviele Autos und zuwenig Straße. Aber wir kamen gut bis zum Hotel. Das einchecken ging sehr schnell, keine Probleme. Wir hatten noch eine Dose mit Würstchen, dazu ein paar Bier und der Abend war gerettet. Es wurde schnell der morgige Tagesablauf besprochen. Das Omega Team und der Movano Fahrer wollen mit einem Taxi in die Innenstadt um sich Marrakesch anzusehen, die KIA Fahrer wollen sich eine Tankstelle suchen um ihr Auto zu reinigen und ein paar Service Arbeiten am Fahrzeug zu machen. Das KIA Team wollte nach Erledigung der Service Arbeiten ebenfalls in die Innenstadt zum „Platz der Gehängten“ um sich zum gemeinsamen Abendbrot mit den anderen Team Mitgliedern und weiteren Rallye Teilnehmer anderer Teams zu treffen. Gegen 23 Uhr war dann Feierabend…

17.11.2017 – Ruhetag in Marrakesch

Am Morgen merkten wir erstmal dass wir wirklich in Afrika sind. Kein Wasser! Keine Toiletten Spülung! Frühstück dann um 9:30 Uhr. Wasser war dann auch wieder da.
Das Frühstück erwies sich als …sehr einfach. Und ein Problem gab es auch noch. Wir dachten wir hätten Übernachtung mit Frühstück gebucht. Aber der Einlassdienst am Restaurant meinte, wir müssen 50 Dirham pro Nase für das Frühstück zahlen (5 €). Einer von den KIA Fahrern ist dann zur Rezeption und hat gefragt ob da ein Irrtum vorliegt. Nein, alles richtig. Laut Vertrag hatten wir ohne Frühstück gebucht.

Kaum vorstellbar, aber eben dann nach Einsichtnahme in die Buchung dann doch Tatsache. Naja, einer der KIA Leute hat dann seinen Geldbeutel aufgemacht…und seinen Anteil bezahlt. Die anderen sind noch am überlegen…
Nach dem Frühstück fing dann jedes Team an seine „Tagessufgabe“ umzusetzen. Während sich die „Sightseeing Mannschaft“ sich gleich nach dem Frühstück per Taxi in die Innenstadt “ begab, fuhr das KIA Team zu einer Total Tankstelle.

„Waschen – Legen – Föhnen“.

Der KIA bekam das exklusiv Programm verpasst.
Handreinigung + Handpolitur. Kontrolle von Öl, Wasser, Luft. Ausserdem mit dem Staubsauger ran. Gut drei Stunden hatte das KIA Team zu tun und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen.
Blitzeblank, fast wie ein „Neuwagen“. Aus einiger Entfernung zumindest…

„Der Abschied fällt schwer – sag meinem Mädchen Ade…“
Gut soll es der KIA Sorento 2,5 CRDI die letzen 4000 Kilometer mit seiner deutschen Charity Rallye Besatzung haben.
Der KIA wurde zum Schluss dann noch vollgetankt und das KIA Team fuhr zurück zum Hotel.
Dann nahmen sich auch das KIA Team ein Taxi und fuhren zum zentralen Marktplatz in Marrakesch. Verkaufsstände, Musiker, Dutzende Schlangenbeschwörer…und noch viel mehr. Ein Riesen Halligali!
Alibaba und die Apokalyptischen Reiter. 40 Räuber wären da viel zu wenig. Ehrlich, Menschenmassen über Menschenmassen. Wahnsinn!

Die KIA Fahrer besorgten sich Ansichtskarten und Briefmarken, gingen ins Cafe“ France“ und schrieben bei marrokanischen Kaffee Grüße an die Familien nach Hause. Dort traffen sie auch den Movano Fahrer. Auch der Rest der „Sightseeing“ Truppe war in der Nähe. Endgültig traf man sich wieder bei den Verpflegungsbuden, die hier alle mit einer Nummer versehen sind. Alle Rallyefahrer und Rallyefahrer innen sollten sich an der Nummer „22“ treffen. Gesucht und gesucht….aber nicht gefunden. Waren wir dann eben bei einer anderen „Nummer“ essen. Spieße, Tangine, Salate, Fladenbrot. Lauter tolle Sachen.

Alles war sehr lecker und die „22“ haben wir dann auch noch entdeckt. Da sich alle Rallyeteilnehmer an der „22“ treffen wollten, haben viele nach der „22“ gefragt. Irgendwie hatte die „22“ in den letzten Monaten eine neue Nummer bekommen, warum auch immer. Das wusste aber von den Rallye Leuten niemand. Aber die Marokkaner sind fix und haben ein Pappschild mit der „22“ gemalt und über ihre neue Nummer geklebt. Also: die „22“ gibt es wieder…

Nachdem die Sache mit der „22“ geklärt war, traten wir den Heimweg an. Die „Sightseeing“ Leute fuhren vorneweg zum Hotel mit dem Taxi und das KIA Team nach Klärung der Angelegenheit „22“ ebenfalls mit einem Taxi der Marke „Dacia Logan“ hinterher.
Die KIA Fahrer tranken noch ein, zwei Dosen „Sankt Miguell“ und dann war Feierabend.
Morgen heisst es dann Tschüss Marrakesch und es geht auf die Piste immer weiter nach Süden.“

Text und Foto: Michael Samel

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