Die Grimmelbrücke

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In Nordhausen gibt es einige Brücken welche über die Zorge führen und somit die einzelnen Stadtteile mit einander verbinden. Genau genommen sind es sieben Brücken (ohne Eingemeindung ) über die eine verkehrstechnische Anbindung der Stadt an den Bahnhof und an Bundes-bzw. Landstraßen in südlicher und westlicher Richtung erfolgt.

Eine dieser Brücken ist die Brücke zwischen der Hesseröder Straße und der Grimmelallee, auch Grimmelbrücke genannt, die ein Teil der Hesseröder Straße ist.
An ihrer Stelle überquerte bis 1913 ein Grimmelsteg, welcher in den Jahren davor mehrfach durch Hochwasser, die auf Starkregen, Tau- und Schmelzwasser zurückzuführen waren, weggerissen und neu aufgebaut wurde.

Erst durch einen Beschluss der Nordhäuser Stadtverordneten im Jahre 1912 wurde der Grimmelsteg durch eine massive Brücke ersetzt.Im Sommer1913 wurde die Brücke fertiggestellt und dem Verkehr zur Nutzung übergeben.
Am 20.August 1929 wurde an der Brücke eine Bronzetafel mit der Aufschrift des neuen Namens „Hanewacker-Brücke „angebracht.(1) Diesen Namen trug sie bis 1945.
Ab 1945 entfiel der Name durch die Umbenennung der angrenzenden Straßen. Es war dann die Brücke in der Karl-Liebknecht-Straße mit Anbindung an die Leninallee.
Nach der Wende 1990 erfolgte die Umbenennung der angrenzenden Straßen wieder auf die alten Namen Hesseröder Straße, zu der auch die Brücke gehörte, und Grimmelallee.

Die uns heute bekannte Brücke ist eine der ältesten, noch im Ursprung, erhaltenen Brücken der Stadt. Das heißt, die Brücke hält schon seid 109 Jahren dem Verkehr und dem Wasser der Zorge stand und wird damit nicht zu Unrecht eines Kulturdenkmals gerecht.
Von der Ostseite der Brücke führt auf jeder Seite der Zorge eine Treppe zum Ufer des Flusses. Wobei auf der Westseite eine Treppe mit sieben Stufen auf ein Plateau führt von dem man aus eine gute Sicht auf die Brücke und die Zorge hat. Neben der Brücke auf der Westseite wurde eine Litfaßsäule aufgestellt.
Die Metallgitter im steinernen Brückengeländer sind mit großer Wahrscheinlichkeit noch die originalen Gitter.
Eine Besonderheit der Brücke ist das an der Seite angebaute Toilettenhäuschen, welches schon seid Jahren seiner Funktion, aufgrund von Baufälligkeit, nicht mehr gerecht werden kann.
Wenn man genau hinsieht kann man feststellen, wie der Zahn der Zeit an der Brückenkonstruktion genagt hat.
Das hat jetzt auch die Stadt Nordhausen erkannt und hat im Dezember vergangenen Jahres Fachleute mit der Planung für eine Generalsanierung beauftragt. Eine Sanierung der Brücke und damit ihr Erhalt als Baudenkmal ist ein Schritt in die richtige Richtung, wird doch damit ein Stück Geschichte unserer Stadt erhalten.

L.-G. Beck

(1) Autorengruppe unter Leitung von P. Kuhlbrodt, Chronik der Stadt Nordhausen 1802-1989
Geiger-Verlag2003
Bilder-Sammlung L.-G. Beck

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