Dicker Brummer erobert Thüringen

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NABU Thüringen – „Blaue Holzbiene“ ist im Freistaat weit verbreitet

Laut des Naturschutzbundes (NABU) Thüringen ist die „Blaue Holzbiene“ in Thüringen weit verbreitet. Bei den Naturschützern gingen von 2013 bis 2015 hunderte von Meldungen dazu ein. In strukturarmen Ackerlandschaften und in geschlossenen Waldgebieten fehlt die Art allerdings oft.

Jena – Dem einen oder anderen mag sie vielleicht im Sommer aufgefallen sein, ein hummelgroßes, blauschwarzes glänzendes Insekt, welches neugierig im Garten herumschwirrt – die „Blaue Holzbiene“. „Sogar jetzt im Herbst kann man die ‚Blaue Holzbiene‘ noch beobachten“, sagt Frank Creutzburg, Insektenexperte beim NABU Thüringen. Die Wildbienenart war bis vor einigen Jahren vor allem im süddeutschen Raum verbreitet. Durch das wärmere Klima innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte hat die Wildbiene stark zugenommen. „Aus Thüringen waren nur wenige alte Nachweise bekannt, so dass anzunehmen ist, dass sich diese auffällige Art erst mit den warmen Sommern in den 90iger Jahren des vorigen Jahrhunderts bei uns ausgebreitet hat“, erzählt Creutzburg.

Um das aktuelle Vorkommen der blauen Holzbiene in Thüringen zu erforschen, hat der NABU von 2013 bis Mai 2015 einen Aufruf zur Meldung der Blauen Holzbiene gestartet. „Unsere Auswertung ergab, dass die Wildbiene mittlerweile in fast ganz Thüringen gesichtet wird“, stellt der Biologe Frank Creutzburg fest. „An dieser Stelle möchte ich mich bei den hunderten von Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die uns die ‚Blaue Holzbiene‘ gemeldet haben.“ In strukturarmen Ackerlandschaften wie zum Beispiel im Thüringer Becken oder in Ostthüringen sowie in geschlossenen Waldgebieten des Hainich oder des Thüringer Waldes fehlt die Art.

Naturnahe Gärten mit alten Obstbäumen und strukturreiche Landschaftsräume mit einem reichhaltigen Blütenangebot sind häufig genannte Fundorte der blauen Holzbiene. Ihre Vorliebe für halboffene Habitate führt zunehmend auch zu Kontakt mit Menschen. Trotz ihres etwas bedrohlichen Aussehens ist die blaue Holzbiene dem Menschen gegenüber harmlos und nicht aggressiv. Die Bienen leben solitär und gelten als standorttreu. Zudem sind sie ausgezeichnete Flieger und verfügen über ein erstaunliches Orientierungsvermögen. Ähnlich einem Kolibri fliegen sie von Blüte zu Blüte, saugen Nektar und sammeln Pollen zum eigenen Verzehr und für die Aufzucht des Nachwuchses. Sie besuchen viele verschiedene Blüten, darunter Natterkopf, Taubnessel, Platterbse, Wiesensalbei und Flockenblumen. „Für die Holzbiene und viele andere Insekten ist das Vorhandensein von massivem Totholz wichtig. Deshalb ist es sinnvoll, alte Bäume oder starke abgestorbene Äste in unseren Gärten auch einfach mal stehen zu lassen“, so der Experte. Der Name „Blaue Holzbiene“ deutet auf die Nistweise hin. Es werden Gänge in morsches Holz genagt und dort die Nester angelegt. Die „Blaue Holzbiene“ überwintert in Holzspalten, Mauergängen, Erdlöchern oder im Geburtsnest. „Im Frühjahr mit den ersten warmen Tagen sind die Tiere bereits aktiv und beginnen ihr Brutgeschäft. Die Entwicklung vom Ei zum fertigen Insekt kann bis zu acht Wochen dauern. Der Schlupf erfolgt nach vollständiger Verwandlung der madenähnlichen Larve über ein Puppenstadium ohne Gespinst im Sommer“, so Creutzburg.

Nähere Infos zur „Blauen Holzbiene“: https://thueringen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/bienen/blaue-holzbiene/index.html

Die Blaue Holzbiene ist eine der größten mitteleuropäischen Bienen mit hummelartigem Körperbau. Das Tier wirkt schwarz, nur die Flügel haben je nach Lichteinfall einen blauen Schimmer.

Die Blaue Holzbiene ist eine der größten mitteleuropäischen Bienen mit hummelartigem Körperbau. Das Tier wirkt schwarz, nur die Flügel haben je nach Lichteinfall einen blauen Schimmer.

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