„Diabetes ist kein Zuckerschlecken“

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Patientenakademie informierte über Volksleiden Zuckerkrankheit

Thomas Bernasch, Oberarzt und Leiter des Diabetes-Therapiezentrums der HELIOS Klinik Sangerhausen, lockte mit seinem Vortrag „Gesund leben mit Diabetes“ am Dienstagabend über 50 Interessierte zur Patientenakademie in die HELIOS Klinik Bleicherode. Dass die Zuckerkrankheit, wie sie im Volksmund genannt wird, nicht geschlechterspezifisch oder stereotypisch ist, sah man am gut gemischten Publikum. Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Junge Menschen leiden meist seit ihrer Geburt am Diabetes Typ 1, einer Zellstörung, die zu einem absoluten Insulinmangel führt. Der größte Teil der Diabeteserkrankten leiden unter Typ-2-Diabetes. Dieser erstreckt sich von einer vorwiegenden Insulinresistenz mit relativem Insulinmangel bis zu einem vorwiegend sekretorischen Defekt mit Insulinresistenz. Die Häufigkeit von Typ-2-Diabetes hat in den letzten Jahrzehnten immer häufiger zugenommen. „1947 gab es diese Krankheit kaum. Damals legten die Menschen täglich größere Strecken zu Fuß hin und es mangelte an Nahrung. Der Typ-2-Diabetes ist ein Resultat unserer Wohlstandsgesellschaft“, mahnt Thomas Bernasch.

Die Diagnose ist jedoch kein Grund zu verzweifeln. Mit einer gesunden Lebensweise ist ein langes und glückliches Leben möglich. Gut ist, so früh wie möglich mit einer Ernährungsumstellung und aktiven Lebensweise zu beginnen, sagt Bernasch. Auch die Vermeidung anderer Faktoren, wie Stress oder Schlafmangel ist von entscheidender Bedeutung. In Sachen Sport gibt der Oberarzt der Sangerhäuser Klinik Entwarnung. „Es muss nicht der Marathon sein. Ein täglicher Spaziergang oder auch Gartenarbeit sind völlig ausreichend. Die Bewegung muss Spaß machen. Nur dann ist sie nützlich und wirkt sich gesund auf die Seele und den Körper aus.“

Ist der Diabetes diagnostiziert, ist eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers wichtig. „Von gutem Zucker profitiert man jedoch erst nach Jahren“, weiß Bernasch. Daher ist eine frühe Anpassung an die ausgewogene Lebensweise wichtig und hilfreich. Auch eine Diabetesschulung kann Thomas Bernasch empfehlen. „Nur wer gut informiert ist, kann gut mit dieser Krankheit leben.“

Bevor man zu Insulin greift, sollten alle anderen Faktoren, die zur Besserung einer Diabeteserkrankung dienen, ausgeschöpft sein. „Das Spritzen von Insulin ist ein erheblicher Einschnitt in die Lebensqualität, da man seinen gesamten Alltag danach ausrichten muss“, sagt Bernasch. „Bewegung und gesunde Ernährung sind daher das A und O.“

Im Anschluss stand der Experte in Einzelgesprächen für die vielen Fragen der Besucher zur Verfügung. Die nächste Patientenakademie findet am 2. August zum Thema „Wenn die Knochen brüchig werden – Leben mit Osteoporose“ statt.

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