Der NABU zieht zum Tag des Artenschutzes eine Bilanz zum Wolf in Thüringen

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Thüringen steht mit der Unterstützung der Weidetierhalter besser da, als so manch anderes Bundesland – Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdgesetz ist sinnfrei

Jena – Zum Tag des Artenschutzes, am 3. März 2019, zieht der NABU Thüringen eine Bilanz zum Wolf im Freistaat. Seit 2014 hat sich der Wolf auf natürliche Weise dauerhaft in Thüringen angesiedelt. Ab 2013 gab es immer wieder neue Nachweise zu einzelnen Wölfen im Land. Aus Sicht des Naturschutzes ist dies ein großer Erfolg für die Artenschutzbemühungen im Grünen Herzen Deutschlands.

„Weidetierhalter stehen seit dem vor der Herausforderung, ihre Herden noch besser zu schützen“, sagt Silvester Tamás der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs im NABU Thüringen. „Um mit diesen Herausforderungen nicht alleine da zu stehen leistet das Thüringer Umweltministerium gute Arbeit.“ Weidetierhalter können mit bis zu 100 Prozent für den Ausbau ihrer Herdenschutzmaßnahmen gefördert werden. Sogar die Förderung von Herdenschutzhunden ist möglich. Bei etwaigen Schadensfällen durch Wolfsübergriffe werden ebenso Ausgleichszahlungen bis zu 100 Prozent geleistet. Einzigartig für Deutschland ist die sogenannte Scha-Zie-Prämie mit der insbesondere Schaf- und Ziegenhalter durch eine jährliche Mittelbereitstellung für ihre Herden finanziell durch das Umweltministerium unterstützt werden. „Trotz dass wir noch nicht einmal ein Wolfsrudel in Thüringen haben, steht das Land bei der Förderung von Weidetierhalter besser da, als so manch anderes Bundesland mit weitaus mehr Wölfen und ganzen Wolfsrudeln“, erklärt Silvester Tamás.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Ausbau und die Finanzierung des landesweiten Monitorings, also die Dokumentation und Datensammlung zu Wolf und Luchs. „Thüringen leistet auch hierbei gute Arbeit und das Monitoring kommt gleichzeitig auch anderen geschützten Arten zugute. Zu wissen wo und wie Wölfe leben, hilft insbesondere den Weidetierhaltern“, so der Sprecher. Zudem gingen die Risszahlen in den letzten Monaten deutlich zurück. „Die Anstrengungen im Ausbau des Herdenschutzes zeigen ihre Wirkung. Jetzt müssen wir unsere Bemühungen verstärken, um den Artenschutz für den Wolf aber auch für Luchse, Biber und andere Wildtiere in der Praxis zu verbessern“, gibt Tamás zu bedenken. In den letzten Jahren fielen immer wieder Wölfe und auch Biber dem Straßenverkehr im Freistaat zum Opfer. 2016 und 2018 wurde jeweils eine junge Wölfin auf Thüringens Straßen überfahren. Wildtiere sind in unserer dicht besiedelten Landschaft insbesondere durch den Straßenverkehr gefährdet. Opfer sind unter anderem auch Rehe, Hirsche, Füchse, Igel und bedrohte Amphibien. Der NABU fordert daher schon seit langem die Verbesserung der „Grünen Infrastruktur“. Querungshilfen und Grünbrücken müssen dringend ausgebaut und auch schon bei der Planung von neuen Straßen deutlich mehr Beachtung finden.

Die Zahlen in Deutschland zeigen, dass neben dem Straßenverkehr insbesondere die illegale Jagd auf Wölfe und Luchse, aber auch auf andere streng geschützte Tiere wie zum Beispiel Greifvögel, ein schwerwiegendes Problem für den Artenschutz darstellt. „Deutschland hat ein massives Problem mit Wilderei und der illegalen Jagd“, betont Tamás. Umso unverständlicher ist die Tatsache, dass Jagdverbände den Abschuss von Wölfen und sogar die Aufnahme des geschützten Beutegreifers ins Jagdrecht fordern. Der Wunsch nach der Aufnahme des Wolfes in das Jagdgesetz ist weder fachlich hinreichend begründet und ökologisch sinnvoll, noch dient es dem Herdenschutz. Alle wichtigen Belange im Umgang mit dem Beutegreifer sind bereits durch den Managementplan für den Wolf in Thüringen geregelt. „Die Gesellschaft ist gefordert, die zukünftigen Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und sollte sich ganz bewusst gegen Schauermärchen und Panikmache wehren. Bislang gibt es in Thüringen gerade mal einen dauerhaft anwesenden Wolf in der Region bei Ohrdruf. Deshalb zur Jagd auf die geschützte Art zu blasen, ist weder zeitgemäß, noch hilft es den Weidetierhaltern“, so Silvester Tamás.

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